Die Site-News

Ich will die News heute mit einem kurzen Statement beginnen:

Am Samstag habe ich Post bekommen. Ja, physische Post – noch dazu jene Post der „unangenehmen“, „befremdlichen“ Sorte. Wäre ich ein auch nur geringfügig anderer Mensch, ich wäre mit diesem Brief wahrscheinlich sofort zur Polizei gegangen und mir dort Hilfe gesucht, denn dieser Brief war nichts anderes als eine Morddrohung aufgrund von Aussagen einer Person, die diese in ihrem Journal getätigt hat.

Welche Aussagen genau, kann ich nicht sagen, da ich die Inhalte selbst auch nur erzählt bekommen und mit einer Mail (wenn man Differenzen mit jemandem hat, klärt man diese mit dieser Person direkt – insbesondere, wenn man die Kontaktdaten dieser Person hat) EIGENTLICH für geklärt gehalten habe – hab ich doch seit Monaten nichts mehr von besagter Person gesehen, nicht interagiert oder ähnliches, seit ich nicht einmal mehr in der Lage bin, meine eigenen Inhalte ansehen oder kommentieren zu können.

Nein, ich bin mit diesem Wisch, der von Anonym an mich versandt wurde, NICHT zur Polizei, weil ich leider aus Erfahrung weiß, dass da eh nichts passieren wird. Stattdessen will ich dir, anonymer Autor, nur dies hier sagen – denn ich weiß, dass du das hier lesen wirst (und ich zumindest eine grobe Ahnung habe, aus welcher Ecke der Welt du kommst): Ich lasse mir von Furcht mein Leben nicht diktieren. Mit deinen Worten und deinen Taten wirst du am Ende nur demjenigen schaden, den du zu verteidigen meinst.


Zu den EIGENTLICHEN News der Seite:

  • Der Themenkomplex „Charaktererschaffung“ ist nun komplett
  • In den nächsten Tagen folgen noch einige Charakter-Referenzen, in denen auf Aussehen und andere Statistiken eingegangen wird (und das bedeutet bei dem einen oder anderen Charakter durchaus einige SPOILER, die ich, wenn ich kann, zu verbergen versuche)

Die wichtigsten Themen der Woche

  1. Wahlprogramm der Union – „Wir verändern alles, indem sich nichts ändert“
  2. Breaking News: Schwimmen in großen Flüssen gefährlich?!
  3. Homophobie und ein Hauch von Mittelalter

1. Wahlprogramm der Union – „Wir verändern alles, indem sich nichts ändert“

Ich habe ja noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Unionsparteien nicht ausstehen kann. Fakt ist, dass sie seit 16 Jahren ununterbrochen an der Macht sind, die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde, Deutschland die Digitalisierung verschlafen hat, unsere Autobranche nun gefährdet ist, unsere Klimaziele in unerreichbare Ferne geraten sind, dafür Dörfer für Kohle weggebaggert wurden und eine Solar- und Windbranche in den letzten Jahren zehntausende Jobs verloren hat, jetzt nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist.

Da liest sich das Parteiprogramm dann doch gleich wie ein schlechter Witz: Unternehmenssteuern sollen runter, Belastungen für Reiche und Superreiche weniger werden, kleine und mittlere Einkommen sollen ebenfalls entlastet werden und Dinge wie der Soli werden abgeschafft, dafür aber – ganz bestimmt – keine Steuererhöhung fällig. Das ganze klingt wie „vegetarisches Schnitzel vom Schwein“ und ist es wohl auch: Etikettenschwindel. Doch leider – das wurde erst gestern wieder in einem Zeitungsartikel aufgegriffen – ignorieren gute 80% der Wählerschaft solche Punkte schlicht und ergreifend. Lediglich die 20% Wechselwähler, Nichtwähler oder Neuwähler schauen ÜBERHAUPT ins Wahlprogramm, bevor sie ihre Stimme abgeben. Dort wiederum findet man nichts mit Hand und Fuß, sondern eben immer nur wieder die gleichen Lippenbekenntnisse, die man schon ewig gehört hat.

„Ja, wir haben die letzten 16 Jahre alles falsch gemacht. Ja, wir haben mit Klöckner eine Cheflobbyistin von Nestlé als Ministerin für Agrar- und Lebensmittel, mit einem Scheuer einen Mann, der nicht nur die Reform des Bußgeldkatalogs und die Bahn mit Anlauf vor die Wand gefahren hat, mit seinen Vorgaben für Elektromobilität und die Ladeinfrastruktur diese unnötig kompliziert, teuer und unkontrolliert hat wild sprießen lassen, die Maut versemmelt und den Steuerzahler damit Milliarden gekostet hat, er hat auch noch brav alle Unterlagen dazu unterschlagen, bei Ermittlungen und Ausschüssen die Mitarbeit verweigert und hält sich dennoch wie mit Pattex angeklebt im Amt, dann wäre da noch ein Altmaier, der aktiv Windräder und erneuerbare Energien abwürgt, dafür aber brav RWE Milliarden für Kraftwerke zuschustert, die EIGENTLICH schon deutlich vor dem offiziellen Ende der Kohle vom Netz gegangen wären, auf seinen Hinweis hin aber eine Laufzeitverlängerung erhielten, damit die Abfindung dennoch in Richtung RWE fließen kann, einen Spahn, der sich mitten in der Pandemie erstmal zwei Wohnungen und eine Villa in Berlin kauft (von welchem Geld, verrät er nicht) und gegen jeden Reporter, der es wagt, darüber zu berichten, sowohl juristisch wie auch jenseits der juristischen Möglichkeiten, vorgeht und einen Seehofer, der bis zum heutigen Tag KEIN Problem mit ausgewiesenen Rechtsradikalen bzw. deren Sympathisanten in der eigenen Partei hat, das Problem im Gegenteil eher in der linken Gesellschaft sieht und den toten Parteikollegen Lübcke bei solchen Kommentaren bewusst ausblendet – aber hey, wenn die Wahl vorbei ist und wir WIEDER für 4 Jahre an der Macht sind, wird unter einem Laschet, der radikal-katholisch ist, dazu noch ein erwiesener Lügner, Heuchler, Blender und der schon mehr als einmal mit Korruption aufgefallen ist, ein Kanzler kommen, der ALLES sooo viel besser und richtiger macht. Also gebt uns eure Stimme. Wir haben gelernt (wie wir euch so richtig verarschen können…oh, hab ich das jetzt laut gesagt? Egal – unsere Wähler sind eh so doof, die kriegen das nicht mit), versprochen!“


2. Breaking News: Schwimmen in großen Flüssen gefährlich?!

Auch wenn der Sommer heute eine kleine Auszeit nimmt – zumindest am Wochenende und die ganze letzte Woche hatten wir teils tropische Temperaturen. Und nicht nur zu Coronazeiten, wo der Eintritt in Schwimmbäder begrenzt oder gar gänzlich untersagt ist, drängt es die Menschen an die offenen Gewässer, sondern eben auch immer dann, wenn der große Feuerball am Himmel lacht, die Temperaturen angenehm und der Regen woanders ist. Und jeden Sommer die immer gleichen Meldungen: Menschen ertrinken in Flüssen.

Diese Woche waren es wieder welche, die im Rhein ertrunken sind. Der Rhein – ein mächtiger und EXTREM für Schifffahrt ausgebauter Fluss, mit heftigen Wirbeln, starker Strömung, viel Verkehr, schroffen Ufern und nicht unbedingt klarem Wasser. Auch wenn er streckenweise schon recht gut gezügelt wurde, merkt man ihm seine starke und wilde Natur noch an.

Flüsse dieser Art sind gefährlich, denn ihre Gefahren werden stets unter- und die eigenen Schwimmfähigkeiten überschätzt. Doch selbst erfahrenste Schwimmer können schnell von einem Wirbel unter Wasser gezogen und dort einige Sekunden oder gar Minuten gehalten werden, ohne wieder auftauchen zu können.

Jeder, der in der Nähe dieser Flüsse aufgewachsen ist, weiß, dass diese Flüsse gefährlich sind und kennt die wenigen Ecken, in denen man sich relativ gefahrlos aufhalten kann. Nicht umsonst gibt es an vielen Stellen eben genau diese ausgewiesenen Badezonen an den Ufern. Nur leider – die Menschen ignorieren sie. Wo das endet, haben dieses Wochenende drei Menschen gesehen (bzw. nur die Angehörigen und Außenstehenden. Denn für die Ertrunkenen ist es in der Tat zu spät, etwas zu lernen). Die Hoffnung, dass sich andere an ihrem Schicksal ein Beispiel nehmen und zukünftig besser aufpassen, habe ich jedoch nicht.


