Zum Inhalt springen

Monat: Juli 2022

für WIE blöd halten die Spam-Versender die Menschen eigentlich?

Ja, ich weiß, der „übliche“ Ansatz bei Spam-Mails ist der sogenannte Shotgun-Approach. Wer die Analogie nicht versteht: Eine Shotgun – zu deutsch: Schrotflinte – verschießt eine Kanisterladung mit vielen, vielen, kleinen Schrotkügelchen, die sich binnen kürzester Zeit SEHR stark verstreuen und damit ein SEHR großes Zielgebiet abdecken. Wenn man weit genug zielt, kann man so eine ZIEMLICH große Fläche abdecken und DENNOCH zumindest IRGENDWAS treffen.

Allerdings – auch bei einer Schrotflinte muss man zumindest grob in die Richtung eines etwaigen Ziels zielen können. Und naja, was soll man zu manchen Spam-Mails noch sagen, die SO aussehen:

Dass das FBI erstmal NUR für die USA zuständig ist und es dort keinen CEO gibt (sowas ist eine Position, die für UNTERNEHMEN in den USA bzw. allgemein amerikanisch angehauchter Unternehmensstruktur anwendbar ist. Bei einer BEHÖRDE dagegen sieht es nochmal anders aus mit der Struktur. Dort heißt er „Director“), warum dieser mit einem gmail-Account und nicht etwa mit seinem .gov-Account schreibt und WESHALB dieser Account auf einen Jeremy R. Mazzam läuft, der entweder aus Brasilien, Malaysia oder Indien kommen dürfte, würde dem geneigten Leser solcher Mails sofort auffallen (warum er die Mailadresse fbidirectorchristopherwray2022, die sich in den Tiefen des Quelltextes der Mail versteckt, nicht genutzt hat, wird wohl sein persönliches Geheimnis bleiben. DIE wäre zumindest ETWAS vertrauenswürdiger gewesen).

Geht man weiter, kommt das „übliche“ für solche Spam-Mails: Viel zu viele Absätze, einige sehr seltsame, englische Grammatik (Englisch ist also gewiss nicht seine Muttersprache. Malaysia scheidet aus -dort spricht man ein recht gutes Englisch. Und auch in Brasilien kann man das mittlerweile. Bleibt also wieder mal nur Indien) und schließlich sowas hier:

Spätestens an DIESER Stelle sollten bei einem beide Augenbrauen nach oben wandern, denn hier sieht man, dass die Mal so GAR KEINEN Sinn mehr ergibt. Denn WARUM ZUM GEIER sollte sich der FBI Direktor (der sich selbst CEO nennt) und damit der alleroberste der Behörde für Inlandsverbrechen PER MAIL an eine ganze Liste an Mailempfängern wenden (die Mailadresse hat er also ja schon – und mit der Antwort würde man bestätigen, dass es die richtige Mailadresse ist), diese ERNEUT um ihre Mailadresse bitten und SÄMTLICHE Informationen, die er haben MÜSSTE, wenn er meint, er habe MEINE Ablagebox da in Händen, erneut anfragen?

Sicher, es gibt den Köder mit einer hohen Geldsumme am Anfang, aber wenn man sich die Mail auf der Zunge zergehen lässt, sieht man doch, dass es schlicht und ergreifend einfach nur von vorn bis hinten Käse ist, auf den keiner reinfallen DÜRFTE.

Aber hey, keine Sorge: Solche Idiotie gibt es nicht nur im englischsprachigen Bereich. Auch deutsche Versender dieses Blödsinns bekommen ihre Mailadressen nicht richtig hin.

Kurzum: Ja, der Spam ist immer noch in Massen vorhanden. Allerdings ist die Qualität des Spams mittlerweile sogar NOCH niedriger, als man früher bereits davon erwartet hat. Die Definition eines „Shotgun-Approach“ passt daher schon deswegen nicht mehr, weil mittlerweile nicht einmal mehr das grobe Zielen übernommen wird. Ich möchte daher lieber das Bild von einem stumpfen „mit dem Hammer auf einen Holzklotz-Hauen“ bemühen, bei dem man hofft, dass IRGENDWANN und aus IRGENDEINEM Grund dann doch mal rein zufällig eine Nuss auf besagtem Holzklotz landen sollte, die man dann mit dem Hammerschlag knacken könnte. Nur eben, dass dieser Holzklotz in einem Einkaufszentrum steht, in dem weder Nussbäume stehen, noch Nüsse verkauft werden.

Leave a Comment

Warum ich YouTube NUR noch mit Werbeblocker besuche (und es JEDEM empfehle)

Ein kleines Vorwort: Mir ist bewusst, dass jetzt einige Content Creators lautstark schimpfen, toben oder fluchen werden. Das nehme ich gern in Kauf, das ertrage ich gern, denn die folgenden Absätze werden dem ausreichend Kontra geben, so dass selbst die cholerischsten YouTuber rot vor Scham anlaufen werden.

Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum: Die Inhalte auf YouTube sind kostenlos*. Nein, dieses Sternchen werde ich jetzt nicht, wie es etliche Verlage, YouTuber oder sonstige Leute mit eher wenig Gewissen nur in einer Fußnote erklären, ich mache es hier: Es entstehen keine MONETÄREN Kosten für den Betrachter, so lange dieser keinen Premium-Account besitzt und damit quasi einen Kauf-AdBlocker bekommt, muss es aber auch nicht, denn Kosten können in Form anderer Ressourcen erhoben werden. Und einige Formen sind lukrativer, als eben andere: Daten und Zeit nämlich.

