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Kategorie: Rant

Warum die neuen Star Trek-Serien nicht funktionieren (abgesehen von Lower Decks)

Ich bin ja durchaus ein Mensch, der gerne Science Fiction in all seiner Pracht genießt und sich damit auseinandersetzt. Etliche meiner Geschichten, mein Buch und alles, was davor und danach kommt, ist in eben jenem Genre angesiedelt (mehr oder weniger). Und neben Star Wars ist Star Trek mit eine der größten Namen in dem Metier.

Nun sind die neuen Filme und Serien in den beiden, großen Universen aber alles andere als „gut“, wobei man hier natürlich primär meine Meinung sowie auch die von Fans der Universen und Serien betrachtet. „Neue“ Fans, die bspw. die originalen Serien oder auch „The Next Generation“ nie gesehen haben, empfinden die Filme und die Serien dagegen als „gut“ und bewerten sie positiv. Auch die professionellen Kritiker lehnen sich gegen den Trend der meisten Zuschauer und vergeben „tolle“ Bewertungen. Wie das sein kann, wo das Problem liegt und ob denn die alten Fans einfach nur dumm oder stur oder sonstwie unfähig sind, sich auf neue Dinge einzulassen – das ist einer der Punkte, die ich überlegt habe. Und mittlerweile bin ich zu einer Antwort gelangt: Es liegt an den Fans UND an den Filmen bzw. den Serien. Aber anders, als die Kritiker der Fans wohl denken.

Star Trek war immer eine Abenteuerserie, in gewisser Weise auch „Space Opera“, um einen englischen Fachbegriff zu verwenden. Fokus liegt hier primär auf den Charakteren, deren Geschichten, Wendungen, Beziehungen zueinander und dem jeweiligen Abenteuer bzw. Abenteuern, die sie gemeinsam durchleben. In gewisser Weise trifft das auch auf Star Wars zu – nur das hier die Handlung eher an Märchen angelehnt ist, während bei Star Trek durchaus erwachsenere Themen wie Politik, Wissenschaft und Medizin in den Vordergrund gebracht werden. Doch all diese Dinge sind niemals einfache, leere Worthülsen (auch wenn mittels Technobabble viel Pseudo-Technikbegriffe den Anschein erwecken), sondern lediglich das Mittel zum Zweck, um die Charaktere näher zu bringen. Entsprechend sind auch die Kameraeinstellungen gewählt: Nahezu immer hat man es mit Totalen oder mindestens zwei Charakteren gleichzeitig im Bild zu tun, liegt der Fokus auf den Interaktionen ebendieser. Die Spannung wird durch das, was die Charaktere da gerade erleben und selbst mental durchmachen, erzeugt.

Sehen wir uns jetzt Serien wie „New Worlds“ dagegen an – actiongeladene Szenen mit Nahaufnahmen von jeweils einer Person, alles wackelt, Lens-Flares, Unruhe, Action überall. Diese Einstellungen und Techniken haben nichts mit einer „Space Opera“ oder einer Abenteuerserie zu tun. Es sind die Stilmittel des Actionfernsehens, der Actionfilme. Und hier liegt der Hase im Pfeffer.

Ein TNG hat erst etliche Folgen bis Staffeln gebraucht, um in den Herzen der Fans anzukommen. Charaktere muss man erst kennenlernen, ihre Hintergründe nachvollziehen können, sich in sie hineinversetzen können – all das braucht Zeit, es dauert und kostet Aufwand. Drei Dinge, die Arbeit machen und gute, ordentliche Drehbücher erfordern, damit man eben diese glaubwürdigen Charaktere, die mehr als nur eine Dimension besitzen, erschaffen kann. Genau solche Charaktere aber gibt das Produktionsbudget vieler Serien scheinbar nicht mehr her – die Gelder werden für CGI und Spezialeffekte gebraucht wie es scheint. Action ist nun einmal „relativ“ billig und schnell produziert – schreib eine Konfliktsituation, einen Kampf, lass es schön knallen und fertig ist eine weitere Folge.

Und hier kommen wir zu dem Grund, warum die Trekkies und die anderen „Fanboys“ und „-Girls“ so sauer sind, andere dagegen nicht: Erstgenannte KENNEN noch Filme und Serien MIT guter Charakterentwicklung, sehen die kleinen Nebensächlichkeiten, die auftauchen und erfreuen sich ebendieser, fühlen bei Konflikten zwischen Spezies ganz ohne Explosionen den Zündstoff, der im Raum schwebt. Es ist wie mit Horror – auch hier haben viele die Funktion schlicht nicht verstanden und quälen den Zuschauer mit Jumpscares oder unlogischen Momenten, nur damit eben die erdachte Handlung IRGENDWIE funktioniert.

Jene Fans, die einmal die Möglichkeiten von früher gesehen haben, sehen nun, was möglich gewesen WÄRE, was aber nicht möglich gemacht wurde und WIRD – zugunsten einer viel schnelleren, hohleren Serie, die ihren Fokus auf Action legt. Und so ist es schon fast peinlich-lustig, dass gerade Lower Decks – eine Serie mit EXTREM niedrigem Budget und keinerlei Anspruch, ernst genommen zu werden, genau das richtig macht, was Trekkies sich so sehr wünschen: Glaubwürdige Charakterentwicklung und -interaktion.

Star Trek und Star Wars sind jeweils Settings. In der Theorie könnte man die Charaktere in jedes x-beliebige Setting setzen, es würde dennoch funktionieren (wurde bei Star Trek ja schon oft gemacht…im Holodeck, im Rahmen von Zeitreisen, von komischen Aliens gesteuert oder durch sonstige, äußere Einflüsse), denn die Charaktere sind das Herz, die eine Geschichte vorantreiben. Wer allerdings nur den Rahmen erneuert, aber kein Herz hineinpflanzt, der hat zwar einen schönen Rahmen, aber eben ein totes Werk ohne Leidenschaft – und damit genau das, was wir aktuell haben.

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Heard – Woke-Feminismus im Endstadium

Es ist ja jetzt nicht unbedingt eine Neuigkeit, dass seit rund 10-20 Jahren die Feminismusbewegung nicht nur Fahrt aufgenommen hat (DAS ist glaube ich schon seit gut 50 Jahren der Fall), allerdings hat sich hierbei in besagter Zeit VIEL eher in die falsche Richtung getan.

Was genau ich damit meine? Ein kleines Beispiel und hiermit eine Aufforderung an alle, die das hier lesen. Geht bitte Schritt um Schritt vor:

  1. Stellt euch eine Frau vor. Normale Figur, normale, weibliche Maße. Sie trägt einen Hosenanzug und einen dünnen Schlips, hat die Hände vor der Brust verschränkt.
    Frage: Was denkt ihr über diese Frau?
  2. Stellt euch einen Mann vor. Normale Figur, normale, männliche Maße. Er trägt ein Sommerkleid mit dünnen Trägern über den sonst freien Schultern sowie dünne Sandälchen mit leichtem Absatz.
    Frage: Was denkt ihr über diesen Mann?

Wären wir in einer wirklich zu 100% neutralen und emanzipierten Welt, müsste die Antwort auf beide Fragen die gleiche sein. Allerdings maße ich mir jetzt einmal an, festzustellen, dass es wohl eine HEFTIGE Diskrepanz zwischen den Aussagen beider Fragen geben dürfte – und ich ahne bereits das Kopfschütteln, Grinsen oder andere Reaktion, die nicht unbedingt Zustimmung ausdrückt, bei der zweiten Antwort, während Erstere höchstwahrscheinlich zwischen „ja, ist doch normal“ bis hin zu „mutig, DIE traut sich etwas“ schwanken dürfte. Und ja, genau da ist das Problem, das wir mittlerweile haben: Der Feminismus hat zwar anfangs viel gebracht (und war auch dringend nötig), aber an IRGENDEINER Stelle ist der Zug entgleist. Und statt die Notbremse zu ziehen und den Zug wieder auf die Gleise zu packen, wurde schlicht gesagt „Nö, wir fahren abseits der Gleise weiter und machen uns unseren eigenen Weg. Egal, wenn da ne Schule oder ein Zoo im Weg stehen!“

Ähnlich ist bzw. war es auch mit der „netten“ Heard – und das es Medien gibt, die ihre zahllosen Lügen (bei denen sie live vor der Kamera erwischt wurde) bis heute immer noch glauben und abdrucken, die ob der ganzen Geschichten, die sie erzählt hat und die nun vor Gericht als nicht mehr als eben das – Geschichten, ohne wesentlichen Wahrheitsgehalt – immer noch als Fakt ansehen, eine Alice Schwarzer und etliche Feministinnen, die die Niederlage einer pathologischen Lügnerin als „Niederlage des Feminismus und für alle Frauen“ herbeischreiben, sagt viel über den Respekt eben jener Damen gegenüber der Wahrheit und tatsächlichen Gleichheit vor dieser aus.