3. Homophobie und ein Hauch von Mittelalter

Im Schatten der EM (guckt eigentlich noch irgendwer Fußball?) hat Ungarn ein Gesetz erlassen, das so rückständig ist, dass man sich wirklich nur darüber ärgern kann: Über alles, was gerade nicht die heterosexuelle Ehe, Liebe und Co. betrifft, darf nicht gesprochen, nichts verbreitet, nichts beworben, nichts verbreitet werden. Wie ich schon sagte: Finsteres Mittelalter bzw. eine Erinnerung an die Rosa Listen aus dem Dritten Reich, die gerade hier bei uns in Deutschland den Anstoß geben sollte, besonders energisch mahnend auf derartige Umstände hinzuweisen und gegen ihre primitiven, von Hass und Intoleranz gezeichnete Natur, vorzugehen.

Wo es hinführt, sehe ich bei einer mir bekannten Künstlerin, die eben selbst in Ungarn lebt und zu genau diesem Dunstkreis gehört, nun ein wenig um ihre Freiheiten und ihre Gesundheit fürchtet. Doch sie ist nur eine von tausenden, zehntausenden, die nun in ihrer Angst bestärkt werden, nicht offen über das zu reden, was doch eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Ja, ich selbst bin ein heterosexueller Kerl und habe mit Transsexuellen sowie Damen, die dann doch lieber mit ihrer Freundin in die Kiste steigen wollten, durchaus meine eigenen, prägenden Erfahrungen gemacht. Dennoch – oder wohl eher: Gerade deswegen – stehe ich gern und entschlossen für jene ein, die sich von der Gesellschaft auch heute noch deswegen unterdrückt fühlen und werde jederzeit, so es in meiner Macht steht, für sie eintreten und mich vor sie stellen, wenn Hass und Wut über sie einbrechen.

„Jede Jeck es angers“

rheinisches Grundgesetz

Toleranz bedeutet gleichzeitig, auch für jene einzustehen, die einem eben nicht gleich sind. Und es bedeutet, das Richtige zu tun, auch wenn es einem selbst genau nichts bringt oder eventuell sogar nur Kosten oder Ärger einhandelt. Einfach, weil es das Richtige ist. Viel zu viel Hass ist in der Welt und entzweit uns viel zu leicht. Wir sollten dem gemeinsam und entschlossen entgegen treten. Heute. Morgen. An jedem Tag, an dem wir dazu in der Lage sind. Denn Hass wird immer spalten, immer ausgrenzen, immer verletzen.

Site-Update…fällt ausnahmsweise mal aus

Diese Woche fällt das Site-Update einmal aus. Erstens, weil sich nicht viel auf der Seite getan hat und zweitens, weil ich über dieses Wochenende bei meiner Freundin in Österreich bin und wir gemeinsam einen Abstecher ins Grüne machen. Impfungen sind ja durch (bei mir zur Hälfte, bei ihr komplett), Inzidenzen niedrig genug – da kann man das gute Wetter nutzen und zumindest ein paar Tage Energie tanken.

Die normalen Stories und der übrige Content sind vorbereitet – aber sonst gibts keine Änderungen.

Genießt das Wetter! Gerne auch offline!

Ein Überblick über die aktuelle Woche

  1. Hurra, der Sommer ist da. Also – irgendwie zumindest
  2. Die Debatte über Maßnahmen, Lockerungen, Ausblicke
  3. Neuer, alter Antisemitismus
  4. Wieder nix gelernt die Politik und Co.
  5. Personal: War da nicht irgendwas mit Fußball?

1. Hurra, der Sommer ist da. Also – irgendwie zumindest

Noch letzte Woche war es regnerisch, bedeckt, stürmisch, dann hin und wieder sonnig und ab und an auch schön warm. Diese Woche jedoch zeigt sich der Sommer von seiner heißesten Seite – und anstatt, wie ich es persönlich gut finde, mit milden Temperaturen um die 25 Grad, schönem, blauen Himmel und leichten Niederschlägen in der Nacht bzw. am Morgen den nächsten Tag einzuleiten, werden für diese Woche schon wieder Temperaturen von WEIT jenseits der 30 Grad angekündigt und erwartet. Und während in Karlsruhe die Einfassungen der Stadtbahnschienen schmelzen, werden morgen die Menschen bei Außentemperaturen von 38 Grad und mehr ebenfalls zu schmelzen beginnen, darf man schon Wetten darauf abschließen, dass im Juli neue Allzeit-Hitzerekorde erreicht werden.

Zwar bleiben wir dieses Jahr vorerst von der Dürre, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, verschont, aber andere Teile der Welt leiden dafür umso mehr darunter. Wir müssen der Sache ins Auge sehen, dass der Klimawandel, der zweifelsohne für diese Extremwettereignisse verantwortlich zeichnet, für uns bald nicht nur Einschränkungen in unserem Komfort und unserem Wohlstand bedeutet, sondern durchaus existenzbedrohend werden kann. Denn wenn die Sojaimporte wegfallen, werden unsere Landwirte bald nicht mehr genug Futter haben, um die Tiere zu füttern, wird die Produktion von Fleisch und Käse ebenso Mindermengen oder gar Lieferausfälle produzieren, wie Getreide, Obst und Gemüse. Die Aussicht darauf, dass wir früher oder später nicht mehr genug Nahrung anbauen können, um alle Menschen zu ernähren, wird global zu Konflikten führen. Das mag sich jetzt vielleicht noch wie eine Horrorvorstellung anhören, doch gehen wir einfach einmal ein paar Jahre weiter, extrapolieren wir die aktuellen Wetterereignisse und nehmen wir einfach mal zwei oder drei Missernten in Folge an. Und dann fragen wir uns: Wer von uns hat genug Lebensmittel eingedost oder eingefroren bei sich daheim, um über Monate davon zehren zu können? Denn ja, auf genau so etwas läuft es hinaus.

Auch deswegen sollte man diese extremsommerlichen Temperaturen nicht nur mit Freude, sondern eben auch mit etwas Bedächtigkeit betrachten.


2. Die Debatte über Maßnahmen, Lockerungen, Ausblicke

Tiefer, immer tiefer sinken die Inzidenzen. Die Notbremse ist deutschlandweit in den meisten Regionen bereits etwas, was der Vergangenheit angehört. Etliche Bundesländer und Gemeinden hören indes auf das Gekrähe jener, die von Anfang an gegen die Maßnahmen waren und lockern noch wesentlich weitreichender, als es eigentlich erforderlich wäre, erklären so beispielsweise die Maskenpflichten als unnötig. Kubicki – ein Mann, der in den letzten Monaten mit allem, nur nicht gesundem Menschenverstand aufgefallen ist – erklärt die Maskenpflicht gar zu einem „Eingriff in die freiheitlichen Grundrechte“, worauf ich gerne die Frage erwidern möchte, ob es denn auch ein freiheitlicher Eingriff ist, wenn ich bei Inzidenzen über 0 immer noch eine Hose tragen muss?

Natürlich ist es gut, dass die Impfquoten immer weiter steigen, die Seuche in den Hintergrund tritt und wir Schritt für Schritt in die Normalität zurückkehren können. Das dies dringend nötig ist, habe ich schon vor langer Zeit gesagt und unter dem Stichwort „Lagerkoller“ viele der Absurditäten, die wir in den vergangenen Monaten mit Protesten und illegalen Partys erleben konnten, recht gut vorhergesagt (auch wenn selbst ich, der ich ja eine recht gute und lebendige Phantasie habe, mir das Ausmaß nicht einmal ansatzweise hab ausmalen können). Man darf aber nicht vergessen, wofür diese Regelungen und Einschränkungen gewesen sind. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass uns dies alles wieder blühen kann, wenn wir jetzt jede Sicherheit über Bord werfen und es übertreiben.

Zu gern würde ich sagen „Die Menschen haben aus ihren Fehlern gelernt und sind jetzt ein Stück besser als vorher“, aber ich bin mittlerweile schlau genug, um zu wissen, dass dies eine hohle, vergebene Hoffnung ist.


3. Neuer, alter Antisemitismus

Unter dem Banner der Coronaleugner haben sich viele Schwurbler vernetzt. Schwurbler, die schnell von angeblichen Mächten, die unsere Politik tatsächlich lenken sollen, fantasieren, die Liberale und Grüne hassen, die einen Soros als DEN Übeltäter hinter allem vermuten und dann schließlich den weiten Bogen spannen und wieder mal die Juden als DIE BÖSEN überhaupt herauspicken, um diese verantwortlich zu machen, gegen sie zu hetzen, sie zu bedrohen, sie zu jagen und vergangene Taten zu leugnen.

