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Autor: Thomas Wirtz

Stromknappheit und „Blackouts“ im Winter – WEN wollt ihr eigentlich verarschen?

Seit einigen Wochen geht ja die große Panik durch die Märkte: Es drohe der Blackout, weil wir kein Gas mehr aus Russland bekämen und man müsse UNBEDINGT die Atomkraftwerke am Netz lassen, um das zu kompensieren! Dabei wurden auch zwei Reaktoren vorgeschlagen – und eben jene Platzierung der Kraftwerke SOLLTE jeden, der auch nur einen FUNKEN Ahnung hat, einmal etwas aufhorchen lassen. Denn das eine Kraftwerk steht in Baden-Württemberg, das andere in Bayern. Warum das so „ungewöhnlich“ ist – nun, das will ich gerne einmal ausführen:

Baden-Württemberg hat groß vermelden lassen, jetzt selbst e-Fuels herzustellen. Wer bislang hinterm Mond gelebt hat: Bei e-Fuels redet man von synthetischen Kraftstoffen, die aus Wasserstoff und CO2 unter Zugabe von Strom und Hitze einen Umwandlungsprozess zu langkettigen Kohlenwasserstoffen durchlaufen, die man dann in Form von Synthesegas oder eben flüssigen, künstlich hergestellten Kohlenwasserstoffen in Form von Benzin, Diesel oder Kerosin vertanken kann. Energiebedarf pro Liter: Rund 26 Kilowattstunden (ein Liter Benzin, Diesel und Co. hat btw. einen effektiven Heizwert von rund 9-10 Kilowattstunden. Ergo: Satte 60% Wandlungsverluste. Na DAS ist doch mal effizient, was?). Der für die Synthese nötige Wasserstoff oder gar das CO2 sind dabei noch gar nicht enthalten, müssen erst noch in einem vorgelagerten Prozess hergestellt bzw. aufbereitet werden (CO2 findet sich ja auch in unserer Luft – und der Anteil steigt seit Jahren bedenklich – aber so eine Anlage braucht eben 100% CO2, keine 0,5%), was den Wirkungsgrad nicht unbedingt zum Besseren hin verschiebt.

Bayern wiederum will große Mengen Wasserstoff herstellen. Auch die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse ist nicht sooo energetisch vorteilhaft. Hier werden rund 54 Kilowattstunden pro Kilo Wasserstoff benötigt (und wer wissen will, wie HIER der Wirkungsgrad ist: Nun, wenn man das Kilo Wasserstoff mittels Brennstoffzelle (die effizienteste Art, damit umzugehen!) rückverstromt, bekommt man rund 25 Kilowattstunden zurück. Siehe da: Auch fast 60% Wandlungsverluste. Na DAS lohnt sich ja, was?).

Kritiker werden jetzt sicher einräumen, dass es ja noch Alternativen gäbe, um Wasserstoff zu gewinnen. Und denen antworte ich: Jepp, gibt es, nämlich mittels Dampfreformierung aus Erdgas (wobei dann CO2 frei wird, das man dann nutzen könnte, um mittels Zugabe von Wasserstoff dann synthetisches Erdgas herzu…moment, haben wir das nicht gerade schon benutzt um den Wasserstoff herzustellen? Ach – ist doch egal, oder?!), was jetzt allerdings ein wenig dumm ist, denn die schöne, günstige Quelle für Erdgas ist uns ja von Putin abgedreht worden. SOWAS ABER AUCH…

Wofür Wasserstoff und e-Fuel? Naja, „da unten“ will man die Autos schön mit Wasserstoff und mit e-Fuel betanken können! Gut, man KÖNNTE ja auch einfach Autos mit Batterien nehmen (nennt sich auch Elektroauto), die Batterien mit dem Strom, den man für EINEN LITER e-Fuel oder EIN KILO Wasserstoff (damit fährt ein Auto dann rund 80 Kilometer weit btw.) braucht, aufladen und damit dann einmal quer durch Deutschland touren, ohne nachladen zu müssen. SINNVOLLE Alternativen wie bspw. das Dekarbonisieren von Flugzeugen (Airbus hat leider noch keinen A330 im Angebot, der rein elektrisch fliegen könnte. Man arbeitet zwar dran, aber das dauert halt noch…) oder man könnte den Wasserstoff ja den Stahlwerken zukommen lassen, damit diese mit etwas anderen Prozessen, als der bisherigen Methode, Stahl herstellen (und dabei im gleichen Atemzug sogar noch Energie sparen, da die neuen Prozesse DEUTLICH effizienter ablaufen). Aber NEIN – den Quatsch mit der Automobilität ist wichtiger! Und überhaupt – das Elektroauto wird sich ja nicht durchsetzen!

in Bayern und BW hat man verstanden – man baut auf Wasserstoff fürs Auto. Weil – ist besser. Weil…ähh…schau da vorn, eine Ablenkung!