Das wirklich Schlimme daran: Amber verfolgt das ganze wohl auch deswegen so absolut entschlossen, weil sie der festen Überzeugung ist, ALLES richtig gemacht zu haben. In ihren Augen war alles korrekt, ist es der „alte, weiße Mann“, der ALLEIN die Schuld trägt. Die Lügen, die Überspitzungen, die Fehlinterpretationen – sie gehören für sie alle zum guten Ton, zur Normalität, sind ihrer eigenen Meinung nach „richtig“. Deswegen wirkt sie vor Gericht, in den Medien und überall sonst auch so entschlossen: Sie meint sich selbst auf dem RICHTIGEN Weg. Deswegen ist es auch nur konsequent, dass sie noch immer die gleichen Behauptungen, obwohl sie LÄNGST widerlegt wurden, weiter behauptet. Andernfalls müsste sie ja ihre eigene Realität hinterfragen. Eine Realität, die sich von Hollywood aus immer weiter verbreitet…und die leider sehr viele selbst schon verinnerlicht haben.

Natürlich geht das ganze Woke-Sein, das aus dieser Bewegung geboren wurde, noch VIEL weiter (und Hollywood ist damit quasi schon längst so durchsetzt, dass man schon krampfhaft suchen muss, um etwas zu finden, was NICHT davor tropft), spaltet es die Gesellschaft, bewirkt so genau das Gegenteil dessen, was EIGENTLICH geplant war. Denn EIGENTLICH sollte die ganze Bewegung ja dafür sorgen, dass Menschen, die vorher nicht wirklich inkludiert waren, in die große Gemeinschaft hinein geholt und so die Gesellschaft als Ganzes profitieren sollte. Tatsächlich aber bilden sich Dank dieser Woke-Kultur drei Lager: Jene, die UNBEDINGT und ALLES immer inkludieren wollen, jene, die von dieser überbordenden Rederei genervt sind und daher von den Woke-Leuten beschimpft und ausgegrenzt wurden (war da nicht etwas mit Inklusion und so?) und schließlich noch jene, die inkludiert werden sollen, denen sich aber die Nackenhaare aufstellen ob jener Leute, die sie krampfhaft in eine Richtung schieben wollen, die sie nie gewollt haben (fragt mal die Studentinnen an einer Uni, an der schon immer jeder willkommen war, für deren Studiengänge sich aber bislang nur 2% Frauen interessiert haben, weil es DERARTIG nischig ist, dass es eben nur die echten „Freaks“ erreicht, wie sie sich fühlen, wenn jemand diese Uni nun auf Krampf so umbaut, dass alles auf Krampf weiblich-inkludierend gestaltet wird und die 98% Jungs und Männer, mit denen sie bislang KEINE Problem hatte und die umgekehrt mit ihr ebenfalls kein Problem hatten, plötzlich kein Mitspracherecht mehr bekommen, weil sie ja schließlich Männer sind, wie sie sich DA wohl fühlen mag und ob es eine Verbesserung für sie und ihr Leben darstellt. Ich wage zu behaupten: Nein, eher nicht.), es aber akzeptieren MÜSSEN und, wenn sie es genervt ablehnen, dann in Gruppe 2 reingedrängt und beleidigt werden (so viel zum Thema Respekt und Inklusion, eh?).

Was mich betrifft – ich fühle mich in dieser ganzen Diskussion in der Zwickmühle und in einer äußerst peinlichen Situation. Ich bin dazu erzogen worden, andere zu respektieren und Rücksicht auf sie zu nehmen, hilfsbereit zu sein. Diese Grundeinstellung kollidiert bereits mit der Erwartungshaltung, die mir mehrfach entgegen geworfen wurde (nämlich, das Leute, die durchaus Hilfe gebrauchen könnten, keinesfalls Hilfe haben WOLLEN und einem sogar böse Absichten unterstellen, sogar dazu übergehen, über einen zu schimpfen und einen mit Drohungen zu bewerfen, nur weil man helfen und nett sein wollte. Und ja – Klischees wie „Mr. Nice Guy“ werden dann auch mit in die Diskussion geworfen, womit direkt wieder eine böswillige Unterstellung mitschwingt. Falls jemand, der bei dieser Anschuldigung beteiligt war, das mitlesen sollte, möchte ich hiermit sagen: Wenn es etwas gibt, womit man mich verletzen kann – ja, das war in der Tat ein Dolchstich, der bis zum heutigen Tage schmerzt. Und ehe diejenigen fragen: Nein, es gibt keine Worte und auch sonst nichts mehr, was das wieder gutmachen könnte. Manche Dinge kann man eben nicht reparieren, wenn man sie einmal kaputt gemacht hat). Ähnlich ist es zwischen Depp und Heard – liebend gern möchte ich für ihn Partei ergreifen und klarmachen, dass ER es offensichtlich nicht gewesen sein kann, der da der Schuldige war und ist und IHR, die sie mehrfach der Lüge überführt wurde, die Schuld anlasten – doch in dem Moment, wo ich (selbst alter, weißer Mann) das machen würde, kämen Unterstellungen, von MIR wäre ja schließlich nichts anderes zu erwarten. Natürlich sind derartige Scheinargumente gegen mich bzw. meinen Punkt haltlos, aber sie tun eben trotzdem weh. Und wenn wir in den vergangenen Jahren eines gelernt haben dürften (und wenn ICH mit meinen vergangenen Erlebnissen eines gelernt habe), dann dass sich die Menschen von GUTEN und STARKEN Argumenten nicht lenken lassen. Sie folgen lieber ihren Gefühlen – und wenn ihre Gefühle ihnen sagen, dass der Mann der Schuldige ist, dann kann man so viele Beweise, Belege, Zeugen und gute Tagen nachweisen, wie man will – im Kopf der anderen wird man der Mann und damit der Schuldige bleiben.

Es wäre alles so viel leichter, wenn wir ENDLICH über diese Geschlechterrollen hinweg kämen und jemanden nicht mehr wegen Geschlecht, Herkunft oder Ähnliches verurteilen würden, sondern nur noch aufgrund der Taten es jeweiligen.

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Warum die Welt Skyler hasst

Vorab: Ich weiß, ich bin mindestens ein Jahrzehnt zu spät damit, aber ich war noch nie jemand, der einem Trend hinterher gelaufen ist und sich Sachen angesehen hat, die andere „toll“ oder „hip“ fanden, sondern ich habe mir Sachen angesehen, die mir selbst gefallen – und ich scheue auch nicht davor zurück, irgendwo mittendrin aufzuhören, wenn ich merke, dass es wirklich KOMPLETT in die falsche Richtung wandert. So habe ich bspw. „Mr. Robot“ nach dem Ende der ersten Staffel quasi weggeworfen, weil das Thema „Hacker“ durch war und die ganze Serie eher in ein Psychodrama abdriftet, damit KOMPLETT uninteressant für mich ist. Ähnlich ist es auch mit Breaking Bad (wobei mich da schon getriggert hat, dass in Meth weder Brom, noch Barium drin ist. Aber hey – in einer Serie, in der es um einen Chemielehrer geht, muss man doch sowas wie chemische Elemente nicht richtig machen…oder?).

Was mich allerdings EXTREM an der Serie nervt, sind die durchschaubaren, sehr eindimensionalen Charaktere. Und ich habe auch relativ schnell festgestellt: Skyler ist eine Frau, die ein Walther, wenn er rational an die Sache heran gegangen wäre, NIEMALS als Ehefrau erwählt hätte. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da – das Internet ist im Gegenteil voll von eben solchen Bekundungen – und es ist so schlimm geworden, dass sich die Schauspielerin und die Produzenten selbst gefragt haben, „woher kommt der Hass?“.