Google ist eine Datenkrake, das dürfte bekannt sein. Wer Analytics kennt (dazu gehöre ich – wenn auch nur oberflächlich), der weiß, dass man so Trends ablesen kann, gesellschaftliche Kategorien, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung bzw. Identifikation und so weiter und so fort. Amazon geht sogar so weit, dass man anhand von Suchabfragen erahnen kann, ob man eine schwangere Frau vor dem Monitor hat, so dass man genau zur richtigen Zeit Sonderangebote für Babysachen auf die Startseite platzieren kann. All das bewirkt eines: Man kann den Besucher steuern und so, quasi am Nasenring durch die Manege geführt, genau vor das Regal setzen, dass dieser gerne haben will oder haben wollen könnte. Damit wiederum bindet man den Kunden an sich – was etwas äußerst Positives ist. Denn so spart man sich die Werbung – der Kunde wird zum Werbeträger, zum „Botschafter“ für das Unternehmen. Man spart somit die Werbung, die dann wiederum andere bei einem selbst schalten wollen.

Und damit kommen wir zum zweiten Faktor: Zeit. Denn ja, Wenn man sich EIGENTLICH nur ein 3-Minuten-Video ansehen will, dafür aber erst eine Minute Werbung ansieht, dann nimmt sich YouTube eben diese eine Minute einfach, ob man es nun will oder eben nicht. Und „Zeit ist Geld“ gilt eben nicht nur bei Goblins in WoW, es gilt auch in der Realität. Denn Zeit ist begrenzt – wir haben nur so viele Minuten pro Tag, die wir „produktiv“ nutzen können, die wir für unsere Freizeit oder andere Dinge, die uns wichtig sind, aufwenden. Ein Anbieter, der sich bei dieser begrenzten Ressource zu sehr bedient, der wird schnell als Störfaktor empfunden.

Gerade dieser letzte Faktor – nämlich ZEIT – ist es, der mich hochgradig ärgert. Denn wie ich schon sagte: 3 Minuten Video, 1 Minute Werbung – das ist in etwa das Verhältnis, das man mittlerweile bei YouTube serviert bekommt. Damit ist YouTube mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie das „Free-TV“ (das ja auch „kostenlos“ ist. Gut, außer dass man für den terrestrischen Empfang mittlerweile eine Jahresgebühr bezahlen muss. Und das man keine Aufnahmen anfertigen darf (bzw. nur zeitlich begrenzt). Und das man an allen Ecken und Enden noch zu Zusatzleistungen genötigt wird), mit der Ausnahme, dass etlichen Content-Creators nicht einmal dieses Pari-Pari mit dem klassischen Fernsehen (dessen Niveau bspw. die Trends von YouTube schon LANGE unterboten hat. Gute 90% des Contents dort würde ich hier, neudeutsch, locker als „cringe“ bezeichnen oder schlichtweg „peinlich“ nennen) reicht, sie fügen noch etwas in Richtung Patreon, SteadyHQ und Co. hinzu (also nicht als ALTERNATIVE zum Werbung gucken, sondern ZUSÄTZLICH!), widmen zwischen 10-30% ihres Videoinhalts noch EIGENEN Sponsoring-Deals – oder kombinieren einfach mal alles zusammen.

Fassen wir also kurz zusammen: Damit ich mir ein 5 Minuten-Video angucken kann, MUSS ich mir von YouTube am Anfang mittlerweile 2 Werbeclips ansehen, die rund eine Minute laufen. DANN startet das Video mit einem „is sponsored by X“, ein wenig Content, dann ein Kommentar zum Sponsor (auch nochmal rund eine Minute), dann am Schluss NOCHMAL ein Werbeclip und schließlich noch ein Verweis auf den Merchandising-Store des Kanals, dessen Patreon oder Ähnliches. Kurzum: Werbegehalt jenseits der 50%. Böse Zungen könnten sagen: Wenn man sich eine Dauerwerbesendung von QVC und Co. ansieht, bekommt man weniger Werbung und mehr Unterhaltung, als von einem durchschnittlichen YouTube-Kanal.

Ist das Video länger als 10 Minuten, kann der Kanalbetreiber btw. sogar frei fast beliebig viele Werbeclips einstreuen. Gerade diese Bestenlisten-Kanäle nutzen es nur zu gern, produzieren daher mit etwas längeren Vor- und Abspannen Videos, die KNAPP über 10 Minuten laufen, damit sie dann wirklich JEDE VERDAMMTE MINUTE einen Werbeclip von YouTube einstreuen können. Quasi Werbung unterbrochen von Werbung, die Werbung für die Werbung macht, die man vorher in der Werbung gesehen hat. Man könnte auch sagen: Da lässt jemand mit einem 10:03 Minuten langen Clip YouTube Geld für ihn drucken.

Und genau WEIL ich so etwas nicht unterstütze (nein, NICHTS vom oben genannten), nutze ich den Ad-Blocker. Nicht, weil ich dem YouTuber seinen Umsatz nicht gönne (bis auf den mit seinen Top-Listen. DIE dürfen meinetwegen gern in der Hölle schmoren. Aber nur auf kleiner Flamme, bitte), sondern weil ich keine Lust habe, 90% meiner Zeit mit belangloser Werbung zu verschwenden und dann teils lieblos hingeklatschte Videos ertragen zu müssen. Denn Dinge wie „Es wird ja für die User gemacht“ ist schon lange nicht mehr der Fall. Im Gegenteil.

Wenn sich jetzt noch einer dieser Creators über mich aufregen sollte, dann sei diesem gesagt: IHR habt angefangen! Das hier ist lediglich Selbstverteidigung!

Leave a Comment
Cookie Consent mit Real Cookie Banner