Diese ganzen Prozesse fressen natürlich erheblich Strom. Klar, dass dafür dann die Atomkraftwerke benötigt werden – und als Ablenkungsmanöver bzw. fadenscheiniges Argument wird das mit dem „Blackout“ vorgeschoben. Naja – EINE Form von Blackout gibt es sicherlich – allerdings den im Logikzentrum von jenen, die nicht in der Lage sind, ohne Unterbrechung bis drei zu zählen.

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Auf dem Weg zur 58:00

Diesen Sonntag wird mein vierter Wettkampf, an dem ich in diesem Jahr teilnehme. Nach dem ersten 10-Kilometer-Lauf in der Kaserne und einer 1:01:00 als Finisherzeit, dem zweiten 10-Kilometer-Lauf in sengender Sommerhitze über Berg und Tal in knapp 1:07:00, habe ich mein Lauftraining – Uhr und Fitness-Club sei Dank – intensiviert. Es hat für meinen dritten Wettkampf über etwas über 5 Kilometer zwar noch zu keiner Unter-30-Minuten-Zeit gereicht, aber in der Zwischenzeit ist viel Training, viel Arbeit und Schweiß vergangen, habe ich an meiner Ernährung gearbeitet, stemme ich im Studio die Gewichte, trainiere ich Muskelgruppen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie habe, laufe ich immer häufiger und immer längere Strecken. Mittlerweile auch mit Ergebnissen: Auf den Strecken, die ich laufe, bin ich durchgehend unter 6 Minuten je Kilometer unterwegs. Für Leute, die Laufen gewohnt sind, es seit Jahren praktizieren und denen man das auch ansieht (ich sag nur „noch dünner und sie rutschen durch die Schlitze vom Gullydeckel, wenn sie drüber laufen“), mag das noch locker und leicht sein, für mich, der ich eben noch einiges mehr als eben diese Leute auf die Waage bringe, ist es eine Leistung, über die ich froh und dankbar bin.

Mein persönlicher Rekord über 10 Kilometer ist aus 2019 – etwas über 58 Minuten habe ich damals gebraucht. Wie verlässlich diese Zahl tatsächlich ist, kann ich nicht sagen – das GPS meiner alten Smartwatch war bekannt dafür, hin und wieder etwas ungenau zu sein. Außerdem waren die Strecken in Bonn weitestgehend flach, die größte Erhebung vielleicht 10 Meter, eine Rampe zu einer Brücke hinauf. Hier dagegen muss ich Berge erklimmen (gut, wer aus Bayern, Österreich oder der Schweiz kommt, wird beim Anblick der hiesigen Berge sicher einen Lachanfall bekommen. Aber DIE RENNEN die dann auch nicht hoch…) und dennoch eine gute Pace halten.

Vier Wettläufe in einem Jahr habe ich auch noch nicht geschafft, meine bisherige Kilometerdistanz, die ich laufend zurückgelegt habe, mit nun fast 500 Kilometern mehr als verdreifacht. Selbst das anfangs ambitionierte Ziel der 200 Kilometer pro Jahr, dann sogar die 365 Kilometer pro Jahr, habe ich mit meinen Trainingseinheiten ziemlich schnell vaporisiert. Jetzt visiere ich die 600, vielleicht sogar die 700 Kilometer bis zum Jahresende an, während ich parallel im Fitness-Club meine Muskeln trainiere, mich in Spinning und Yoga versuche. Ersteres fand ich okay – habe dann aber direkt die Sommerpause erwischt, Letzteres…sagen wir mal so: Ich muss erst noch Muskelmasse aufbauen, damit ich mit den anderen mithalten kann. Aber genau an dieser Stelle bin ich gerade.

Nur eines: Die Frage, WARUM ich mich so nach vorn pushe, warum ich aus einfachem Training direkt so eine Vollgas-Veranstaltung mache, habe ich keine Antwort parat. Es fühlt sich einfach nur richtig an glaube ich. Ich tue etwas für meine Gesundheit, für meinen Körper – und vielleicht auch für meinen Geist. Und da ich mit alledem niemandem schade, mir im Gegenteil noch etwas Gutes tue und vielleicht andere, die wie ich nicht die unbedingten Sportskanonen waren, dazu inspirieren kann, über sich hinaus zu wachsen, dann hat es zumindest ein KLEIN WENIG etwas Gutes…

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Es ist ein wenig schade…

Die mir selbst angelegten Fesseln, mit denen ich sowohl mich, wie auch alle anderen zu schützen gedenke – denn ich will niemanden unnötig mit meinen persönlichen Befindlichkeiten belasten oder in Dinge hereinziehen, die denjenigen nichts angehen (sollten) – bedeuten nämlich auch, dass so viele Dinge ungesagt, so viele, wertvolle Informationen unerzählt bleiben. Es schmerzt mich beispielsweise zu sehen, wie Monat für Monat Bilder von einem meiner Charaktere gezeichnet werden, die entweder thematisch in Richtungen gehen, die so nicht mehr passen oder – und das ist in der Hauptsache der Fall – gar keine Entwicklung widerspiegeln. Dabei sind die Geschichten jener Charaktere so lang und umfassend, dass ich, als ich an anderem Ort unter anderem Namen nur eine Spur einer der vielen Welten, die ich erschaffen habe, den Lesern eröffnete, in weit aufgerissene Augen und Münder blicken durfte.