Leider – und das ist wohl einer der Gründe, warum Hollywood seit rund einem Jahrzehnt nur noch Grütze diesbezüglich abliefert – kommt man zu einer VOLLKOMMEN falschen Erklärung: Sexismus, Frauenhass und Geschlechterrollen – und Hollywood sowie die Produzenten haben es wohl als Motivation verstanden, um NOCH offensiver gegen diese angeblich toxische Männlichkeit vorzugehen, sie NOCH weiter kaputt zu schreiben. Das man sich damit selbst keinen Gefallen tut und stattdessen vielleicht einmal GENAU hinschauen sollte, WARUM dieser Hass aufgekommen ist (und beileibe nicht nur von Männern…), wäre allerdings durchaus einmal angebracht. Ich werde daher einmal den geneigten Lesern den Gefallen tun und versuchen, es ein wenig zu erklären. Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, es dennoch verstehen will: DeepL soll mittlerweile recht gute Ergebnisse liefern. Und wenn das nicht gut genug ist: Tja, sorry, aber ihr werdet wohl mal DEUTSCH LERNEN müssen. Nur EINE Sprache flüssig sprechen zu können ist nämlich im 21. Jahrhundert ebenfalls etwas, das einen als primitiv aussehen lässt. Ja, hier dürfen sich gern alle Franzosen und Amis angegriffen fühlen. Kann ich voll und ganz verkraften.

Nun aber zu Skyler – und beginnen wir einmal mit der Beziehung und dem Stand der Dinge, wie die Serie anfängt: Wir haben eine Familie mit einem Sohn, der offenkundig eine Behinderung aufweist. Jetzt grundsätzlich nichts Schlimmes, aber das bedeutet erst einmal einen höheren Pflegeaufwand, mehr finanzielle Aufwände und so weiter. Er arbeitet in Vollzeit als Lehrer – etwas, das normalerweise schon DEUTLICH mehr als normale Vollzeit erfordern sollte. Und da sein Lehrergehalt offenbar nicht reicht, arbeitet er ZUSÄTZLICH noch in der Waschanlage. SIE dagegen hat ihren Job hingeschmissen. Ob sie sich nun Vollzeit um den gemeinsamen Sohn kümmert oder was auch immer sie tut – das ist nicht sicher. Was aber sicher ist: Das Verhältnis zwischen den beiden ist schon zu Beginn angespannt. Ich meine: Er hat Beschwerden, er geht alleine zum Arzt, ohne mit ihr darüber zu reden (die heftigen Symptome des Lungenkrebses wären einem AUFMERKSAMEN Partner frühzeitig aufgefallen – und ggf. hätte besagter Partner den bockigen Ehemann notfalls an den Haaren zum Arzt geschleift) und erzählt ihr auch nichts von der Diagnose, meint, es alleine schultern zu müssen. Der Grund ist simpel: Das Verhältnis der beiden ist schon im Vorfeld angespannt und NICHT von Vertrauen geprägt. Es ist als wisse er: „Wenn ich DAS sage, ist sie weg“.

WIE kaputt die Ehe schon gewesen sein muss, kann man daran sehen, dass er ihr nicht nur die Krankheit verschweigt, sondern gleichzeitig auch noch als EINZIGE und BESTE Möglichkeit, für seine Familie zu sorgen erwägt, Meth zu kochen und DAMIT Geld zu verdienen. Wer nicht mitgekommen ist: WIE kaputt muss ein Mensch sein, um das Einschwenken in eine DERARTIGE Laufbahn als BESTEN Weg zu erwägen, um die Angelegenheit zu lösen?

Das er mit seinem Verdacht – nämlich, dass man sich ihr nicht anvertrauen kann – Recht hat, sieht man an der Notlüge mit dem Gras. Wo ein vertrauensvoller Partner sich sicher Gedanken machen oder einen Therapeuten, vielleicht noch einen Spezialisten für Schmerz- oder sonstige Störungen heraussuchen und Hilfe anbieten würde, ein „du weißt doch, du kannst mir alles sagen“ einschieben würde, rennt sie damit DIREKT zu ihrem Schwager, der NATÜRLICH bei der Drogenfahndung ist. Das es ihm alles andere als gut geht, er über dem Klo hängt und sich übergibt – geschenkt. Auch den Haarausfall bekommt sie nicht mit (er arbeitet…was macht sie eigentlich die ganze Zeit? Fallen ihr die vielen Haare in der Dusche nicht auf?), nimmt die Glatze von ihm eher grimmig zur Kenntnis. In gewisser Weise treibt sie ihn mit ihren ständigen Rückfragen, die schon an Polizeiverhöre erinnern, zu immer größeren und kreativeren Lügengeschichten. Und ja, es ist am Ende auch sie, die die Beziehung auf dem Gewissen hat, die den Sohn gegen seinen Vater aufstachelt. Oder, um es klar und deutlich zu machen: Sie ist das personifizierte Klischee, quasi die Summe von allem, was ein Partner in seiner Partnerin hassen kann.

Wie man das hätte auflösen oder verhindern können? Relativ simpel: Die Autoren und auch die Schauspielerin hätten die Dame zu einem MENSCHEN machen müssen, jemandem mit EMPATHIE und einem „ich habe doch auch Angst um dich!“-Ausbruch, in dem sie ihre Sorgen erklärt. Stattdessen ist sie DURCHWEG immer nur mit Vorwürfen, Verdächtigungen, Misstrauen und reinem „ICH ICH ICH“ da. Es geht ihr nicht um die „Beziehung“ (in Retrospektive steht zu bezweifeln, dass da JEMALS eine Beziehung gewesen ist, die den Namen verdient), sondern in erster Linie um SICH SELBST. Und ja, genau das ist, was ihren Charakter so unausstehlich macht.

Derartige Charakterzüge sind btw. nicht exklusiv weiblich (obwohl das Ausspielen des eigenen Kindes gegen den Ehepartner schon sehr typisch weiblich ist), aber in dieser Serie (wie in vielen Serien) bedient man halt Stereotype – und wundert sich am Ende, dass sich die Leute über diese Stereotype aufregen bzw. darauf anbeißen. Das dann aber diese Stereotype von der Schauspielerin und den Autoren selbst nicht als solche erkannt, sondern im Gegenteil als „Normalität“ verstanden werden und jeder, der sich darüber aufregt, somit ein „toxischer Patriarch“ sein muss, zeigt, wie entrückt manche Menschen mittlerweile in ihrer Blase sind.

Natürlich sollen weibliche Charaktere nicht ständig lächeln, nachgeben oder Ähnliches – das wäre absolut unglaubwürdig. Nur: WENN wir einen weiblichen Charakter haben, der in einer BEZIEHUNG mit einem männlichen Protagonisten steht, dann sollte diese doch zumindest ETWAS Empathie ihm gegenüber entgegenbringen. Die Zeiten von arrangierten Hochzeiten, wo man einfach mit jemand anderem zusammengebracht wurde – ob man diesen nun mochte oder nicht – sind immerhin auch in den USA in den meisten Bundesstaaten eine Sache für die Geschichtsbücher (was Alabama und einige andere Bundesstaaten angeht, bin ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher), folglich sollte doch IRGENDWAS mehr als lediglich ein Ring vorhanden sein, was zwei Ehepartner in einer Serie verbindet. Und eben DAS sollte man dann bei der Interaktion zwischen diesen Charakteren auch sehen können. So jedoch kann ich nur fragen: „Ähm, warum seid ihr nochmal zusammen? Warum weinst du, dass sie weggeht? Was verlierst du denn dadurch?“

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Double Standards – sie sind NIE gut

Man sagt ja, dass Menschen im Alter immer konservativer werden und sich mehr im Hier und Jetzt orientieren, daran festhalten und möglichst keine Veränderungen mehr haben wollen, daher das Bestehende und die Vergangenheit romantisieren, die Zukunft und jegliche Veränderung dagegen nur in den dunkelsten Tönen zeichnen. Entsprechend verzerrt sind dann Vergleiche – und auch die Erwartungshaltung. Wohl deswegen wird von einer „neuen“ Lösung erwartet, nicht nur das Gleiche zu leisten, was die „alte“ gekonnt hat, sondern mindestens 150% dessen, was die alte Lösung konnte, zu schaffen. Und falls nicht, ist es eben „Mist“, ist es „Blödsinn“ und man will sich nicht damit beschäftigen.