„Warum fällt denen nicht einmal was Neues ein?“ hat ein Freund von mir gefragt, da die Methoden und Argumente so alt sind, dass man sie problemlos aus einer der vielen Hitler-Dokumentationen, die bei WELT und N-TV regelmäßig laufen (man muss Axel Springer und RTL schon gratulieren. So viel Sendezeit hat „Der Führer“ selbst damals nicht bekommen, als er noch eigene Propagandaminister hatte und selbst die Medien kontrolliert hat. Bravo…NICHT), zitieren oder aus einem Buch ablesen könnte. Der Hass ist dabei genau so alt, genau so hohl und falsch, wie er damals schon war. Und wieder sieht man, wie unser Staat, unsere Polizei und unsere Ermittlungsbehörden zu spät und zu halbherzig reagieren, als dass sie effektiv dagegen vorgehen könnten. Es scheint fast so, als gäbe es nicht den Willen, das alte Übel Antisemitismus nicht beseitigen, als bräuchte man genau diesen Menschenhass, um die Leute davon abzuhalten, die WICHTIGEN Fragen zu stellen, dank denen dann die Korruption unserer Politiker nachhaltig beseitigt würde. Ja, ich weiß, dass ich damit selbst die Tür in Richtung Verschwörungstheorien aufreiße, jedoch fehlt mir jegliche, logische Erklärung, warum man nicht sofort und entschieden gegen Fremden- und Menschenhass vorgeht und gesellschaftlich eindeutig klar macht, dass Menschen, die gegen andere aufgrund deren Religion, Überzeugung, Hautfarbe, Geschlecht, Identität oder Ähnlichem hetzen, eben keinen Platz bei uns haben. Der EINZIGE Grund, der mir da einfällt ist eben jener, dass die Hetzer doch IRGENDEINE Form von Nutzen haben, den man nicht vollends verlieren will.

Wie auch immer – es widert mich an und ich bin froh und glücklich, weder familiär, noch innerhalb meines Freundes- oder Bekanntenkreises irgendeine Form von Antisemitismus erleben zu müssen. Andernfalls hätte ich mich in meinen Mitmenschen wahrscheinlich auch sehr stark getäuscht.


4. Wieder nix gelernt die Politik und Co.

Der Klimawandel steht vor der Tür. Unser Straßenverkehr macht etwas über 20% des CO2-Ausstoßes in unserem Land aus – und anders als alle anderen Bereiche (also Industrie, Stromerzeugung, etc.) ist dieser Anteil in den letzten 10 Jahren nicht nur nicht gesunken, sondern sogar noch wieder gestiegen. Der Grund ist simpel: Die Autos werden mehr, die Motoren größer, der Durst nach Sprit ebenso, der Durchschnittsverbrauch steigt trotz besserer Motoren immer weiter (denn ein SUV verbraucht, auch wenn es in den Hochglanzkatalogen anders versprochen wird, IMMER mehr, als ein Nicht-SUV mit gleichem Innenraum. Weil: Höheres Gewicht, schlechtere Aerodynamik, breitere Reifen, größerer Rollwiderstand). Einzig sinnvolle Alternative wäre, einen möglichst schnellen Schritt WEG vom Verbrennerauto und hin zu anderen Fortbewegungsmethoden zu realisieren. Und mit „andere“ meine ich auch elektrische Fahrzeuge, wobei ich – wie so ziemlich jeder, der sich ernsthaft mit der Thematik befasst – nicht müde werde zu sagen, dass es keinen Sinn macht, jedes Verbrennerauto 1:1 gegen ein Elektroauto zu tauschen. Ziel MUSS es daher sein, einen guten ÖPNV anzubieten, die Bahn zu stärken, das Fahrrad attraktiver zu machen und die Städte für die Menschen zu bauen, statt für Autos.

Problem: Es ist Wahlkampf. Wahlkampf hat NICHTS mit Vernunft zu tun. Und so wird der Hinweis, dass sich Benzin und Diesel aufgrund von Umweltauflagen in den nächsten zwei Jahren um etwa 16 Cent verteuern wird, SOFORT als Angriff auf die Menschen und deren „Freiheit“ verstanden, aber mit keinem Wort erwähnt, dass diese Preiserhöhung eben NICHT die Entscheidung von einer einzelnen Person oder Partei ist, sondern eben die ganz normale Notwendigkeit in einer Zeit, in der wir daran arbeiten müssen, das Klima nicht noch mehr abzutöten.

Mittlerweile ist unsere Regierung schon zweimal erfolgreich verklagt worden – einmal von der EU wegen Schadstoffbelastungen in den Städten sowie dem genauen Nichtstun dagegen (obwohl man es über 20 Jahre GEWUSST hat und – noch viel schlimmer – sogar alles getan hat, um es zu vertuschen. Ich weise hier bspw. auf den Irrsinn in Kiel hin, der nur dazu dient, die Zahlen zu schönen) und einmal sogar von KINDERN, die deutlich gemacht haben, dass diese aktuelle Regierung WIRKLICH ihre Zukunft zerstört (eine These, die unser Bundesverfassungsgericht zu 100% bestätigt hat. Bezeichnenderweise war das Thema nur kurz in den Medien und sehr schnell wieder weg). Passiert ist: Wenig. Und ich fürchte das wird auf lange Sicht sogar noch weniger werden. Denn nein, unsere Politik lernt es nicht – und viele Menschen scheinbar auch nicht.


5. Personal: War da nicht irgendwas mit Fußball?

Ich war ja noch nie ein wirklich großer Fußballfan. Aber die EM oder WM habe ich meistens zumindest ETWAS verfolgt. Aber diesmal? Nichts. Es ist sogar so arg, dass ich einen Kurzurlaub mit meiner Freundin zusammen geplant habe, der mitten in der Austragungszeit der Euro liegt; ein Umstand, den ich erst kurz vor knapp und nach Studium von meinen üblichen Nachrichtenseiten festgestellt habe. Es reizt mich nicht, lockt mich nicht hinterm Ofen hervor.

Mit Blick auf meine Freunde, meine Kollegen und in meine Nachbarschaft kann ich sagen: So geht es offenbar vielen. Echtes Interesse gibt es schlicht nicht. Im Gegenteil: In der aktuellen, immer noch epidemischen Lage, so etwas zu zelebrieren, ist eher verantwortungslos auf so vielen Ebenen.

…was in dieser Woche relevant war/ist

  1. Wie vorhergesagt: Inzidenzen fallen und fallen – Lockerungen „HURRA!“
  2. Der schöne Klischee-Bias – oder: Mein liebstes Feindbild
  3. Die gute, alte Rentendiskussion
  4. Wetterkapriolen – wird es nochmal richtig Sommer?
  5. Personal: Warum die (a)sozialen Netzwerke wohl ein Fehler waren

1. Wie vorhergesagt: Inzidenzen fallen und fallen – Lockerungen „HURRA!“

Erst letzte Woche bin ich auf die Zahlen eingegangen, habe es für Ende Mai und Anfang Juni schon vor einiger Zeit prophezeit: Die Inzidenzen sinken auf niedrige Werte. Die Gründe dafür sind klar, aber ebenso zahlreich. Einerseits natürlich die wirklich entschiedenen Maßnahmen, die getroffen wurden, um die Pandemie einzudämmen (und viele Leute auf die Palme gebracht haben), aber eben auch die Tatsache, dass die Impfquote immer weiter steigt.

Es ist ein rein mathematisches Phänomen, das uns nun zum Vorteil gereicht: Wenn immer mehr Menschen geimpft sind, bedeutet es automatisch, dass die Übertragungsvektoren für das Virus weniger werden. Das war auch ursprünglich der Plan und die Intention hinter den Corona-Schutzmaßnahmen, nur dass diese in vielen Ecken Deutschlands und der Welt eben nicht so gut greifen, weil es immer Menschen gibt, die meinen, sich nicht an Regeln halten zu müssen. Das wiederum sorgt dann dafür, dass die Maßnahmen, die EIGENTLICH wirken sollten, eben verpuffen. Glücklicherweise aber ist das bei Impfungen anders – und auch wenn die Medien nicht müde werden, bei jeder neuen Mutante sofort wieder die Bedenken auf 120 zu drehen und sich krampfhaft dran festbeißen, sind doch die Ergebnisse, die man aus unseren Nachbarländern sehen kann, sehr eindeutig: Wer vollständig geimpft ist, hat nicht nur einen sehr ordentlichen Schutz, sondern ist auch nicht mehr ansteckend. DAS wiederum ist ein Wellenbrecher, der eine epidemiemäßige Ausbreitung unterbindet.