Doch auch wenn mich wirklich schmerzt, diese Stagnation mit anzusehen – ich halte meinen Schwur, mein Versprechen. Das ist Ehrensache, das ist Teil meiner Natur. Und ja, ich hasse mich manchmal selbst dafür.

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Wo meine Fitness-Begeisterung ihren Ursprung hat

Ich bin ITler mit Herz und Seele. Wobei ich selbst das noch etwas genauer umschreiben muss, denn das Bild eines ITlers führt schnell dazu jemanden zu sehen, der immer, nur und überall mit Technik zu tun hat und sich ein Leben ohne diese nicht vorstellen kann. Genau das ist nämlich NICHT der Fall bei mir. Im Gegenteil verstehe ich IT, Technologie und alles Drumherum eher als einen Mittel zum Zweck, um uns den Alltag leichter zu gestalten. Mein Idealbild ist es, dass alles in meinem Haus und drumherum automatisch und ohne jeglichen, menschlichen Eingriff funktioniert, man sich um die ganzen Kleinigkeiten keine Gedanken mehr machen muss, sich so auf den Kern, auf das eigentliche Leben und den Genuss ebendessen konzentrieren kann.

Ähnlich ist es auch mit Fitness und Training. Denn ich habe sehr wohl am eigenen Leib erlebt, wo es mich hinführt, wenn ich mich nicht ausreichend bewege und meinen Körper zu sehr vernachlässige: Ins Krankenhaus. Meine Nierensteine und die diesbezüglichen Klinikaufenthalte sind mir noch sehr gut im Gedächtnis geblieben. Diese, die Schmerzen, die Eingriffe, die zahllosen Tage, in denen ich mich rumquälen durfte und nichts Produktives tun konnte, waren halt einfach ein Verlust von Lebensqualität. Doch nicht nur diese sind es, die „kosten“ und mich dazu bewogen haben, etwas für meine Gesundheit zu tun und zu trainieren: Es ist auch der Rest meiner Gesundheit, der profitiert.

Ein wirkliches „Leichtgewicht“ bin ich leider seit meiner Schulzeit nicht mehr. Vorher war ich das – habe damals aber auch fast täglich den Drahtesel bemüht, um zur Schule, zum Einkaufen, in die Stadt – kurz: Überall hin zu kommen. Erst mit dem eigenen Wagen, dem Studium, dem Stress um die Krankheit und die Tode meiner Eltern herum habe ich mich „fallengelassen“, hat der Stress, die mangelnde Zeit, einfach alles an meiner Gesundheit genagt. Diäten dagegen bringen nicht viel – und eine dauerhafte und vollständige Ernährungsumstellung kann und will ich nicht durchziehen – einfach, weil es viel zu viele dieser „ungesunden“ Nahrungsmittel gibt, die ich zumindest hin und wieder gern konsumieren möchte und man schlicht viel zu viele Kompromisse eingehen müsste. Der einzige Weg, das zu kompensieren, ist eben, bei der Ernährung möglichst nahe am Optimum zu sein und den Rest dann eben mit Fitness, mit Muskelaufbau und sonstigem Training zu kompensieren.

Und natürlich freue ich mich über meine Erfolge beim Training. Bestzeiten und sonstige Erfolge feiere ich gern und regelmäßig. Sie sind quasi mein zusätzlicher Antrieb, besser zu werden, so dass ich vielleicht, in einem oder zwei Jahren, wenn ich in den Spiegel schaue, jemanden erblicken kann, zu dem ich ein „jo, ganz okay“ sagen kann.

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„Das Problem beim Katz-und-Maus-Spiel ist zu wissen, wer die Katze ist“

Nur fürs Protokoll: Ich habe diese meine Webseite nirgendwo in Profilen oder sonstwo beworben. Ich habe die Adresse nicht einmal auf Visitenkarten drauf und Facebook schon seit Beginn dieser Pandemie nicht mehr benutzt. Dennoch sehe ich in der letzten Zeit immer mehr Besucher, die von eben jenem (a)sozialen Netzwerk zu mir rüberkommen (ehe wer jammert: Jegliche Webzugriffe erfolgen mit einer IP. In den meisten Fällen ist diese dynamisch und man kann nur grob die Region, zu der sie zugeordnet sein KÖNNTE, erahnen. Außer natürlich es ist eine Unternehmens-IP. DIE sind dann nämlich statisch und dauerhaft. Und öffentlich). Ich selbst habe aber weder die Adresse meiner Webseite noch sonst etwas diesbezüglich jemals dort öffentlich gemacht.