Dies ist nur einer von vielen Anwendungsfällen für „Double Standards“. Ein anderer solcher Fall wäre beispielsweise die sogenannte „Fanbrille“, wo man der geliebten Marke, dem geliebten Individuum und allen diesbezüglichen Umständen nahezu ALLES vergibt, während man bei den Konkurrenten gar nicht erst lange suchen muss, um ein Haar in der Suppe zu finden. Besonders schlimm werden diese Double Standards dann, wenn man den genauen Spiegel von sich erblickt, der vielleicht nicht haargenau für das Gleiche schwärmt, aber in dieser Schwärmerei doch haargenau so agiert, wie man selbst.

Offensichtlich ist es so, dass etliche Menschen, wenn sie einen Aspekt von sich selbst in jemandem anders gespiegelt sehen, auf eben jene Person SEHR extrem reagieren. So kann es bei Männern, die jemandem im gleichen T-Shirt, der gleichen Hosenmarke, dem fast baugleichen Auto oder Ähnlichem erspähen, zu einer Art spontaner Verbrüderung führen, bei der man sich sofort duzt, einander zum guten Geschmack gratuliert und gemeinsam darüber lacht, als kenne man sich schon von Geburt an. Bei Frauen dagegen ist es etwas anderes – und das weiß jeder, der einmal mit seiner Freundin oder einer Bekannten auf eine Party gegangen ist und diese dort dann DIE EINE erspäht hat, die es GEWAGT HAT, das GLEICHE Kleid anzuziehen. Wo bei Männern gerade n och die spontane Verbrüderung stattgefunden hätte, fliegen in der Damenwelt kurzerhand die Blitze quer durch den Raum, wird wütend gestarrt oder verlässt eine der beiden schnaubend die Party.

Es kann aber auch ganz anders passieren – so kann jemand einerseits jegliche Gewalt und alles, was mit „Hass“ oder Ähnlichem zu tun hat, ablehnen, daheim dann aber überaus handgreiflich werden. Ich habe daher eine ganz eigene Theorie über den Hintergrund der „Double Standards“ – und auch, warum sie wirklich RICHTIG schlecht, für unsere Psyche sogar äußerst gefährlich sind: Sie sind nichts weiter als die gelebte, gesellschaftliche Maske, die wir uns selbst aufsetzen, um anderen zu gefallen.

In der Öffentlichkeit agieren wir so, wie wir denken, dass es die Allgemeinheit von uns erwartet – oder wie unser Unterbewusstsein MEINT, dass wir uns verhalten SOLLTEN. Sind wir aber unter uns, unbeobachtet oder im Kreis der Vertrauten, fällt diese Maske, agieren wir gänzlich anders, wobei wir hier jedoch keineswegs „natürlich“ agieren. Denn der Umstand, dass wir in der Allgemeinheit und damit einer nicht unbeträchtlichen Zeit so konträr zu unserer Natur gehandelt haben, suchen wir den „Ausgleich“, versuchen wir zu kompensieren, was nach unserer inneren Auffassung so verkehrt in uns drin gelaufen ist. Und so schlagen wir in diesem Kreis unserer Vertrauten in die andere Richtung des Extremen, überzeichnen sie so weit, dass unsere wahren Werte geradezu verstümmelt werden, von ihnen kaum noch etwas übrig bleibt.

In der Theorie wäre die Lösung so einfach: Lasst die Masken fallen, seid aufrichtig und ehrlich, ohne dabei die Manieren zu vernachlässigen. Nur indem man sich selbst so akzeptiert, wie man ist, kann man auch anderen die Chance geben, einen so zu akzeptieren, wie man wirklich ist, kann man zurück in die Balance finden. Tut man dies nicht, wird es einen früher oder später zerreißen.

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Homöopathie = (fanatische) Religion

Es ist und bleibt immer wieder ein Genuss, wenn man Tieren hilft und dabei – als Laie mit Laienmeinung – Meinungsaustausch mit Leuten betreibt, die durch jahre- und jahrzehntelange Ausbildung und Erfahrung sehr genau um etliche Dinge wissen. Denn genau so merkt man schnell, dass man mit dem bloßen Schuss ins blaue doch überraschend nah an der Wahrheit gelegen hat.

Homöopathie kommt beim Menschen ja immer wieder hoch. Kleine Zuckerpillchen mit irgendwelchen, angeblichen Inhaltsstoffen, die alle möglichen Krankheiten behandeln oder gar heilen sollen, mit denen man sogar sowas wie Homosexualität „kurieren“ können soll (als wenn das eine „Krankheit“ oder ein „Defekt“ wäre. Nur weil es nicht in das Weltbild von einigen Deppen passt, ist es noch lange nicht unnatürlich!), Mittel, mit denen man Impfstoffe wieder aus dem Körper „ausleitet“ oder „Würmer“, die tatsächlich für Beschwerden wie Krebs und Co. verantwortlich seien, abtötet. Die Spanne der Schwurbelei und Lügen ist geradezu unendlich. Und genau diese krankhaften Behandlungswege werden auch bei der Therapie von Tieren beschritten.

Jahrelang habe ich beobachtet, dass gerade die sogenannten „Pferdemädchen“ besonders empfänglich für derartige Therapien zu sein scheinen. Das Internet ist voll von Ratschlägen, alle möglichen Wehwehchen, Krankheiten, Verletzungen und derlei mit Magneten, Bachblüten oder eben Globulis für Pferde zu behandeln. Der Effekt ist natürlich genau 0, aber das hindert die Leute nicht, immer wieder reichlich Geld in diese dubiosen Quellen zu werfen, worüber die ECHTEN Tierschützer und jene, die Ahnung von der Sache haben, unisono die Hände vor den Kopf schlagen (und sich ob der Häufigkeit drohen, den Schädelknochen zu brechen. Oder die Hand).

Fans von Homöopathie antworten auf alle Bedenken nur ein „Wer heilt, hat Recht“, vergessen dabei aber, dass solche Behauptungen wertlos sind, wenn man die Umstände nicht neutral vergleicht (also einen Blind-Test, idealerweise einen Double-Blind-Test, durchführt). Dummerweise ist das ein Prinzip, das Homöopathie-Fans nicht nur nicht kennen, sondern sogar aktiv ablehnen – nämlich weil die Leute sehr genau wissen, dass dann rauskommt, dass es genau 0 bringt.

Bis dato gibt es nämlich genau 0 (in Worten: NULL!) wissenschaftliche Nachweise, die die Wirksamkeit von Homöopathie bestätigen. Dennoch hält sich der GLAUBE an die Wirksamkeit weiter. Und unbeirrbarer Glaube an etwas, das nicht existiert, ist nun einmal der typische, religiöse Fanatismus, den man in so vielen Bereichen sieht, der unsere Gesellschaft spaltet und das gemeinschaftliche Klima vergiftet. Denn ja, diese Homöopathie-Fans verlangen von allen, die diese Wirksamkeit anzweifeln, gefälligst akzeptiert bzw. respektiert zu werden, schlagen aber selbst mit Händen und Füßen nach jedem, der offen den wissenschaftlichen Konsens anspricht – und bedienen sich nur zu gern bei öffentlichen Geldern. Warum beispielsweise Homöopathie von (Tier-)Ärzten immer noch aktiv empfohlen wird, warum Krankenkassen sie bezahlen – man weiß es nicht. Meine Vermutung ist hier, dass es eben auch in Teilen von Krankenkassen, Politik und Ärzteschaft Anhänger dieser „Religion“ gibt, die aktiv dafür arbeiten, damit diese gesellschaftlich relevant bleibt.

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Die Zeiten der Aprilscherze sind Geschichte

Hach, was war es doch schön – damals, als es das Internet nur als Randthema gab, als Aprilscherze analog in Zeitung und Fernsehen zu bewundern waren und sich die Menschen entsprechende Witzeleien direkt von Mensch zu Mensch zum Besten gegeben haben. Denn ja, genau auf solchen Plattformen funktionieren die Scherze noch gut. Das Netz jedoch – da passen sie nicht mehr. Denn anders als Radio, Fernsehen und Zeitung ist das Internet ein Medium, das nicht vergisst. Und das ist in diesem, konkreten Fall etwas Schlechtes.