Die genaue Zahl an mindestens geimpften Personen wird nun selbstverständlich ebenfalls unterschiedlich diskutiert. Die einen reden von 70%, andere von 75%, wieder andere von 80 oder gar 90%, damit eine Herdenimmunität erreicht wird. Die Effekte, die wir bei 50% sehen, sind aber denke ich schon jetzt recht deutlich zu sehen. Was aber noch viel wichtiger ist: Wir müssen einerseits den Jubel darüber, dass diese Pandemie, die uns sowohl wirtschaftlich, wie auch persönlich gebeutelt hat, einerseits maßvoll wirken lassen, andererseits aber auch die Ängste und Phobien, die sich durch die lange Zeit bei etlichen gebildet haben, mit Augenmaß und Sachlichkeit betrachten, um zur Normalität zurückzufinden. Wobei – Menschen und Rationalität…oje…


2. Der schöne Klischee-Bias – oder: Mein liebstes Feindbild

Ein Fehler im Lebenslauf, SUVs, irgendwo ein paar Euro nicht angegeben…Dinge, die bei dem einen höchstens zu einem müden Gähnen führen, sind bei anderen wieder ein ausgewachsener Skandal, der in den Medien direkt mehrere Specials, Experten-Interviews, eine Serie, „Hintergrund-Berichterstattungen“ und unzählige Schlagzeilen produziert. Um die Sache selbst geht es dabei nicht, um Verhältnismäßigkeit auch nicht. Das Ziel ist klar: Da ist jemand, den man nicht mag und gegen den man nun, da man auch nur den HAUCH eines Anlasses gefunden hat, aus vollen Rohren feuern kann.

Besonders traurig ist dabei, dass die Menschen auf diese platten Maschen immer wieder reinfallen. Und warum diese Maschen gerade bei Frauen so viel effektiver sind, als etwa bei Männern, ärgert mich selbst auch über alle Maßen, zementiert es doch die alten Geschlechterkämpfe, die wir eigentlich seit etlichen Jahrzehnten hinter uns gelassen haben sollten.

Interessanterweise sind es auch gerade Frauen, die gegenüber anderen Frauen diese Klischees anbringen. Immerhin besteht somit wieder eine Parität, denn beide Geschlechter hauen so gemeinsam auf Frauen und deren Fehler ein, während Männer bei Fehlern von Männern eher kumpelhaft agieren. Meine Mutter nannte diesen Umstand immer „Stutenbissigkeit“, wobei ich wette, dass ich, wenn ich es in einer öffentlichen Diskussion als Argument anführen würde, sicher etliches an Backlash bekommen würde. Doch in der Tat habe ich genau diesen Umstand schon sehr häufig bei Freundinnen von mir beobachten müssen. Als Mann bin ich dann wiederum in der Situation, nicht viel dagegen tun zu können – streng genommen wäre alles, was ich da dann versuchen würde, falsch. Und ja, Raushalten bzw. Ignorieren ebenfalls.

Wie man mit so einem Bias umgehen kann? Hier kann ich lediglich ein paar Tipps und Verständnis aus einem Hörbuch empfehlen.


3. Die gute, alte Rentendiskussion

Es ist Wahlkampf – im September steht die Bundestagswahl an. Und wie jedes Mal kommt ein Thema kurz vorher auf: Rente.

Traditionell sind Rentner DIE Wählergruppe der amtierenden Partei (der Union) überhaupt. Auch jene, die bald in Rente gehen, gehören eher zum konservativen Lager. Das Motto „nach mir die Sintflut“ wird von dieser Gruppe im Besonderen verinnerlicht. Auch deswegen tut das Thema im besonderen Maße weh, sind Dinge wie Besteuerung von Renten, Rentenerhöhungen oder Anhebung des Renteneintrittsalters im Wahljahr die normalsten Themen überhaupt, die man noch schnell so drehen will, damit eben diese Personen noch schnell ihr Zückerchen bekommen und so auch brav das Kreuz an der richtigen Stelle machen.

Das unser Rentensystem so, wie es derzeit aussieht, nicht funktionieren kann, ist keine Neuigkeit. Problematisch ist jedoch noch zusätzlich, dass die Gelder, die gezielt dafür zurückgelegt werden sollten, eben nicht zurückgelegt wurden und so nun doppelt Kosten verursachen. Die Pauschalantwort, das Renteneintrittsalter immer weiter zu erhöhen und so eine Mehrklassengesellschaft – nämlich eine aus jenen, die brav mit 63 in Rente gehen konnten und lange Zeit ihren Ruhestand genießen können sowie jenen, die wohl auch noch mit über 70 arbeiten müssen, um noch genug Geld zu haben, um den Alltag zu bestreiten – zu schaffen, kann aber keine Lösung sein. Hier braucht es grundlegende Reformen, die auch Beamte und große Konzerne explizit mit einschließt. Aber das sind Themen, die niemand gern angehen will, die höchst unbeliebt beim üblichen Wählervolk sind. Und genau deswegen wird nichts kommen, wird lieber das Eintrittsalter schrittweise erhöht. Hauptsache man verärgert die Stammwählerschaft nicht…


4. Wetterkapriolen – wird es nochmal richtig Sommer?

Erst Hitze, dann Kälte, dann Sturm, sintflutartige Regenfälle, dann Trockenheit, Hitze, Temperatur rauf, Temperatur runter – ein wildes Mischmasch, ein Wetter der Extreme. So sah es dieses Jahr bisher aus, so verläuft es wohl auch noch weiter. Prognosen, wie die nächsten Wochen werden, schwanken hin und her, die Wetterfrösche der unterschiedlichen Vorhersageagenturen bewerfen sich gegenseitig mit Abscheu und Modellen, die dann so jeweils doch nicht eintreffen. Und wir hocken zwischen den Stühlen, gucken in die Röhre und fragen uns, ob dieses Chaos denn auch mal irgendwann ein Ende hat.

Die Antwort: Keine Ahnung. Man kann es wohl dem Klimawandel zuschreiben, dass das Wetter so unberechenbar wie lange nicht mehr geworden ist. Doch selbst hier streiten die Experten. Das einzige, was wir machen können, ist zu versuchen, uns anzupassen und so den neuen Gegebenheiten so gut wie irgend möglich entgegen zu treten.


5. Personal: Warum die (a)sozialen Netzwerke wohl ein Fehler waren

Mittlerweile habe ich mich aus den meisten der Onlinenetzwerke sehr stark zurückgezogen. Um genau zu sein: Ich nutze sie quasi gar nicht mehr, beschränke mich lediglich auf meinen eigenen Kreis, auf Nachrichtenseiten und Onlinecommunities, die auch wirklich moderiert sind. Facebook, Instagram, Twitter und Co. haben ein Problem: Sie sind offen für alles und jeden.

Warum Offenheit ein Problem ist? Der Grund ist der Algorithmus dahinter, der einem nicht das präsentiert, was man sehen will bzw. sehen sollte, sondern das, was diese meinen, dass das Unterbewusstsein sehen will. Nun ist das Unterbewusstsein nicht unbedingt für Rationalität bekannt und auch grundsätzlich kein sonderlich guter Berater im Alltag. Folglich kommen Beiträge hoch, die höchst emotional sind und starke Reaktionen auslösen, dafür aber über alle Maßen unsachlich, unlogisch und in einigen Fällen sogar geradewegs beleidigend sind. In diesen Mix kommen nun noch Werbeanzeigen, Sponsored Content, Reposts, Werbung, alles garniert mit tollen Animationen, Gifs, Emojis und Memes, die selbst wiederum die ursprünglichen Inhalte aus dem Kontext reißen und noch weiter emotionalisieren.

Durch diesen Mix wiederum sinkt die Hemmschwelle. Der Gegenüber wird nicht mehr als Mensch, sondern primär als Content-Lieferant, als Avatar, eventuell sogar nur noch als Nummer oder einer von vielen, eine unbekannte Nummer, wahrgenommen, während man selbst ebenfalls meint, unbekannt und somit anonym zu sein. Damit wiederum fehlt der Skrupel, den man einem echten Menschen gegenüber hätte – aus einem Er oder Sie wird ein „Es“, ein Objekt, das dazu da ist, einem die Laune zu heben, einen zu amüsieren oder andere, niedere Bedürfnisse zu befriedigen.