Interessant ist das deswegen, weil mir verschiedene Dinge vorgeworfen wurden und immer noch werden – das ich hinter wem her rennen, jeden Schritt beobachten würde, statt offen zu sprechen. Ich bin mal so frech, deute auf die Logdateien meiner Seite und die mittlerweile HUNDERTEN Zugriffe über die vergangenen Monate hinweg, die über Links erfolgt sind, die ich selbst NIE verbreitet habe und stelle hier die Frage: WER stalkt hier WEN, hm?

Und an die ständig geräuschlosen Beobachter: Wenn ihr mir etwas zu sagen haben solltet – auf der linken Seite, direkt unter dem Titel, sind die Links, wo ihr mich noch erreichen und wie ihr mich anschreiben könnt (ggf. müsst ihr, damit ihr die ganzen Icons mit den Links seht, euren AdBlocker deaktivieren). Alternativ, falls ihr diese Seite nicht verlassen und euch keiner Drittseite anvertrauen wollt (was ich verstehen könnte, wenn ihr nicht gerade von Facebook und damit DER Datenkrake überhaupt, kommen würdet), habe ich auch eine eigene Ecke eingerichtet, in der ihr euch verewigen könntet, so ihr denn nicht nur stalken, sondern wirklich etwas sagen wolltet. Ich glaube zwar nicht dran – aber MIR soll niemand nachsagen, ich würde nicht die Hand zu reichen versuchen, damit aus einer diffizilen Situation hoffentlich doch einmal etwas Positives wird.

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Boah – kommt mal zum Punkt!

Ich bin ja selbst jemand, der durchaus mal weiter ausholt und stark auszuschweifen pflegt. Allerdings sind meine Punkte dann zumindest IRGENDWIE logisch zusammenhängend (auch wenn es in manchen Fällen nur in meinem Kopf sein mag. Aber mittlerweile finde ich da auch wieder den Weg zurück und erkläre den Ahnungslosen um mich herum, WIE und WARUM ich dorthin gefunden habe und was das alles mit dem aktuellen Thema zu tun hat), nur wenn ich so sehe, was in den (a)sozialen Medien, auf YouTube und Co. INSBESONDERE aus den USA kommt, dreht sich mir der Magen um.

Ja, ich weiß – in den USA geht es nicht um Fakten, um Realität, um Wahrheit, sondern lediglich darum, etwas „gut“ oder „toll“ zu präsentieren. Deswegen hat die USA meiner Meinung nach auch kein Rechtsystem, wie man es par Definition betrachten könnte und wo man sich an Gesetzestexten und Ermittlungen, Beweisen, Gegenbeweisen und Co. orientiert, sondern ist eine Nation, die von der Show lebt. Deswegen werden (Staats-)Anwälte auch wie Filmstars gefeiert, inszenieren sich auch haargenau so: Es geht nicht darum, Recht und Unrecht abzuwägen, sondern möglichst spektakulär, wortgewandt und mit viel rhetorischem Geschick einen überführten Täter doch noch IRGENDWIE so aussehen zu lassen, dass die Geschworenen, die dabei einen Feuchten auf IRGENDWELCHE Gesetze geben müssen, schließlich zu einem Urteil kommen. Allein die Tatsache, dass es sowas gibt wie „Ja, der Kerl wurde von 20 Kameras gefilmt, wie er wen erstochen hat. Ja, wir glauben, dass er ein Mörder ist, aber nein, wir Geschworenen befinden ihn dennoch für Nicht Schuldig“ zeigt, wie sehr man in diesem Land die Wahrheit verachtet.

Und ja – diese Philosophie wird auch in den ganzen Medien haargenau so gelebt. Es ist fester Teil der Kultur. Und so ist es auch mit dem Herumgeschwafel. So kann es dann problemlos vorkommen, dass eine Frage wie „1+1=“, was in einem Video binnen maximal 30 Sekunden erklärt sein sollte (inklusive Rechenwegerläuterung und warum es von einigen Leuten scherzhaft durchaus auch mal 3 ergeben könnte), problemlos auf über 12 Minuten gedehnt wird, wo erstmal WEIT ausgeholt, die Ursprünge der Mathematik, dem ersten Höhlenmenschen, der zwei Äpfel in der Hand hatte, gefolgt von einem Verweis auf irgendeinen Sponsor, wo man noch viel mehr Rechenarten für eine schmale Abogebühr erlernen könnte (inklusive monetarisiertem Sponsored-Link im Video, in der Beschreibung und sowohl als Einblendung wie auch Caption, damit es bloß keiner verpasst), ehe man dann auf das GEFÜHL der Rechenart kommt, ganz beiläufig im Nebensatz dann das Rechenergebnis anteasert, aber vorher nochmal eine RÜCKBLENDE auf das, was bisher so gesagt wurde, einbaut, nur um am Schluss NOCHMAL auf den Sponsor zu verweisen, um Like, Abo und Co. zu betteln und DANN das Video zu schließen, ohne das Ergebnis wirklich und klar gesagt oder gar erklärt zu haben.