Ich wage zu behaupten, dass viele Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Skandale der Vergangenheit und auch der Gegenwart irgendwo einmal als harmloser Aprilscherz angefangen haben. Nun ist es aber leider so, dass diese Aprilscherze im Netz stehen bleiben – und von Suchmaschinen, von News-Spiders und anderen Systemen, die Inhalte suchen und konsolidieren, wertneutral unter die normalen Meldungen gemischt werden. Bei manchen dieser Artikel steht vielleicht noch die Datumsangabe drin, viele dagegen (selbst die renommierten Verlage unserer Zeit) verzichten auf so etwas – im Glauben, ihre Meldungen seien schließlich „aktuell“, wenn sie aufgerufen werden und Datum sowie Uhrzeit damit überflüssig. Manche Pressemedien gehen sogar noch einen Schritt weiter und fälschen absichtlich das Artikeldatum, verbergen den vermeintlich aktuelleren Artikel dann aber hinter einer Paywall, so dass man erst nach dem Bezahlen feststellt, dass der angeblich „aktuelle“ Artikel in Wirklichkeit schon Monate oder gar JAHRE alt ist.

Was am Ende übrig bleibt, ist ein Artikel, an dessen Kontext zu April man sich nicht mehr wirklich erinnern kann, der aber seine ausgedachte Pointe behält und so weiter durchs Netz geistert, irgendwann dann von Leuten gefunden und als „Beweis“ oder „Indiz“ für Verschwörung, Ankündigung oder Ähnliches herangezogen wird. Und Faktenchecker haben dann ihre liebe Not, herauszufinden, ob an der Geschichte etwas dran ist, aus welcher Quelle sie stammt und somit alles aufzudröseln. Ein Aufwand, den man hätte vermeiden können.

Für Leute, die einfach nur im Netz sind und auf dem Laufenden bleiben wollen, sind die Aprilscherze auch noch Tage bis Wochen nach dem 1. April dagegen anstrengend und lästig – denn man muss sich bei jedem einzelnen fragen und genau aufs Datum schauen, ob es nun echt oder ein Aprilscherz ist. Sicher, Meldungen sind ständig zu hinterfragen, aber wenn einem auch noch das LETZTE Sicherheitsnetz und damit die Möglichkeit, sauber zu recherchieren, durch derartige Meldungen tage- und wochenlang vergiftet wird, macht es einem die „Arbeit“ nicht unbedingt leichter. Und einfach nur nachzulesen, wie es mit einer Lieblingsserie oder einem Projekt weitergeht, ist eben keine „Arbeit“, sondern Freizeit. Wenn aber selbst Freizeit zur Arbeit wird, dann läuft etwas gehörig schief – und deswegen sage ich hier und jetzt: Aprilscherze sind in der Zeit des Internets mittlerweile unangebracht.

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„Sprit und Heizen ist sooo teuer“…jaja

Es ist keine Neuigkeit, dass ich die Union und alle Parteien, die ihr ähnlich sind (damit meine ich die blaubraunen Deppen, die mittlerweile, nachdem sie wirklich ALLE Winkelzüge der Justiz verwendet haben, um es zu verhindern oder herauszuzögern, DOCH und ENDLICH vollständig und vollumgreifend überwacht werden), von ganzem Herzen verachte für das, was sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten energiepolitisch, sozialpolitisch und wirtschaftspolitisch in unserem Land angerichtet haben. Mittlerweile steigt indes sogar die FDP mit in die Riegen jener auf, die ich nur noch mit Abscheu betrachte. Denn nicht nur vereinnahmen sie überraschend viele Punkte und Thesen jener Verfassungsfeinde, sie verhalten sich mittlerweile DERART bar jeder Rationalität und Realität, dass ich einfach nur den Kopf schütteln muss. Aktuell ist es etwa die Diskussion um „Entlastungen“, da ja die Energiepreise „sooo enorm hoch“ sind, dass die Menschen „Hilfe“ brauchen. Tankrabatte werden angesprochen, Senkung von Abgaben auf Sprit, Heizöl und dergleichen…

…und damit soll DAS, was wir seit ETLICHEN JAHREN diskutieren (und was damals sogar von der Mehrheit der Bevölkerung explizit gewünscht wurde), wieder gesenkt werden: Die Bepreisung dessen, was eben klimaschädlich ist. Klar tut es im Geldbeutel weh, wenn der Liter Diesel 2,30 oder mehr kostet. Problem dabei ist nur, dass selbst dieser Preis nur die Spitze des Eisbergs ist. Würde man das, was beim Ausstoß durch den Auspuff hinten an wahren Schäden an Klima, Gesundheit der Allgemeinheit, Infrastruktur und den Schäden, die durch den so beschleunigten Klimawandel bei Bauern, Winzern, Förstern und allen anderen Betrieben, die auf unser Ökosystem erstrangig angewiesen sind einpreisen, der Literpreis müsste in der Theorie bei rund 5-6 Euro liegen. Allerdings tut er das nicht – und jeder noch so kleine Schritt, der ihn in die Nähe dieser Realität bringt, wird von der Hubraum-Fraktion lautstark bejammert, wird von Protestzügen, Autokorsos und Blockaden geredet bzw. damit gedroht (ist an sich ja schon von Grund auf dämlich: Man fährt im Autokorso und verbrennt massenhaft Sprit, um gegen hohe Spritpreise zu protestieren. Was kommt als nächstes? Kettenrauchen gegen den Lungenkrebs? Geld verbrennen gegen die Armut? Völkermorde für den Frieden? Moment – Letztgenanntes versucht ein debiler, alter Opa ja gerade…) – und die Politik knickt ein.

Immer wieder wird etwas von „Heizöl und Gas sind sooo teuer geworden. Das kann doch keine normale Familie mehr bezahlen.“ herumgeredet. Dabei wird außer Acht gelassen, dass eben jene „normale Familie“ entweder eine URALT-Heizung im Haus hat, die schon lange ersetzt werden sollte, oder sich explizit FÜR eine neue Öl- oder Gasheizung entschieden hat, OBWOHL es Alternativen gibt. DIE gibt es bei der Individualmobilität btw. auch. Und für eben jene, die mir immer wieder einen von „das kann doch keiner bezahlen“ herumjammern, habe ich hier einmal die Rechnung von meinem letzten Stromanbieter, die ich aber gern an dieser Stelle noch kurz erklären möchte, damit der Kontext auch passt:

Das waren meine Stromkosten für letzten November und Dezember. Zwei sehr kalte Monate mit quasi keiner Sonne – und damit kaum bis gar keiner Produktion meiner Photovoltaikanlage, die an sonnigen Tagen wie heute (und das im März) runde 50-60 Kilowattstunden am Tag produziert (man sieht: 6 Tage Produktion auf dem Niveau hätten mich durch den ganzen Dezember gebracht). Auf die Summen kommen noch die Mehrwertsteuer sowie 7 Euro Kosten für meinen Stromzähler drauf – in Summe also rund 160 Euro für den Dezember. Wesentlicher Kostenfaktor war hier der SEHR hohe Kilowattstundenpreis, der rund beim Doppelten des Börsenpreises lag (Tibber hat zwar vom Prinzip her eine gute Idee mit dem variablen, stundenabhängigen Strompreis direkt von der Börse. Aber hier sieht man auch die Schwächen davon).