Natürlich sind nicht alle Menschen so. Aber die laute Masse (die in Wirklichkeit eher eine Minderheit ist) weiß sehr gut, die Netze für sich zu instrumentalisieren und sie in ihre Richtungen hin zu biegen. Die Netzwerkbetreiber wiederum sind nicht nur nicht in der Lage, etwas dagegen zu tun, es ist sogar so, dass sie nichts dagegen tun WOLLEN. Denn auch wenn der Hass, die Unsachlichkeit, die Reduktion des Menschen auf ein Es, ein Produkt, eine Ware, das wohl unmenschlichste ist, was man tun könnte, ist es doch genau das, womit die Netzwerke ihr Geld verdienen. Der Mensch dahinter ist egal – das Produkt, die Dienstleistung, der Profit stehen im Vordergrund. Der Nutzer und damit der Mensch ist lediglich Mittel zum Zweck.

Mir sind die Menschen hinter dem Bildschirm wichtig. Nur habe ich halt mittlerweile festgestellt, dass bei einigen die Entmenschlichung so weit geraten ist, dass sie den Weg nicht mehr zurück zu finden scheinen. Also wähle ich den Weg, der das am Besten löst: Abstand. Dieser Weg mag nicht für jeden umzusetzen sein und auch nicht jedem helfen, aber er hilft mir – und ist der Weg, den ich für mich gewählt habe. Ob er richtig oder falsch ist – wer mag das schon sagen?

Wieder mal ein Sonntagsupdate

Einiges hat sich auf der Seite getan

  • Updates zu Samiras Hintergrundgeschichte erscheinen nun immer montags
  • Punkt Persönliches: Statt wie früher hin und wieder im Blog, werden Rants und Reviews nun jeweils in einer eigenen Unterkategorie geführt. Beides erscheint je nach Lust und Laune unregelmäßig – immer anlassbezogen
  • Weitere Charaktere – Viele zusätzliche Humanoide und Rollenspielcharaktere finden sich auf der Seite.
  • Planung: Rollenspieltagebücher – die Abenteuer meiner Charaktere in den unterschiedlichen Rollenspielrunden werde ich zukünftig ebenfalls niederschreiben und episodisch veröffentlichen. Da es jeweils aus der Sichtweise des jeweils von mir gespielten Charakters ist, kann es natürlich zu Lücken oder Fehlinterpretationen kommen. Das gehört dazu, das muss so. Wer es korrigiert haben oder mit einer anderen Sichtweise ergänzt haben will, ist gerne dazu eingeladen.

Überblick über die KW22

  1. Kinder und Jugendliche impfen – die ewige Diskussion, das Für und Wider, das Hin und das Her
  2. Wie Corona die Arbeitswelt auch noch lange nach der Pandemie beeinflussen wird
  3. Wasserstoff – überhyped, gefährliches Halbwissen
  4. Die ewige Jagd nach dem „Laborunfall“ – warum das Gerücht nicht tot zu kriegen ist
  5. Personal: Disskusionskultur in Zeiten des Postfaktischen

1. Kinder und Jugendliche impfen – ie ewige Diskussion, das Für und Wider, das Hin und das Her

Die EMA empfiehlt die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, Israel geht sogar schon einen Schritt weiter und impft sogar Kinder UNTER 12 Jahren, etliche Mediziner beharren darauf, dass die Impfung von Kindern sicher sei – und selbst der Hersteller betont, dass Kinder den Impfstoff problemlos vertragen. Nur die Stiko in Deutschland stemmt sich dagegen, hegt Zweifel. Warum ist das ganze so chaotisch und uneinheitlich?

Erst am Wochenende kam dazu wieder im Radio, dass „die Spaltung befürchtet“ wird, wenn denn jetzt Kinder ebenfalls den Impfstoff bekämen. Schließlich seien die „Alten“ noch nicht vollständig geimpft – und die Verläufe seien bei denen viel schwerwiegender. Das dies eine blanke Lüge ist, die jedem Mediziner die Haare zu Berge stehen lässt, sei mal dahingestellt, jedoch will ich diese These gar nicht erst aufgreifen, sondern lieber eine Gegenfrage stellen: Was ist schlimmer – ein 80jähriger, der einen schweren Verlauf hat, diesen überlebt und daher den „Rest seines Lebens“ mit Einschränkungen leben muss, oder wenn ein 15jähriger erkrankt, einen schweren Verlauf erleidet und daher für den Rest seines Lebens, nachdem er die Infektion überstanden hat, quasi arbeitsunfähig ist, für den Rest seines Lebens mit schweren Einschränkungen leben muss?

Ja, ich weiß, dass diese Frage pietätlos ist, aber der Gedanke zeigt das Dilemma, das die Priorisierung auf Krampf in Wirklichkeit bedeutet. Ich will aber die Möglichkeit ergreifen und noch etwas einfacheres als Argument Pro-Impfung für Kinder und „Alle, die wollen“ anführen: Die Herdenimmunität.

Wie sich durch Studien und Analysen aus Italien, Spanien, Großbritannien und eben auch Israel gezeigt hat, verhindern die Impfstoffe nicht nur einen schweren Verlauf, machen eine Erkrankung fast unmöglich und schließen den Tod durch Corona nahezu aus, sie führen auch zu einer „Sterilisierung“ im Körper – ein vollständig geimpfter kann somit das Virus nicht mehr weitertragen, ist also kein Infektionsvektor mehr. GENAU SO funktioniert Herdenimmunität: Nämlich, indem das Virus keine Möglichkeit mehr hat, sich weiter zu verbreiten. Und da Kinder – das zeigt die in der letzten Woche endlich veröffentlichte Studie von u.a. Herrn Dr. Drosten im Magazin Science – mindestens genau so infektiös sind, wie Erwachsene, wäre der Vektor, den wir dabei beseitigen, nicht unerheblich.

Was ich persönlich annehme – und mit dieser Annahme stehe ich, wenn ich meine Freunde und etliche andere Leute in meiner Altersgruppe ansehe, beileibe nicht allein da – bezüglich der WAHREN Hintergründe für die Priorisierung, ist eben die Wahl in Deutschland im September und die Altersgruppe, die von den kritisierenden Parteien, die sich bezüglich Impfung von Kindern kritisch äußern. Denn eben jene Altersgruppen, die im September nicht nur vollständig geimpft sein werden, sondern eventuell gar schon ihre Auffrischungen erhalten, sind GENAU DIE Altersgruppen, die primär die aktuellen Regierungsparteien wählen. Das „Jungvolk“ dagegen ist für diese Parteien per se uninteressant und dient scheinbar nur dazu, die Renten der Alten zu finanzieren. Von daher kann man nur hoffen, dass auch die älteren Menschen diese Benachteiligung der jüngeren Generationen sehen und ebenso mies finden, die verantwortlichen Parteien genau dafür abstrafen, statt sich auf Kosten der Jugend beim Kaffeeklatsch eben genau darüber zu freuen, während besagte Jugend immer noch mit Einschränkungen lebt und sich solidarisch zeigt.


2. Wie Corona die Arbeitswelt auch noch lange nach der Pandemie beeinflussen wird

Noch 2019 war die Welt in Ordnung für viele Unternehmen: Büroflächen waren rar, die Menschen wurden in Großraumbüros gequetscht, saßen im „Cubicle“, dicht an dicht und hatten teilweise weniger Platz, als man einem Hund im Zwinger zumuten würde. Auch in den Bahnen drängte man sich dicht an dicht, pendelte morgens und abends ewig weite Strecken auf dem Weg ins Büro oder nach Hause. Home-Office oder gar Telearbeit gab es nur für einen verschwindend geringen Anteil an Personen, war stellenweise verpönt und ganz selbstverständlich flogen die Jet-Setter zweimal am Tag hin und her durch Deutschland, um ihre Geschäftstermine wahrnehmen zu können. Im Supermarkt, beim Bäcker, überall galt „Nur Bares ist Wahres“, die Zahlung mit EC-Karte war ungern gesehen, Kreditkarten oder gar die Zahlung mit dem Smartphone nur für Hipster mit einem kruden Spleen fürs „Anders-Sein“.

DANN kam Corona – und wir alle sollten auf einmal Abstände einhalten. Büros, die vorher schon viel zu eng waren, deren schlechte Durchlüftung die Menschen krank gemacht hatte, wurden nun tatsächlich als das erkannt, was sie sind und immer waren: Bazillenschleudern und Orte, die man bestenfalls in Büchern zu modernen Foltermethoden finden sollte. Weite Pendelwege brachen in sich zusammen – stattdessen wurde von daheim gearbeitet, wurden Internetleitungen weiter ausgebaut, gab es einen Boom für Telepräsenzsoftware, Meeting-Systeme und Telefon- sowie Videokonferenzen. Aus der fixen 9-to-5-Arbeitszeit wurden flexible Arbeitszeiten, die die Arbeitnehmer über die gesamte Woche verteilen konnten. Und siehe da: Die Arbeit wurde dennoch erledigt, teilweise sogar in besserer Qualität, wenn die Infrastruktur einmal stand und die Leute sich an die neuen Umstände gewöhnt hatten.