Derartiger Mist ist mir in den letzten Wochen jetzt DERART häufig unter gekommen (und von zahllosen Quellen), dass ich nicht mehr an Zufälle oder Ausnahmen glaube. Nein, es ist WIRKLICH so, dass die Menschen keine Antworten und keine Wahrheit mehr hören wollen, sondern einfach nur noch das ständige Blabla, möglichst verpackt in 4k-Auflösung, in Dolby-Atmos-Sounds, mit schön viel, hipper Musik, Schnitten, bei denen selbst ein Michael Bay vor Anerkennung die Augenbrauen heben würde und damit jenen, die WIRKLICH etwas wissen wollen, so die maximale Menge an Zeit zu verschwenden.

Ich habe schon mehr als einmal darüber nachgedacht, diesen Trend dadurch zu kontern, einen eigenen YouTube-Kanal sowie eigene Newsseiten hier online zu packen, wo ich diese ganzen 12-20 Minuten-Monster auf höchstens 15-20 Sekunden runterdampfe und NUR den konkreten und relevanten Inhalt darin anführe. Allerdings fehlt mir dazu schlicht die Lust und die Zeit, mich mit diesen monolithischen Werken zu befassen. Und wahrscheinlich würde mein Kopf ob der ganzen, belanglosen Gelabers dieser selbstverliebten Laiendarsteller irgendwann einfach platzen. Also mache ich das einzige, was wirklich was bringt: Ich fülle fleißig meine Blocklisten, mit denen ich ganze Kanäle aus den Anzeigen und Suchergebnissen herausfiltere. Das ich IRGENDWAS von Wert aus einer der dümmsten Nationen der Galaxis verpassen könnte, glaube ich nämlich nicht.

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Ein wenig Analysieren und Interpretieren

Mir wird ja einiges nachgesagt, aber viele missverstehen den Kern, der dahinter steckt: Ich mag es, Dinge zu analysieren und auf Basis dieser Dinge und den Informationen, die ich darüber hinaus sammeln kann, Schlussfolgerungen und Erklärungen zu finden. Wie ich nicht müde werde zu erklären passiert schließlich nichts ohne Grund, hat alles eine Ursache. Indem man diese Ursache herausfindet, kann man an der Lösung arbeiten und somit alles, was dazwischen liegt, langsam transformieren, bis es das gewünschte Bild erreicht.

Heute will ich einmal die Popularität von Bildern und den Künstlern dahinter betrachten. Ich mache das deswegen, weil ich einige Vergleichswerte habe – und auch, weil ich beide kenne (zumindest so gut, wie man jemanden, den man lediglich seit Jahren durch Gespräche oder das Betrachten des persönlichen, digitalen Striptease kennen kann. Oder, anders gesprochen: Lückenhaft, ähnlich wie bei einem Netz. Die Knoten allerdings habe ich schon ZIEMLICH gut erkannt denke ich) und auch, weil zumindest auf der einen Seite die Bilder der anderen Seite bekannt sind und diese als „wow – die sind ja großartig“ beschrieben wurden.

Person A ist Hobbykünstler, hat einen festen Job und ist Fan von einem Nischen-Fandom und Nischen-Charakter. Die Bilder sind meist schnell gezeichnet, nur für wenige nimmt sie sich die nötige Zeit, da sie eben arbeitet und auch sonst viele Dinge tut, die durchaus respektabel sind. Ihre Werke teilt Person A auf eigenen Social Media-Kanälen, die lediglich ihre Bilder sowie ein wenig ihr damit verbundenes, öffentliches Engagement widerspiegeln. Privat hat Person A kaum bis keine solchen Accounts, trennt die Inhalte der jeweiligen Kanäle sorgsam voneinander. Person A hat zusätzlich noch verschiedene Möglichkeiten, diese Projekte und die Kunst monetär zu unterstützen, bringt diese aber nie mit ihrer Person in Verbindung.

Person B bezeichnet sich selbst als Berufskünstler, übt das als „festen Job“ aus und ist Fan von einem Nischen-Fandom und Nischen-Charakter. Die Bilder sind aufwändig und in vielen Schritten erstellt, es wird viel Zeit für jedes einzelne verwendet. Ihre Werke teilt Person B auf Social Media-Kanälen, die sie auch für ihre privaten Aufnahmen, ihr Privatleben, für Rants und andere, ähnliche Dinge verwendet. Öffentliches Engagement außer ihrer Freizeit und der Zeit mit Freunden betreibt Person B nicht, hat sich in der Vergangenheit sogar mehrmals deutlich dagegen ausgesprochen, da es ja kein Geld einbringt. Person B lebt quasi in den sozialen Medien, nutzt etliche Accounts kreuz und quer durch alle Netzwerke hinweg, wobei sich überall Privates und Arbeit miteinander vermischen. Außerdem hat Person B noch etliche Angebote, um sie monetär zu unterstützen – teilweise mit Gegenleistungen, wobei etliche dieser Gegenleistungen lediglich einen zeitlichen Vorteil gegenüber den Nicht-Unterstützern bieten.