Nun aber die Masterfrage: Was steckt denn in diesen 160 Euro Stromkosten alles mit drin? Und HIER wird es interessant, denn diese 160 Euro decken bei mir

  • Licht in allen Räumen
  • Weihnachtsbeleuchtung
  • Kochen, Backen und Leben
  • Heizung inkl. Heißwasser (mittels Wärmepumpe)
  • „Auftanken“ meines Teslas

Die Punkte 1 und 2 mag jeder andere ebenfalls in seinen Stromkosten drin haben, Kochen und Backen ebenfalls – und damit wäre der Abschlag für Strom bei vielen wohl um die 50-60 Euro im Monat. Die übrigen 100 Euro dagegen beinhalten bei mir noch das „Leben“, das in einem „Smart Home“, in dem in jedem Zimmer mindestens ein Smart Speaker auf ständiger Bereitschaft, etlicher Netzwerk-Switches, einer umfangreichen Verkabelung, vollständiger Überwachungs- und Messtechnik, zahlreicher Computer und Server sowie vieler, großer Bildschirme zweifellos DEUTLICH über dem deutschen Durchschnitt liegt (trotz Home-Office-Situation). Und auch wenn viele ihr Heißwasser über Untertischgeräte oder Durchlauferhitzer ebenfalls mittels Strom erzeugen, steht die Wärmepumpe und auch mein Elektroauto zweifelsohne als größter Posten auf der Rechnung.

Als Gegenbeispiel müsste ich jetzt noch eine Rechnung von einem sonnigen Monat dagegen halten – habe ich jetzt aber nicht als Bild zur Hand, kann es somit also nur im Wortlaut wiedergeben: 20 Euro. Im Mittel liege ich so – so hat es mein neuer Stromanbieter (Greenpeace Energy) ausgerechnet – bei rund 1.000 Euro Stromkosten pro Jahr für alles oben Genannte. Zum Vergleich: In den Medien wurde von – durch den gestiegenen Gaspreis begründeten – „bis zu 2.000 Euro Mehrbelastung pro Haushalt“ allein fürs Heizen gesprochen.

Sicher, der hohe Gaspreis ist aktuell primär aufgrund der Ukrainekrise begründet. Wesentlich niedriger wird er aber in den kommenden Jahren nicht mehr sinken. Und auch beim Sprit sollten wir uns lieber dran gewöhnen, dass er mittelfristig vorn mindestens eine 2 stehen haben wird, wahrscheinlich, in absehbarer Zeit, sogar vorne mindestens eine 3. Pro Liter, versteht sich. Und für diejenigen, die auf synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff hoffen – rechnet vorne mit einer 4 bis 6 für das Äquivalent zum Verbrauch. Günstiger bekommt man das Zeug nämlich gar nicht hergestellt. Und da sind die Gewinnmargen der Erzeuger noch gar nicht mit einbezogen.

Wie löst man das Problem also? Meine Antwort dazu:

  1. Dämmt eure Hütte! Und bitte nicht einfach Styropor auf die Wände draufkleistern. Geht zuerst ans Dach, dämmt die Sparren, zwischen den Sparren, über und unter ihnen, Dann schaut euch die Fenster an, die Bereiche unter den Fenstern, die Türen, lüftet klug.
  2. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kostet zwischen 7.000 und 15.000 Euro plus Einbau und Umrüstung. Sie ist damit nur marginal teurer als eine Gastherme oder Ölheizung, ABER sie ist förderfähig. Ihr bekommt fast die Hälfte von den Kosten zurück, wenn ihr es euch fördern lasst.
  3. Wenn ihr ein Dach habt, das freie Fläche bietet, dann legt euch PV drauf! Nordlage taugt zwar nicht (wo keine Sonne und so…), aber selbst eine West- oder Ostlage hilft euch schon ungemein! Rechnet pro kWp (das p dahinter steht für „Peak“, also „Spitzenleistung“) inklusive Installation und unterstützende Hardware rund 1.000 Euro. Ihr dürft bis zu 30 kWp ohne besondere Abzüge auf euer Dach legen – aber bereits das erste kWp bringt schon sehr, SEHR viel.
  4. Wenn ihr in einer Mietwohnung, einer Wohngemeinschaft oder einem anderen Gebäude lebt, in dem ihr das alles nicht selbst machen könnt: Es gibt sogenannte „Balkonkraftwerke“, also fertige Solarpanels, die ihr einfach in die Haushaltssteckdose einstecken könnt. Die helfen euch, euren Grundverbrauch zu senken – Kühlschrank und Co. laufen damit dann quasi kostenlos, wenn die Sonne scheint. So ein Balkonkraftwerk rechnet sich binnen 1-2 Jahren problemlos.
  5. REDET mit anderen darüber! Sprecht mit eurem Vermieter, eurer Hausverwaltung, der Eigentümergemeinschaft, euren Nachbarn, Eltern, Freunden, Verwandten, Kindern, Enkeln. Am Ende profitieren wir nämlich alle davon, wenn jeder, der umsteigen KANN, auch wirklich UMSTEIGT. Denn jede PV-Anlage senkt die Netzbelastung und damit die Abhängigkeit von teuren, fossil angetriebenen Kraftwerken, senkt den Gesamtstrompreis. Jede Heizung, die durch eine Wärmepumpe ersetzt wird, senkt den Bedarf an Öl und Gas, senkt damit den Preis für all jene, die noch nicht wechseln können. Wir helfen so nicht nur uns, wir helfen unseren Nachbarn, unseren Freunden und dem Planeten. Aber damit wir das schaffen, MÜSSEN wir darüber REDEN!

Alles, was ich hier zusammengefasst habe, ist nicht neu. Viele dieser Erkenntnisse werden seit Jahren immer wieder angesprochen. Vielleicht haben etliche Leute schon einmal lose davon gehört – aber man hatte keine Zahlenwerke. Und vielleicht kam auch ein „Ja, der Strom wird halt auch teurer. Bringt doch eh alles nix. Also machen wir nix“. Nehmt für diese Leute das obige Bild und haltet ihnen die Liste, was ich damit alles mache vor die Augen, zeigt, dass selbst in einem dunklen, kalten Dezember, bei einem Strompreis von 50 Cent die Kilowattstunde (nur zum Vergleich: Aktuell zahle ich 30. Mit Preisbindung bis Ende des Jahres) das Heizen, Autofahren und LEBEN noch um WELTEN billiger ist, als das Verbrennen von fossilen Energieträgern jemals sein kann. Man muss dafür ja nicht einmal verzichten – man muss sich nur ändern. Genau so, wie wir von den Glühbirnen weg sind, dafür aber massenhaft LEDs in allen möglichen Farben, Formen und dekorativen Lichtelementen um uns herum haben, die unseren Alltag nun nicht nur heller, sondern auch noch schöner machen.

Hört auf, auf die Politik zu vertrauen. Mit den Gumpen, die in der Tasche der Großkonzerne (und hier insbesondere der Lobbyisten, die von den Öl- und Gasriesen bezahlt werden) stecken, werden wir den Umbruch nicht schaffen. Es ist an UNS, es besser zu wissen – und passende Leute bei den nächsten Wahlen zu wählen, so der Rationalität eine neue Chance zu geben. Denn die „gefühlte“ Wahrheit ist selten auch die Realität. Denn die Realität ist komplex.

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Diese latente Männerfeindlichkeit

In Podcast #10 habe ich ja bereits auf den Gender Pay-Quatsch und die falschen Annahmen bezüglich Geschlechtern, wie Unterschiede bei der Wahl des eigenen Karrierepfades und dessen Priorisierung zu einem Geschlechterkampf umgemünzt wird – womit der Status Quo eher zementiert wird, als dass sich IRGENDWAS zum Besseren hin ändern könnte – dargelegt.

Heute dann hatte ich Gelegenheit, auf Jodel, das Ergebnis eines kurzen, nicht repräsentativen, sozialen Experiments zu lesen.

Wer Jodel nicht kennt: Es ist ein anonymes, lokales, soziales Netzwerk. Jeder Nutzer hat in einem Thread lediglich eine Nummer – und in jedem Thread eine andere – und eine Zuordnung, wo dieser Nutzer herkommt. Das GPS kann man dabei natürlich auch faken, die App macht auch gerne Fehler, aber grundsätzlich kann man so die grobe Ecke, wo jemand sitzt, erahnen. Bringt einem allerdings nur wenig, da der Name eines Ortes oder etwas in Richtung „Nah“ ein Umkreis von bis zu 20 Kilometern sein kann. Dazu sind die Textnachrichten, die man schreiben kann, noch kürzer als das, was auf Twitter geht.

So viel zur Erklärung, hier nun der Thread, den ich gern teilen möchte.

In der Theorie könnte ich den Thread jetzt einfach einmal unkommentiert hier stehen lassen. Tue ich aber nicht – denn ich sehe ihn in der Tat als einen Beleg für das, was nun schon seit JAHREN in der Diskussion zum Thema Gleichberechtigung und der Feminismusbewegung gehörig falsch läuft: Männerhass.