Auch beim Bäcker, im Supermarkt und sogar am Parkautomaten fand das bargeldlose Bezahlen Einzug. Statt vorher minutenlang im Portemonnaie die Cents einzeln rauszusuchen, zu überreichen, sie nochmal nachzählen zu lassen und dann ENDLICH seine Brötchen in Empfang nehmen zu können, reicht nun ein simpler Streich mit der funkenden Kreditkarte, dem Smartphone oder gar der Smartwatch und schon ist die Transaktion erledigt.

Es ist, wie es in der Geschichte der Menschen schon immer war: Veränderungen kommen niemals, wenn alles „läuft“. Es braucht immer einen „Disruptor“ – etwas, das den Status Quo schlagartig erschüttert – um Veränderungen herbeizuführen, die Menschen in Bewegung zu bringen und Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Hoffen wir, dass wir daraus lernen und beim nächsten Mal vielleicht nicht erst die schwerste aller Hürden direkt mit dem Brustbein treffen müssen, damit sich etwas zu bewegen beginnt. Jedoch, so fürchte ich, ist das eben die typische, menschliche Mentalität: Ohne einen Schockmoment passiert nichts.


3. Wasserstoff – überhyped, gefährliches Halbwissen

Deutschland muss weg von fossilen Brennstoffen. Weg von der Kohle, weg vom Öl und idealerweise eher heute als morgen weg vom Erdgas. Das ist Konsens, das hat sich mittlerweile auch in den Köpfen der starrsinnigsten Politiker festgesetzt. Allerdings – und das ist überaus ärgerlich – hat sich stattdessen eine andere Blase nun schon seit Jahrzehnten in deren Köpfen festgesetzt: Wasserstoff.

Etliche Menschen fantasieren vom „viel besseren“ Wasserstoffauto, statt dem „ekligen, umweltschädlichen Elektroauto“ (das ein Wasserstoffauto ebenfalls ein Elektrofahrzeug ist…naja…Details), Wasserstoff soll als Energiespeicher dienen, soll die Kohle in der Stahl- und Aluminiumindustrie ablösen, soll Flugzeuge fliegen lassen, Schiffe fahren und Züge von A nach B kommen lassen. Darüber hinaus wird stets betont: Es muss GRÜNER Wasserstoff sein, der zu 100% sauber hergestellt wurde.

Spätestens hier will ich einmal kurz auf die Bremse treten und einen kleinen Realitätscheck machen, denn das, was derzeit bereits an den 19 (!) Wasserstofftankstellen in Deutschland vertankt wird, ist mitnichten der „saubere“ Wasserstoff, den sich irgendwelche Politiker herbeifantasieren, sondern fossiler Wasserstoff, der mittels Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen wird (Fun Fact: Bei der Dampfreformierung entsteht neben Wasserstoff noch REICHLICH CO2 als „Abfallprodukt“). Dieser Wasserstoff ist somit also wirklich SEHR schmutzig und hat mit „grün“ so viel zu tun, wie die grüne Plastikverpackung um den Apfel.

Wer jetzt noch einschränken will „Ja, dann bauen wir halt viele, große Anlagen, um Wasserstoff in ausreichender Menge via Elektrolyse aus Wasser herzustellen und nehmen dafür dann Wind- und Sonnenstrom“, dem will ich noch einen weiteren Reality-Check verpassen:

Um 1 Kilo Wasserstoff herzustellen, benötigt es im BEST CASE eine Energiemenge von rund 50 Kilowattstunden Strom. Dieses eine Kilo Wasserstoff wiederum genügt, um ein Fahrzeug rund 80 Kilometer weit fahren zu lassen, entspricht also dem Energiegehalt von rund 7 Litern Dieselkraftstoff.

Mit den SELBEN 50 Kilowattstunden Strom könnte man ein Elektrofahrzeug, das die Energie in einer Batterie speichert und den Strom DIREKT nutzt, rund 300-400 Kilometer weit fahren lassen. Man sieht: Der Energieaufwand für Wasserstoff ist, im Vergleich zur DIREKTEN Nutzung von Strom, etwa um den Faktor 4-5 höher. KEIN GESUNDER MENSCH käme auf die Idee, eine derart ineffiziente Lösung als „Zukunft“ zu bezeichnen.

Und dennoch wird es immer weiter verfolgt. Der einzige Grund: Lobbyinteressen, denn – wie oben beschrieben – Wasserstoff wird derzeit primär aus Erdgas hergestellt. Erdgas wiederum wird von großen Firmen mit viel Aufwand und entsprechend viel Lobbyarbeit in den Markt gedrückt. Sei es nun russisches Gas durch Nord Stream 2, eher zweifelhaftes Gas aus Südosteuropa oder das aus Fracking gewonnene Schiefergesteingas aus den USA, die Zahl der Lobbyisten, die ein SEHR großes Interesse daran haben, dass der Markt auch weiterhin IHR Gas abnimmt und sie im Geschäft bleiben, ist groß. Mit Umwelt, einem ECHTEN Wandel oder neuen Technologien hat das alles also gar nichts zu tun. Es dient nur dazu, den Status Quo weiter zu zementieren.


4. Die ewige Jagd nach dem „Laborunfall“ – warum das Gerücht nicht tot zu kriegen ist

2020 kam es als Gerücht auf, stürzte sich der orangene Trottel mit Tüll auf der Rübe darauf und beschuldigte daher weiter China, an der ganzen Situation Schuld gewesen zu sein und alles vertuschen zu wollen. Die WHO analysierte die Anschuldigungen und kam schnell zu dem Schluss, dass es eben Unsinn sei und das Virus sehr wohl auf „natürlichem Wege“ entstanden sein muss. Trotzdem hält sich das Gerücht weiter – schließlich hat sich China eh nicht mit Ruhm bekleckert.

Jetzt kommen erneut Anschuldigungen. Allerdings nicht etwa von Leuten, die Ahnung von dem Thema haben, die in der Forschung, der Ermittlung und dem ganzen Thema vertraut sind, sondern von emeritierten Ex-Forschern, von fachgebietsfremden Leuten, von Verschwörungstheoretikern und schließlich noch besonders heftig aus der Politik.

Die Frage ist natürlich, warum das immer wieder aufkommt – und die Antwort hat genau GAR NICHTS mit China oder dem Virus selbst zu tun, sondern nur mit jenen, die diese Anschuldigungen aussprechen: Die Suche nach einem „Verantwortlichen“.

Es ist typisch menschlich, dass wir uns mit Dingen, die „passieren“, nicht einfach abfinden können. War in grauer Vorzeit etwa „Gott“ dafür verantwortlich, wenn ein Blitz den Baum traf und einen Ast abtrennte, wurde im Mittelalter daraus ein Omen, dass man den Herrn verärgert haben muss und es ganz sicher an der bösen Dorfhexe gelegen hat, die man sogleich auf dem Scheiterhaufen verbrennen sollte. Und wenn man sich in den neuen Schuhen Blasen läuft, ist es gewiss nicht die eigene Sturheit, falsches Schuhwerk getragen zu haben oder – etwa aus Eitelkeit – die falsche Schuhgröße gewählt zu haben, sondern selbstverständlich der Hersteller dieser Drecks-Schuhe, der Weg, das Wetter, die Gene, die eigene Mutter oder dieser dämliche Freund, der einen so gehetzt hat, dass man nun leiden muss.

Wie auch immer die Situation auch sei – es wird stets nach einem Sündenbock gesucht, auf den man die Schuld lasten kann. Die aktuelle Pandemie hat die Länder viel Geld gekostet, etliche dieser Experten waren vielleicht in Gremien zur Beratung und Pandemie-Vorsorge, haben in der Vergangenheit Versäumnisse begangen – doch anstatt die Schuld direkt bei sich zu suchen, ist es leichter, sich einen Sündenbock herauszupicken, der „eh im Rampenlicht“ steht und sowieso „Dreck am Stecken“ hat.


5. Personal: Disskusionskultur in Zeiten des Postfaktischen

Im Rahmen unseres Stammtisches kam eine Diskussion auf, deren groben Inhalt und Schlussfolgerung mich durchaus umfassend beschäftigt, weil ich eben vieles davon selbst erlebt habe: Wie bekommt man Menschen, die sich bereits aus dem logischen Konsens verabschiedet haben, wieder zurück an den Tisch?