Schauen wir uns nun beide im direkten Vergleich an, sehen wir, dass Person A rund die dreifache Zahl an Unterstützern von Person B hat, mit allen diesen „freiwilligen“ Angeboten zur Unterstützung mehr als das Dreifache an Umsatz generiert, von dem sie aber nicht abhängig ist und es so karitativen Zwecken zukommen lassen kann, sich bei den Unterstützern allerdings regelmäßig durch personalisierte Dankesgrüße erkenntlich zeichnet. Person B wiederum ist abhängig von ebendiesen Einnahmen und sieht keinen Grund und auch keine Veranlassung darin, Unterstützern persönlich zu danken.

Ohne jetzt die weiteren Informationen um beide Personen zu haben (die ich habe, aber bleiben wir bei den nackten Daten und Fakten und leiten daraus unsere Schlüsse ab) kann man schon auf die Persönlichkeit bzw. Motivation beider schließen – sowie auch die Gründe für ihren Erfolg und ihre Zukunftsaussichten.

Es ist relativ offensichtlich, dass Person A eine empathische Person ist, die im Kern selbstlos agiert. Persönliche Freizeit zu opfern, um für die Allgemeinheit zu arbeiten, ist ein nobles, edles Ziel, das Lob verdient. Gleichzeitig hängt sie aber nicht idealistischen Zielen an, sondern bewältigt den Alltag und alles darüber hinaus mittels eines regelmäßigen Jobs. Stabilität und Flexibilität treffen hier aufeinander – ein belastbarer Mensch also. Bei Person B indes sieht man zwei Welten, die nicht in Harmonie nebeneinander leben, sondern im Konflikt zueinander stehen. Deswegen vermischen sich Beruf und Privates auch – ganz so, als würde die Person entweder versuchen, das eine über das andere zu definieren, auszugleichen oder sonstwie aufzufangen. Die Tatsache, dass Person B keinen anderen Beruf als die Kunst hat, das Hin und Her also eher dazu dient, IRGENDWIE Aufmerksamkeit zu erlangen, erweckt den Vergleich mit dem Marktschreier auf einem belebten Markt – wild winkend, verschiedene Angebote hoch haltend, in der Hoffnung, dass IRGENDWER kommt und die Waren ersteht. Die Person versucht somit durch einen Personenkult Umsatz zu generieren – aber wenn man genau hinsieht, dann ist da nichts, was einen solchen Kult begründen würde.

Während Person A mit den Inhalten einerseits Freunde, aber eben auch Interessierte sowie auch solche, die sich karitativ engagieren wollen, anspricht, wobei Letztgenannte gleichzeitig noch mit Mundpropaganda die edlen, hehren Ziele weitertragen und somit zu größerer Popularität und Wertschöpfung führen können, feiert Person B primär sich selbst und bindet damit ihren Freundeskreis an sich, aber niemanden darüber hinaus. Lediglich Zufallsentdeckungen oder das „Achja, Person B gibt es ja auch noch…“ kann noch zu mehr Wertschöpfung führen.

Streng betriebswirtschaftlich gesehen ist Person A besser, da sie ihre „Marke“ zu pflegen weiß. Ihre Entwicklung ist daher positiv. Person B hingegen pflegt ihre „Marke“ nicht nur nicht, die Vermischung von persönlichen Statements und Arbeit gefährden diese sogar. Sollte für Person A der Markt zusammenbrechen, muss diese nichts fürchten, da ihr Vollzeitjob bereits für ihr Auskommen garantiert, während bei Person B ein Zusammenbrechen ihrer „Marke“ gleichbedeutend mit einer Insolvenz ist.

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sie haben es ENDLICH verstanden

Als das Neubaugebiet, in dem ich selbst gebaut habe, ausgeschrieben und für alle zur Errichtung ihrer Häuser freigegeben wurde, stand im Bebauungsplan bereits festgeschrieben, dass gewisse Dachformen ausgewählt werden sollten, eine gewisse Ausrichtung der Dächer war angegeben und die dringende Empfehlung, Photovoltaik darauf aufzusetzen. Ich für meinen Teil habe mich daran gehalten – ein Großteil meiner Nachbarn hingegen meinte, stattdessen Walmdächer zu errichten, die Dachformen anders, als vorgegeben, auszuformen, die Ausrichtungen anders zu wählen und haben folglich auch auf sowas wie Photovoltaik verzichtet. Viele meinten „lohnt nicht“, oder „ist zu teuer“ oder auch einfach „sieht nicht gut aus“.

Jetzt, im Jahre 2022 und in Zeiten, in denen das Erdgas sich um den Faktor 20-30 verteuert hat, in Zeiten, in denen die Kilowattstunde Strom von ehemals um die 20 Cent auf Höhen um die 60-80 Cent steigt (teilweise sogar noch deutlich höher, wenn man an der europäischen Strombörse die Tagespreise bezahlt), scheinen etliche von ihnen ENDLICH aufzuwachen, werden immer mehr Dächer mit Solarzellen belegt, fügen sich weitere Anlagen in den Zoo der bisherigen, wenigen PV-Nutzer ein.