Der KERN des Feminismus sollte doch gerade sein, Frauen das zu geben, was ihnen in den 50er Jahren und davor nicht zugestanden wurde, die Gaps zu schließen und sie so ebenbürtig zu machen (etwas, was man in der westlichen Welt schon LANGE erreicht hat!). Was ich (und nicht nur ich, aber hey, das hier ist mein Blog. Also: MEINE Meinung, MEINE Beobachtungen, MEINE Schlussfolgerungen!) stattdessen sehe, ist eher etwas in Richtung „Rache“ gegenüber Männern für etwas, was Frauen FRÜHER passiert ist. Ergo: Man rächt sich an den Leuten heute, die damals noch gar nicht gelebt haben, für Dinge, die sie nicht getan haben, die sie aufgrund ihrer Erziehung NIEMALS tun würden und tritt im Gegenteil noch schön dreimal nach, einfach nur, weil es ja ein „Mann“ ist und dieser es entweder „verdauen“ können muss oder schon irgendwie „verdient“ hat.

DAS ist nicht Feminismus, das ist keine Gleichberechtigung, das ist auch keine Gerechtigkeit. Das ist, im Gegenteil, eine HARTE Verkehrung dessen, was in unserer Gesellschaft schief läuft. Derartige Probleme könnten wir nur GEMEINSAM lösen. Allerdings fehlt mir, wenn ich derartige Zeilen und auch meine eigenen Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemacht habe, der Glaube, dass auf Seiten der Damenwelt der breite WILLE da ist, diesen Geschlechterkampf zu überwinden und hinter sich zu lassen.

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Gute Content-Creator, Schlechte Content-Creator

Ich habe in meinem Leben schon viele Content Creators unterstützt – und mit der Zeit, mit den Jahren und den Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, bin ich diesen gegenüber relativ skeptisch geworden. Die Gründe hierfür sind zweierlei:

Entweder wurden bzw. werden Termine immer wieder gerissen oder aber der Mensch bzw. die Menschen dahinter sind eher von der toxischen Sorte. Doch anstatt das einfach so stehen zu lassen, will ich es einmal erklären – und auch Gegenbeispiele liefern.

Ein großes Negativbeispiel für etwas, das ich unterstützt habe, ist das PC-Spiele-Studio „Double Fine“ mit ihrem Spiel „Spacebase DF-9„. Sowohl von der Beschreibung, wie auch dem Gameplay, war es genau mein Fall – nur haben die Entwickler gezeigt, wie man so ein Spiel eben NICHT auf die Beine stellt: Anstatt zu liefern, die versprochenen Features Stück für Stück im Rahmen des Early Access online zu bringen, auf die Community zu hören, Anregungen aufzunehmen, diese gar mit in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, wurde das Spiel so unfertig, wie es war, als „Release-Version“ auf den Markt geworfen und den „Fans“ überlassen, das Zugwrack zu reparieren.

Nun war die Fanbase zwar schon durchaus vorhanden, aber wenn man so einen Mist vorgesetzt bekommt, ist die Motivation, sich selbst ins Feuer zu stürzen, nicht sooo groß.

Wie es eine Ecke besser gehen kann, hat Pebble vorgemacht. Zu einer Zeit, als Smartwatches im großen Kommen waren, Samsung, Apple und Co. mit vielen Features, dafür aber nur Akkulaufzeiten von bestenfalls 1-2 Tagen kein wirklich brauchbares Modell anzubieten hatten (und dennoch für ihre „Innovationen“ gefeiert wurden), griff Pebble das größte Problem auf: Das energiehungrige Display. Hier setzte man auf ein Vollfarb-eInk-Display, hintergrundbeleuchtet (bei Bedarf) und damit Akkulaufzeit von mehr als einer Woche. Dazu noch Spracheingabe (via Handy-Kopplung), Schrittzähler und andere Basis-Funktionen und die Smartwatch war komplett.

Diesen Creators wurde ihr Erfolg (sie wurden von den Kunden quasi überrannt) dann aber zum Verhängnis – und so griff man, als Fitbit ein Angebot machte, um den drohenden, allerdings noch recht kleinen Konkurrenten zu übernehmen, nur zu gerne zu. Man hätte es ahnen können: Fitbit hatte kein Interesse, das Modell weiterzuentwickeln. Stattdessen wurde der Support eingestellt, alle weiteren Lieferungen storniert und die Onlineservices, die die Uhr halt brauchte, ebenfalls abgeschaltet. Hier allerdings war die Fanbase groß und stark genug, um etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Allerdings – kleine Akkus, keine Ersatzteile – das Ende wurde dadurch nur noch herausgezögert. Seither gab es keine Mainstream-Smartwatch mit eInk-Display mehr…bis Garmin vor einiger Zeit kam und etwas völlig neu Entwickeltes präsentierte.

Ein echter Gewinner unter den Content Creators hingegen ist Squad – die Entwickler von Kerbal Space Program. Diese haben in der Tat ALLES richtig gemacht, haben nicht nur einen Nerv getroffen, sondern transparent entwickelt, Fans alle Optionen geboten, die Community aktiv mit einbezogen, offene Schnittstellen, die gut dokumentiert sind, zur Verfügung gestellt – kurzum: Alles, was sich Fans wünschen, gemacht. Und selbst jetzt, mit KSP2, das im viel größeren Maßstab und mit viel ambitionierter entwickelt werden soll, ist man regelmäßig online, transparent, lädt die Community dazu und steht im regen Austausch.

Verlassen wir nun die Welt der großen Studios und großen Entwicklern und blicken wir auf die „kleinen“ Content Creators – die Einzelpersonen. Allerdings sollten wir hierbei die obigen Punkte mit im Kopf behalten, denn die Fehler, die Schwächen und auch die Stärken sind im kleinen wie im großen Maßstab in etwa die Gleichen. Der Unterschied ist hier lediglich die Dimension – statt Millionen Interessenten reden wir hier von Dutzenden oder Hunderten, idealerweise von Tausenden.

Vorausschicken will ich bei den Content Creators EINEN wichtigen Faktor: Zeit. Nicht nur die Zeit, Dinge zu erschaffen und zu vermarkten, sich mit der Community zu beschäftigen und damit entsprechend Eigenmarketing zu betreiben, sondern eben auch Lebenszeit, die mit jedem Tag, jeder Woche und jedem Jahr, in dem man damit seinen Lebensunterhalt bestreitet, tickt. Hier ist es wie bei Fußballspielern oder anderen Sportlern: Während ihrer „Karriere“ generieren sie teils beträchtliche Summen. Diese MÜSSEN sie allerdings auch erarbeiten, denn ein Fußballer bspw. „verschleißt“ halt, ist mit spätestens 40 „durch“ und ab dem Zeitpunkt quasi nicht mehr produktiv. Einige wenige arbeiten dann zwar noch als Moderatoren, als „Experten“, Coaches, Trainer, Teamchefs, Werbemaskottchen oder hocken dann im Dschungelcamp mit ein paar anderen Z-Promis zusammen, aber im Wesentlichen müssen sie das restliche Leben von dem, was sie während ihrer Karriere erarbeitet haben, zehren. Nicht selten führt das diese Menschen in den Ruin, in die Altersarmut – oder schlimmer. Denn nur wenige haben in ihren jungen Jahren wirklich gelernt, mit Geld umzugehen (warum auch, wenn man es mit beiden Händen nicht schneller aus dem Fenster werfen kann, als neues hinterher kommt?) oder falsche Freunde, die ihnen das Geld aus der Tasche herausziehen.

Jeder Creator hat seinen Zenit – und es ist wichtig zu erkennen, wann dieser erreicht ist, wann man diesen überschreitet und auf dem absteigenden Pfad in Richtung Karriereende ist. Zwar ist dieser bei Creators sanfter, als bei Profisportlern, aber er ist dennoch da. Ist man an diesem Punkt, zehrt man nur noch primär von seinen vorhandenen, treuen Fans, die man pflegen muss, denn neue kommen nicht mehr im wesentlichen Maße hinzu. Gleichzeitig muss man sehen, dass man bis zu diesem Zeitpunkt bereits ein entsprechendes Polster auf der hohen Kante hat – oder irgendeine andere Exit-Strategie vorhanden ist, mit der man den Lebensabend bestreiten kann. Hat man weder noch…hat man ein Problem.