Wer Beispiele für jene Menschen, die sich aus dem „logischen Konsens verabschiedet haben“ wissen will: Flacherdler, Mondlandungs-Leugner, Chemtrail-Anhänger, Impfverweigerer, Covidioten – alle haben sie genau eines gemein: Sie sind blind für Fakten, werden im Gegenteil sogar sauer und persönlich, wenn man ihnen Fakten unter die Nase hält, leben in ihrer Bubble, entfremden sich so immer weiter von ihren Freunden, ihrer Familie. Einzig die „Ja-Sager“ und Anhänger der eigenen These sind noch in ihrem Umfeld, verstärken so die Verzerrung der Realität. Und je mehr sie sich aus der normalen Gesellschaft herausziehen, umso mehr radikalisieren sie sich.

Wie geht man mit Menschen um, die so weit „weg“ sind, dass man nicht mehr mit ihnen sprechen kann, die einem nicht mehr zuhören, die einen eventuell nur noch angreifen, weil man „immer nur widerspricht“ und die einem das Wort im Mund herumdrehen, notfalls die eigene Wahrnehmung verzerren, damit sie weiter in ihrer Welt leben können?

In unserer Diskussion haben wir als Ultima-Ration sogar eine Zwangseinweisung, eine Entmündigung derjenigen diskutiert, da diese ab einem bestimmten Punkt nicht mehr nur sich selbst, sondern sogar andere Menschen gefährden, sie mit hinab in einen Strudel reißen. Ich habe hier angemerkt, dass die Latte für so etwas EXTREM hoch liegen muss, da es eben wirklich der härtestmögliche Eingriff in die Freiheit eines Menschen darstellt und damit so ziemlich alles bestätigen würde, was die Schwurbler immer wieder behaupten. Einen wirklichen, echten Konsens jedoch, wann, wie und unter welchen Umständen wir so etwas als „richtig“ empfinden würden, haben wir nicht gefunden. Wie auch – waren wir doch nur wenige, während viele brillante Köpfe genau dieses Thema schon seit Jahren und Jahrzehnten diskutieren, unzählige, wissenschaftliche Werke und Analysen dazu existieren, ohne jemals eine simple, eindeutige Lösung zu liefern.

Fakt ist lediglich, dass der Umstand, solche Menschen in seinem Umfeld zu haben, für jeden Beteiligten belastend ist – und bei „Beteiligte“ zähle ich hier den Schwurbler bewusst mit. Denn ja, auch für diesen ist die Situation belastend. Doch – und das ist meine Sicht der Dinge – ist genau dieser Schwurbler gleichzeitig der EINZIGE, der in der Lage wäre, die Situation aufzulösen. Aber – und das musste ich mir an diesem Abend mehrfach anhören: In meiner Sicht der Dinge, dem Schwurbler die Verantwortung und die Wahl, genau das zu tun und die Freiheit zu lassen, baue ich auf die Hoffnung, dass dieser noch rational sei. Ängste aber, die den Schwurbler offensichtlich treiben, sind nicht rational. Und ja, mir fällt es offenkundig schwer, mit irrational agierenden Menschen umzugehen. Denn ich gestehe auch diesen ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu, so lange diese andere damit nicht gefährden.

Das Sonntagsupdate von KW21

Diese Woche hat sich direkt einiges verändert:

  • Die Startseite hat nun eine dynamische Auflistung der jeweils frisch hinzugefügten Inhalte der Seite. Da es mittlerweile doch recht viele Inhalte sind, hoffe ich, dass auf diese Weise etwas mehr Übersicht gewonnen wird
  • Überarbeitete Navigation. Ich trenne jetzt meine Person stärker von den Inhalten der Seite. Sicher gibt es überall noch den „persönlichen Touch“ von mir, aber Privates und alles, was eben nicht privat, sondern eben hier als Inhalt auf der Seite zu finden ist, sollte nun getrennt sein
  • Fortführung der Story von Samira – die Tigerdame hat noch viele Dinge zu erleben. Denn das Leben von Humanoiden ist in der Welt, die ich erdacht habe, alles andere als leicht. Begleitet sie auf ihrem Leidensweg
  • Weitere Charakterinformationen. Ich habe eine Vielzahl von Charakteren, die allesamt eine eigene, recht umfassende Hintergrundgeschichte haben. Und die, die noch keine besitzen, bekommen diese früher oder später von mir. Allerdings habe ich diese lange nicht ordentlich konsolidiert. Das will ich hier und jetzt nun ändern.
  • Von nun an erscheint jeden Freitag ein Kapitel meiner Warcraft-Fanstory „Warlock“, die nicht nur die Hintergrundgeschichte und die Entstehung etlicher meiner Charaktere in diesem Universum erzählt, sondern gleichzeitig die Geschehnisse aus „Vanilla“-WoW aus einer leicht anderen Perspektive beleuchtet.

Was in KW21 wichtig war/ist/wird

Eine kleine Zusammenfassung und Einordnung der Geschehnisse dieser Woche. Themen:

  1. Die Schmutzkampagne um populäre Politiker läuft
  2. Covid-Maßnahmen, ihr Irrsinn, die Wirksamkeit und wie es wohl weitergeht
  3. Belarus – im Schatten der sowjetischen Vergangenheit
  4. Personal: Kognitive Dissonanz und ihre Herausforderungen

1. Die Schmutzkampagne um populäre Politiker läuft

Zuerst Baerbock, dann noch weitere Politiker bei den Grünen und der SPD: Fehlende Nebeneinkünfte, die nicht gemeldet wurden, machen die Schlagzeilen, verleiten die Medien dazu, groß und breit darüber zu berichten, Skandale zu schüren und ein „HA! Die sind DOCH NICHT besser als alle anderen!“ zu verlautbaren. Das es hierbei um Summen geht, die um etliche Zehnerpotenzen unterhalb derer liegen, die bei der Union mittlerweile nichtmal mehr das Heben der Augenbrauen auslösen – geschenkt. Stattdessen hat man einen Angriffspunkt gegen eben jene ungeliebten Politiker und Fraktionen gefunden, die, wenn der Trend denn bleiben sollte, sich dazu anschicken, im September als führende Kraft in den Bundestag einzuziehen. Das können sich Verlage wie Axel Springer, die in der Union einen Verbündeten gefunden haben, der beispielsweise die Netzfilter, die in wenigen Wochen kommen werden, durchgesetzt hat (auch wenn Menschen wie Axel Voss lange Zeit etwas anderes gegenüber den Bürgern versprochen haben…aber ach, da erinnert sich der normale Wähler doch ebensowenig dran wie an die Demonstrationen zu Artikel 13 oder gar die Totalblamage zum Leistungsschutzrecht) und auch den großen Verlagen beiseite gesprungen ist, als es hieß, gegen AdBlock bzw. die Firma dahinter vorzugehen. Leider (oder für uns Nutzer wohl eher zum Glück) ist da leider nichts bei raus gekommen. Wohl auch ein Grund, warum sich nun die Seuche der Paywalls, der Cookie-Hinweise und Co. im Netz so inflationär verbreitet hat.

Doch zurück zur Schmutzkampagne – von der ich annehme, dass sie sich in den nächsten Wochen und Monaten noch deutlich intensivieren wird. Die Medien indes werden sich gerne und entschlossen auf jedes kleine Fitzelchen stürzen und noch das abwegigste Körnchen zu einem ausgewachsenen Skandal aufzublasen versuchen. Denn, wie oben schon dargestellt: Viele unserer Medien sind nicht so neutral oder gar „links“, wie sie dargestellt werden. Im Gegenteil: Unsere Medienlandschaft ist überwiegend mitte-rechts oder gar ganz rechts, in vielen (insbesondere bei den Volumenmedien) fest in rechter Hand. Es kann daher noch übel werden – und den Menschen kann man so lediglich raten, den richtigen Abstand zu wahren und eben jene Parteilichkeit der Medien im Hinterkopf zu behalten.


2. Covid-Maßnahmen, ihr Irrsinn, die Wirksamkeit und wie es wohl weitergeht

Anfang des Jahres galt zuerst eine Grenze von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner als jene Inzidenz, bei der Öffnungen zur Debatte stehen sollten. Als die Zahlen stiegen und man sah, dass der Trend ganz und gar nicht nach unten gehen würde, wurde dieser Wert zuerst auf 50, dann auf 100 und schließlich stellenweise gar auf 165 erhöht. Eine gewisse Wahllosigkeit der Werte, wo doch Gesundheitsexperten deutlich und die ganze Zeit von 25 als REALISTISCHEM Grenzwert gesprochen haben. Aber warum sollte man auch auf Experten hören?