Es ist eine seltsame Eigenheit der Menschen, dass diese sich häufig wirklich erst dann zur Handlung entschließen, wenn etwas wirklich WEH tut und Schmerzen bereitet. Natürlich hat man im Vorfeld bereits gewusst, dass es das Richtige wäre, genau so zu handeln. Natürlich hätte man schon vorher genau das machen sollen und tief im Inneren auch die Pläne gefasst haben, aber sie dann auch UMZUSETZEN – dazu hat vielen schlicht der Mut gefehlt. Erst jetzt, wo es so doll weh tut, passiert etwas.

Leider – mit Blick auf den Klimawandel und die Auswirkungen, die man schon global spürt – fürchte ich, dass es wohl „a little too late“ zu sein scheint. Man kann jetzt lediglich noch das Unvermeidliche abmildern, aber es zu VERHINDERN wird schwer bis unmöglich werden. Und all jene, die seit Jahren und Jahrzehnten auf die Straße gehen, werden wohl letztlich nur eine einzige Nachricht für die Welt hinterlassen können:

„We told you so!“

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Ich mag Dune einfach nicht…

Es gibt so manche Filme und Serien, die werden von Kritikern gefeiert und haben eine große Fanbase. Häufig werden sie mir auch von Netflix und Co. empfohlen, weil sie „genau mein Geschmack“ sein sollen. Nur – häufig liegen die Algorithmen dabei vollkommen falsch…

Sei es Dune oder Star Trek DS9 – ich finde weder das eine, noch das andere wirklich gut. In beiden Fällen sind es SciFi-Werke, ein Genre, das ich wirklich mag und in beiden Fällen gibt es starke, gut geschriebene Charaktere. Dennoch kann ich weder das eine, noch das andere ausstehen. Und der Grund ist relativ platt: Übertriebene „Riten“ und „Religionen“, die überglorifiziert werden.

In beiden Fällen gibt es einen „Auserwählten“, der alles zu richten hat. Dieser ist selbstverständlich einer er Protagonisten, hat Plot Armor und ist schon von Anfang an eine starke Persönlichkeit, wird im Laufe der Erzählung aber immer unnahbarer und immer perfekter, immer stärker. Erstens einmal mag ich dieses „das Universum hat entschieden, dass X jetzt stark IST. Fertig aus!“ nicht, da es keinerlei Eigenleistung beinhaltet und somit keine „Leistung“ an sich ist. Es ist im Gegenteil wie ein Lottogewinn – da ist die „Leistung“ ja auch lediglich, dass derjenige es geschafft hat, auf einem Stück Papier ein paar Zahlen richtig anzukreuzen und diesen dann aufzugeben – und somit völlig außerhalb der eigenen Kontrolle. Der Rest ist dann „nur noch“ das Folgen des ausgetretenen Pfades.

Bei Dune kommt noch erschwerend hinzu, dass die Fraktionen leider erstens sehr hart und klar in Schwarz und Weiss aufgeteilt sind und zweitens wieder mal zahllose Analogien zu dem, was man hier bei uns im Alltag schon kennt, bemüht werden. In gewisser Weise bemüht man hier das Klischee der Indianer wieder, erzählt es halt nur auf einem anderen Planeten. Diese Stereotypen mögen jene verzaubern, die nicht hinter die Kulissen und die Erschaffung blicken, als jemand, der selbst Kulturen, Alienrassen und Fraktionen erschafft und ihnen Hintergründe zu verpassen versucht, schlage ich jedoch ob dieser offensichtlichen Ideenlosigkeit und Plattheit die Hände über dem Kopf zusammen.

Was ich mir mal wieder wünschen würde: Eine Serie oder einen Film, der mich überrascht, den ich NICHT nach höchstens halber Spiellänge verlassen und korrekt das Ende vorhersagen kann (einige werden sich wohl noch mit vor Hass geifernden Blicken an mich erinnern, wie ich im Predators-Film den Tod jedes einzelnen Darstellers in korrekter Reihenfolge gute 5-10 Minuten im Voraus vorhersagen konnte. Und das, ohne den Film vorher gesehen oder darüber gelesen zu haben). Die Einfallslosigkeit langweilt mittlerweile nämlich nur noch.

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„Kulturelle Aneignung“

Als ich noch in Bonn gewohnt habe, hatte ich eine Pizzeria in unmittelbarer Umgebung. 25 Jahre war diese da bereits vor Ort, bekannt für ihre frische, handgefertigte Pasta und frischen Mafiatorten. Eröffnet und betrieben wurde diese Pizzeria aber nicht etwa von einem Italiener, sondern einem Iraker, der vor gut 30 Jahren nach Deutschland gekommen war und selbst eine Leidenschaft für die italienische Küche hatte, diese seinen Mitmenschen näher bringen und sie verwöhnen wollte.