Wie man es wirklich rundum richtig macht, habe ich bei einer alten Freundin live sehen und erleben dürfen. Sie, ein absoluter FEIND der sozialen Medien, ist privat in diesen quasi nicht präsent. Dennoch nutzt sie diese – aber NUR über ihre „geschäftlichen“ Accounts, mit äußerst begrenzter, persönlicher Note, dafür regelmäßig, nahezu täglich geliefertem Content. Dieser wiederum ist nur das, was sie mag, was ihre Leidenschaft ist, die sie mit anderen teilt – mit dem Ziel, eine Community zu schaffen. Das hat sie durchaus gut geschafft, versammelt mittlerweile eine mittlere, zweistellige Zahl an Unterstützern auf Ko-Fi und eine fast dreistellige Zahl auf Twitch (viele davon mit Abo – was ebenfalls Geld in die Kasse spült) plus hunderte bis tausende Follower über alle Social Media-Accounts zusammen. Und das, obwohl sie erst seit gut einem halben Jahr mit allem „online“ ist. Ihren Lebensunterhalt KÖNNTE sie zwar damit schon bestreiten, aber sie HAT bereits einen festen Job, der genau dafür Sorge trägt – und eine Beziehung. Wahrscheinlich ist es genau diese Unabhängigkeit, die sie unbesorgter ihren Content zu schaffen erlaubt. Und genau das merkt man ihr an.

Ein echter Gegenentwurf dazu war eine andere Bekannte von mir. Kein fester Job, eine Handvoll Fans, die unterstützen und immer wieder kommen und Aufträge verteilen, keine Trennung zwischen „geschäftlichem“ und privatem Account, fragwürdige Rücklagen – in Summe eine so unsichere Lebenssituation, wie sie nur sein kann. Das wiederum führt zu Stress, zu Druck und damit immer mehr „Produkten“, die handwerklich zwar absolut grandios sind, denen man aber bei näherer Betrachtung anmerkt, dass sie „mit Gewalt“ rausgefeuert wurden, weil sie eben produktiv sein MUSS, um ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Woran man das sehen kann, würde ich nur zu gern ausführen, doch die Tatsache, dass Kritikfähigkeit und Trennung zwischen geschäftlich und privat quasi nicht vorhanden ist, lässt jeglichen Versuch, zu helfen, schnell ins Persönliche abdriften. Belassen wir es daher dabei zu sagen, dass ich kein gutes Bauchgefühl in der Situation habe, aber nichts dagegen tun kann oder gar tun werde.

Schließlich will ich noch einmal darstellen, wie ein GUTER Content-Creator reagiert, wenn man diesen unterstützt (ich könnte jetzt noch das Gegenbeispiel anführen, aber ich würde gern auf einer positiven Note enden).

Reaktion auf eine 10 Euro-Monats-Membership

Wichtig für jeden, der einem Creator hilft – und das ist sowohl für die Creators wie auch die Fans wichtig – sollte die Tatsache sein, dass man NICHT unterstützt, weil man sich davon selbst irgendwas verspricht (es gibt zwar Creators, die Benefits oder Boni verteilen – und auch Fans, die diese gern ausnutzen), sondern eben, weil man Teil von etwas Größerem sein will, weil man wem unter die Arme greifen möchte, man zusammen etwas erreichen und sich mit dem Ziel identifizieren möchte. So ist es bspw. bei den großen Creators im Netz für viele bereits absolute Genugtuung, wenn sie im Abspann als „sponsored by“ genannt werden – denn so ist man verewigt, ist man Teil eines großen Ganzen, Teil einer Community, Teil eines illustren, mehr oder minder exklusiven Kreises. Und DAS reicht vielen bereits.

Schlußbemerkung

Natürlich kann man jetzt in die Abwehrhaltung verfallen Marke „Du bist doch selbst keiner von dem ganzen!“ oder „Aber DU bist ja perfekt oder was?!“

Zu Ersterem kann ich sagen: Jein, immerhin schreibe ich hier diese Zeilen und etliche Texte, verfolge damit jedoch kein wirtschaftliches Interesse (die Werbung hier deckt nicht einmal ansatzweise die Betriebskosten. Wenn ich denn irgendwann auch mal nur einen Cent davon sehen sollte), sondern lebe stattdessen von meinem Vollzeitjob. Bei Letzterem indes sage ich deutlich „nein“ – denn ich hege herbe Zweifel daran, dass ich etwas revolutionär „neues“ entdeckt habe oder etwas sage, was eben jene, die ich hier angesprochen habe, nicht schon vorher wussten. Das krankhafte Bild, besser als alle anderen zu sein, habe ich nicht. Es gibt da zwar ein paar, bei denen ich das bejahen könnte, doch das ist wohl bei den meisten Menschen der Fall.

Ich sehe diesen Text, diese kurze Zusammenfassung und die Sichtweisen von mir daher als die Stimme des kleinen Teufelchens (oder Engleins. Sucht es euch aus) auf der Schulter, der mahnt, erinnert und hervorhebt. Wenn auch nur ein Bruchteil des Textes EINEM EINZIGEN weiterhilft, dann habe ich bereits mein Ziel erfüllt. Ansonsten ist es eben unterhaltsam zu lesen (hoffe ich), informativ…und für den Rest eben eine weitere Seite, die man überfliegt und dann – wahlweise genervt oder angepisst – weiterscrollt.

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Mikro-Aggressionen über ein nerviges Detail…

Je mehr ich so Filme und Serien, die in den USA sehe, in denen Wein getrunken wird (und das nimmt in letzter Zeit immer mehr zu), umso mehr gehe ich an die Decke, wenn ich sehe, wie der durchschnittliche Ami das Weinglas in Händen hält. Selbst eine Freundin von mir aus England neigt dazu, mit der Hand den Glaskelch zu umschließen und das Weinglas wie einen Cognacschwenker zu führen. Und so richtig das im Falle von Cognac auch sein mag, umso mehr bringt mich das bei Wein – insbesondere bei Weisswein – in Rage.

Die Faustregel „Ein Glas, das einen Stiel hat, fasst man auch an diesem – und NUR an diesem – an!“ hat nämlich einen wirklich wichtigen Grund: Wein hat seine ideale Trinktemperatur. Das ist eine Temperatur, bei dem das Aroma des Weins ideal ist, sich die „Blume“ seines Aromas entfalten kann. Und ja, selbst die Glasform ist je nach Art des Weins durchaus wichtig und für den Genuss relevant.

Klar, es gibt Menschen, die kippen sich Wein und Co. einfach nur runter, weil sie Alkohol konsumieren wollen. Umgangssprachlich nennt man diese Leute auch „Wirkungstrinker“. Andere wiederum – und das unterstelle ich diesen Amis einfach mal – trinken Wein, weil sie meinen, es wäre „chic“ oder sie würden dadurch besonders „edgy“ aussehen. Einem Liebhaber von Wein und edlen Getränken – denn ja, auch Wein ist eher ein edles Getränk – wie mir, stellen sich bei sowas allerdings die Haare zu Berge.

Wer das Weinglas am Körper mit seinen Patschern anfasst, der überträgt seine Körperwärme auf den Wein – und die wenigsten Menschen haben eine Körpertemperatur auf Wein-Trinktemperatur (die bei Rotweinen zwischen 12-16 Grad, bei Weissweinen dagegen bei rund 8-10 Grad liegt. Bier hat btw. seine ideale Trinktemperatur bei um die 7 Grad) – und lässt ihn so schnell an Aroma verlieren. Alles, was einen guten Wein auszeichnet, verschwindet mit jedem Grad oberhalb der idealen Trinktemperatur – und ist er erstmal bei um die 20 Grad angelangt, kann man einen guten, teuren Wein geschmacklich eh nicht mehr von der TetraPak-Plörre von der Tanke unterschieden. Spätestens ab da ist das Trinken von einem „teuren“ Wein sowieso nur noch Show.

Ja, genau so ein Mist bringt mich innerlich auf die Palme verdammt nochmal.

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