Mit reichlich Verspätung wurde schließlich die Bundes-Notbremse beschlossen. Etwas, das in Spanien und etlichen anderen Ländern schon vortrefflich funktioniert hat, wurde so auch bei uns zur Norm: Nächtliche Ausgangsbeschränkungen, Läden zu, Einkauf in nicht lebensnotwendigen Geschäften nur mit negativem Test am selben Tag. Kurz: Ziemlich genau das, was andere Länder schon VIEL früher gemacht und damit gute Ergebnisse erzielt haben, was die Experten geraten und was der GESUNDE MENSCHENVERSTAND einem, der noch einen hat, auch schon längst empfohlen hätte. Doch statt hinter diesen sinnvollen Maßnahmen, die dazu da sind, eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen, zu stehen, wird vom äußersten Rand in der Politik lauthals jene Ausgangsbeschränkung kritisiert – wobei man sich natürlich fragen muss, wen denn nun wirklich die Einschränkung, zwischen 22 Uhr und 5 Uhr nicht mehr vor die Tür zu gehen, treffen sollte, da die Bars, Restaurants, Kinos und Co. eh geschlossen haben und man sich, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, eh nicht privat treffen soll. Aber tja, so weit haben die Menschen dann nicht gedacht.

Die Statistik indes zeigt recht deutlich, dass die Maßnahmen greifen. Die Inzidenz sinkt weiter in Richtung 50, wird die 50 bis Ende Mai locker unterschreiten und, wenn die Impfungen bei hohem Tempo weitergehen, spätestens Mitte Juni wahrscheinlich auch unter die 35 oder gar 25 sinken. Entscheidend ist dabei, wie ich schon gerade kurz angesprochen habe: Die Impfung. Anfang Juni soll JEDER, der will, ein Impfangebot erhalten können. Mit einer Impfquote von aktuell rund 40% (hier meine ich die Erstimpfungen, die bereits – das ist erwiesen – die Notwendigkeit eines Klinikaufenthaltes aufgrund einer Corona-Infektion nahezu eliminiert und einen tödlichen Verlauf quasi ausschließt) sind wir zwar noch weit von der Herdenimmunität entfernt, haben aber bereits jetzt einen Stand erreicht, den man als „Wellenbrecher“ bezeichnen könnte. Wir nehmen dem Virus den Nährboden weg.

Kurzum: Zwar werden wir wohl erst im September die „Herdenimmunität“ erreichen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass, wenn wir auf dem aktuell eingeschlagenen Weg bleiben, der größte Schrecken von Corona bereits hinter uns liegt, wir diesen Sommer wieder in Bars und Clubs sowie Kinos und Restaurants sitzen und es uns gutgehen lassen können. Und, so ist meine Hoffnung, vielleicht lernen wir ja auch etwas aus der ganzen Sache.


3. Belarus – im Schatten der sowjetischen Vergangenheit

Ein Flugzeug verlässt den Flughafen eines EU-Landes, steuert auf den Flugplatz eines anderen EU-Landes und überquert dabei ein Nicht-EU-Land, wird von diesem unter Androhung von Waffengewalt aufgefordert, zu landen, um einem ungeliebten Regimekritiker habhaft zu werden. Kurzum: Das diplomatische Tafelsilber und die demokratische Norm werden kurzerhand aus dem Fenster geworfen, die Samthandschuhe bleiben in der Schublade und man bemüht die Methoden, die schon damals, in Zeiten des kalten Kriegs und EINER Sowjetunion, von der Belarus damals ja ein Teil war, selbstverständlich waren. Allerdings sind wir jetzt nicht mehr im Jahre 1990, die große Sowjetunion, die einst als Weltmacht gegen die USA stand und mit bzw. gegen diese, im kalten Krieg, die Welt in Atem hielt. Doch die Zeiten dieser militärischen Großmacht sind vorbei und schon lange Geschichte. Aktuell leben wir zwar im Zeitalter des Informationskriegs, sind die Eingriffe aus Osteuropa, Russland und Co. in unsere Medien und einige unserer Parteien (ja, ich sehe hier in Richtung einer Partei mit A vorne) sehr offensichtlich, ein heißer Krieg, wie man ihn während des kalten Kriegs befürchtet hat, steht aber sicherlich nicht zur Debatte. Dazu hat auch Russland viel zu viel zu verlieren.

Eventuell ist Belarus aber in der Tat nur wieder eine Marionette von Russland und dient dazu, die Grenzen dessen, was akzeptabel ist, auszuloten, den Westen zu piesacken und mit kleinen Nadelstichen immer weiter zu schwächen, zu zersetzen. Umso wichtiger ist, hier eine breite Front zu bieten, entschlossen und gemeinsam zu stehen.


4. Personal: Kognitive Dissonanz und ihre Herausforderungen

Manch einer kennt es, hat es auf die eine oder andere Art vielleicht schon selbst erlebt, ist dem zum Oper geworden oder nutzt es anderen Menschen, Gegenständen oder derlei: Man hat eine schlechte Erfahrung gemacht, hat eine eigene, fixe Meinung oder wurde von jemandem auf einen Punkt aufmerksam gemacht und betrachtet daraufhin alles nicht mehr neutral, sondern nur noch unter der Maßgabe, dass eben jene Vorkenntnis um jeden Preis richtig sein muss. Sprich, man verrennt sich in eine Sichtweise, sucht so aktiv nach weiteren Anhaltspunkten und Indizien für eben jene Sichtweise, um sich dahingehend selbst zu bestätigen. Das jedoch macht nicht nur blind für die tatsächlichen Umstände, es legt dem Gegenüber sogar Worte in den Mund, die er niemals gesagt hat, verzerrt die Wahrheit.

Nehmen wir als Beispiel Greta Thunberg mit ihrem Satz „How dare you“ im Kontext, dass die Politik und jene, die gerne als „Boomer“ bezeichnet werden, die Zukunft ihrer Kinder zerstören. Eben jene Angesprochenen blicken auf ein Mädel, das durchaus nicht in Armut oder widrigen Verhältnissen lebt, machen sich darüber lustig, wie sie selbst kein Geld verdient oder gar von Spenden, von unlauteren Geschäftsmodellen oder PR-Maschinerie lebt, folglich gar nicht besser sein kann, sondern sogar noch viel schlimmer. Nichts davon entspricht den Tatsachen, nichts davon wurde je gesagt, aber es MUSS ja eine Annahme sein, weil die EINZIGE Alternative dazu nämlich sein könnte, dass das Mädel in gewisser Weise Recht haben könnte, eben jene Boomer einen Feuchten auf Nachhaltigkeit, Umwelt und Co. gegeben haben und an dem Klimawandel, der nun droht, die Existenz von vielen Millionen bis Milliarden Menschen entscheidend zu verändern bzw. zu bedrohen, nicht nur nicht verhindert haben, sondern sogar mit verantworten.

In gewisser Weise sind wir alle Opfer von kognitiver Dissonanz. Wir interpretieren Dinge in Gesagtes, Geschriebenes, in Menschen, Objekte und Augenblicke hinein, die nicht da sind, weil wir Muster zu erkennen meinen, nicht falsch liegen wollen oder weil wir jemandem eigentlich vertrauen, das Hinterfragen eines Rates oder einer Aussage in unseren Augen das Vertrauensverhältnis zu eben jenem beschädigen würde. Der Weg heraus aus dieser kognitiven Dissonanz ist schwer, doch ein Weg dazu wäre, in einer solchen Situation innezuhalten, sich selbst dazu zu zwingen, für einen Augenblick nicht nachzudenken, die innere Ruhe zu suchen und dann, mit gefestigtem Blick noch einmal auf das zu sehen, was vor einem ist – dann allerdings OHNE die Stimmen im Hinterkopf. Anschließend vergleicht man, ob zwischen dem ersten und dem zweiten Eindruck ein großer, wesentlicher Unterschied besteht. Denn häufig wird man feststellen: Ja, dem ist wirklich so.

…immer wieder sonntags

Es gibt zwar den Kalender an der Unterseite, mit dem man nachverfolgen kann, welche Themen wann und wo veröffentlicht wurden, jedoch ist dies eine automatische Auflistung, die nicht immer wirklich griffig ist. Daher werden alle relevanten Updates der Site hier nun prominent angekündigt.

Wesentliche Änderung seit dem letzten Update: Der Blog-Bereich steht von nun an nur noch dem jeweiligen Autor sowie registrierten, explizit dafür zugelassenen Nutzern zur Verfügung. An seine Stelle tritt dieses Kurz-Update, das von nun an einmal wöchentlich die Veränderungen auf der Seite dokumentiert sowie eine Kolumne, die sich einmal wöchentlich mittwochs ein oder mehrere, aktuelle Themen nimmt und diese entsprechend auswertet, formuliert und aufbereitet.