So weit, so normal. EIGENTLICH jedenfalls. Denn würde jemand so etwas heute machen, käme – ähnlich wie es bei Winnetoubüchern und -filmen, wie es bei Soul-Konzerten mit weißen Musikern oder Schulkindern, die sich zu Karneval einen Turban aufziehen – der Vorwurf der „kulturellen Aneignung“, gefolgt von gesellschaftlicher Ächtung.

Warum genau diese Diskussion gerade jetzt so groß aufkocht, wo wir doch so viele andere Probleme haben, ist mir völlig schleierhaft. Aber schon anhand des Beispiels mit dem Pizzabäcker aus dem Irak (ja, meine lieben Mate-Sommeliers, die PIZZA ist italienisches Kulturgut. Die UNESCO stuft die Kunst der neapolitanischen Teigwaren mit Tomatensauce und Mozzarella als Weltkulturerbe ein! Und das seit 2017) sieht man, wie lächerlich dieses Schlagwort „kulturelle Aneignung“ tatsächlich ist. Italien und die Pizza wurden durch diese „Aneignung“ nicht etwa entfremdet oder verstümmelt, haben NICHTS verloren. Im Gegenteil ist die Pizza eines der beliebtesten Gerichte auf der Welt, weiß JEDER, dass diese aus Italien stammt, pilgern GERADE DESWEGEN jedes Jahr Millionen und Abermillionen in die Heimatstadt der Pizza, um das Original zu genießen.

Auch Winnetou ist so ein Fall. Durch die Bücher, die Filme, die Zeichentrickserien, due zahllosen Filmdarstellungen wurden Indianer und ihre Herkunft NIE verunglimpft. Auch hat ein Karl May dadurch keine Unsummen an Geld gemacht (blicken wir gerade einmal in Richtung Twitch und YouTube, beschauen wir uns die „Top 3“ der größten Persönlichkeiten auf diesen Plattformen und was diese so monatlich auf ihr Konto bekommen, obwohl sie – neutral betrachtet – primär kurzweilige, hohle Grütze abliefern. Das, was eben jene pro WOCHE an Umsatz machen, hat ein Karl May zu seinen besten Zeiten nicht einmal im JAHR gehabt. Was er jedoch erreicht hat, ist eben, dass eine Kultur, die durch die Verbrechen der ehemals europäischen Einwanderer in die heutigen USA nahezu ausgerottet wurde und heute nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Mehr noch ist das Interesse und der Blick auf ihre Geschichte und die Kriegsverbrechen, die an ihnen begangen wurden, dadurch überhaupt erst in den Vordergrund gerückt worden. Vor DIESEM Hintergrund erscheint die Forderung, die Bücher und Filme nicht mehr anzusehen, nicht mehr zu verlegen und am Besten aus der Erinnerung der Menschen zu tilgen, doppelt dämlich.

Doch es endet ja nicht dort. Die Begrifflichkeit „kulturelle Aneignung“ ist auch sonst von Grund auf falsch, denn die Verurteilung dessen fügt einen Keil in den Integrationswillen von Zuwanderern. Genau so etwa bilden sich harte Grenzen und Inseln, wird jede Annäherung auf sozialer Ebene verhindert. Ohne diese hätte Österreich nie den Kaffee und die Kaffeekultur für sich entdeckt, weiterentwickelt und weiten Teilen der Welt eröffnet. Ohne diese wären Klassiker wie die Currywurst, der Döner, Risottoreis, Avocados und selbst die Kartoffel, geschweige denn die Pommes Frites, gar nicht existent – um einmal nur beim Essen zu bleiben. Selbst unsere Sprache ist ein Mix aus verschiedenen Sprachen, Ländern, Kulturen. Wir Menschen LEBEN davon, dass wir Teile aus allen Ecken der Welt nehmen, sich diese Teile gegenseitig langsam miteinander vermischen und daraus dann eine Kombination und schließlich etwas Neues erwächst. So geht Völkerverständigung – indem jeder vom anderen einen Teil annimmt, sich anpasst und ein sogenannter „Common Ground“ geschaffen wird.

All das würden wir verlieren, wenn wir „kulturelle Aneignung“ ächten würden. Sie ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil ist sie fester Bestandteil unserer Natur. Etwas, das wir mögen, zu kopieren, neu zu interpretieren, ist kein Stehlen – derjenige, von dem wir es haben, hat dadurch nicht weniger, sondern wird durch die Neuinterpretation sogar geadelt. Im Idealfall bildet dieser Versuch sogar die Möglichkeit, dass beide Seiten ins Gespräch kommen, einander ihre jeweiligen Versionen – Original sowie Interpretation – gegenseitig durch die jeweils eigenen Erkenntnisse verbessern, so aneinander wachsen und sich gegenseitig voran bringen, gemeinsam besser und größer werden.

Der EINZIGE Personentyp, der etwas gegen „kulturelle Aneignung“ haben könnte, ist DIESER hier:

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