Kapitel 19 – Krieg der Seelen

Um sie herum war alles kalt und dunkel. Kein einziger Lichtschein, nicht einmal das Schimmern einer fernen Reflexion, erhellte den Ort, an dem sie stand. Erst als sie an ihren Gürtel griff, eine Schriftrolle hervor brachte und die Finger darüber wandern ließ, die von ihrer Handschrift an Magie in das Pergament eingeschlossene Stück Papier freisetzte, erhellte das leicht bläuliche Glimmen die Dunkelheit und gab ihr somit endlich die Möglichkeit zu sehen, wo sie tatsächlich war. Doch auch das fahle, blaue Licht der Rolle reichte nicht, um die Umgebung tatsächlich angemessen erkennen zu können.
Steinerner Boden. Keinerlei Struktur, die irgendwie auffällig war. Im Gegenteil: Der Boden war völlig glatt, ließ jegliches Muster vermissen, spiegelte stattdessen in einem sanften Grau. Wände, die einen Raum begrenzen würden, sah sie im fahlen Licht, das von dem Papier zwischen ihren Fingern ausging, dagegen nicht. Auch eine Decke oder tragende Säulen, die diesen Raum oder was auch immer das war stützen mussten, sah sie nirgends. Und nicht nur das – eine unheimliche Stille drang an ihre Ohren. Eine Stille, die so betäubend und benebelnd wirkte, dass sie den unbändigen Drang verspürte, laut los zu schreien, damit diese Stille nur endlich ein Ende nahm. Stattdessen aber blickte sie stur vorwärts und begann in die Dunkelheit vor sich zu sprinten. Doch bereits nach drei Schritten blieb sie wieder stehen, blickte verwundert an sich hinab. Etwas fehlte hier.
Unsicher hob sie einen ihrer Hufe und stapfte kräftig damit auf.
Kein Klirren. Kein Knarzen von Metall, das sich in Stein bohrte. Nur ein sehr dumpfer Klang eines Schrittes, dem jeglicher Hall fehlte. Jetzt sah sie gänzlich an sich herab.
Keine Rüstung. Nicht einmal die Leinenkleidung, die sie unter ihrer Rüstung üblicherweise trug. Nur ihr Fell, eine lilane Robe und ein einfacher Gürtel, an dem ein Beutel mit Schriftrollen und anderen Schreibwaren angebunden war, bedeckten ihren Körper. 
Eine Frage brannte sich in ihren Kopf: Was war hier los? Wo war sie? Wieso war sie hier? Und woher hatte sie diese Kleidung, warum waren ihre Eisen fort, wieso hörte sie nichts und weshalb sah sie nirgends Licht? Wo auch immer sie hin blickte, alles wirkte einfach nur falsch.
Fragen über Fragen. Doch anstatt herumzustehen und zu hoffen, dass ihr die Antwort einfach zuflog, lief sie wieder los und rannte nun so schnell sie ihre Hufe tragen konnten vorwärts. Schneller, immer schneller trugen ihre Beine sie voran, in der Hoffnung, dass sich dieser seltsame Raum irgendwie doch ein wenig veränderte.
Ein Trugschluss, den sie nach zahllosen Minuten, die vergangen sein mussten, bemerkte, als sie nach Luft ringend zum Stehen kam und sich wieder umsah. Wäre sie nicht so außer Atem, würden ihre Beine von der plötzlichen, extremen Kraftanstrengung nicht so brennen und wäre sie sich nicht absolut sicher, noch ihren Verstand zu besitzen, sie hätte Stein und Bein geschworen, dass sie auf der Stelle gelaufen war.
Ein leises Keuchen hinter ihr riss sie aus den Gedanken. Sofort wirbelte sie herum, blickte zur Quelle des Geräuschs. Dort, einige Meter von ihr entfernt und wie aus dem Nichts sah sie zwei Gestalten in der Dunkelheit, die im flackernden Schein einer Kerze, die in der Luft schwebte, in einen Kampf vertieft waren.
Xelestra wandte sich nun vollends zu den beiden um, trat einige Schritte näher, um die beiden etwas näher in Augenschein zu nehmen.
Zwei Taurinnen, die sich mit ihren Waffen bekriegten. Die eine war in eine gänzlich schwarze Rüstung gekleidet, schwang eine blau schimmernde Klinge gegen ihre Rivalin. Diese wiederum hatte eine Zweihandaxt, die sie geschickt zur Parade hob, trug eine von Rot- und Brauntönen gesäumte Rüstung mit viel beschlagenem Leder. 
Zwei ebenbürtige Krieger im Kampf auf Leben und Tod – so wirkte es auf den ungeschulten Betrachter. Xelestra jedoch, die das Wissen etlicher Jahrzehnte von Kampferfahrung besaß und selbst ebenfalls viele derartige Kämpfe ausgefochten hatte, erkannte die Situation als jene, die sie tatsächlich war: Die Taurin in der schwarzen Rüstung spielte offenbar nur mit der Taurin in der rotbraunen Rüstung. Sie parierte die Versuche ihrer Rivalin, die Axt zum Angriff zu schwingen, mit spielerischer Leichtigkeit, holte im Gegenteil selbst kräftig aus und bremste ihren Schlag auf halbem Weg, um dann bewusst und gewollt eine Parade zu provozieren, während der rotbraun gerüsteten Taurin mehr und mehr die Luft auszugehen schien.
Bei noch genauerem Blick erkannte Xelestra auch weshalb: Etliche der roten Bereiche der Rüstung waren hellrot von Blut, das aus zahlreichen Wunden quoll. Nur ihr Kampfeswille hielt sie scheinbar noch aufrecht – und ihr Überlebensinstinkt leitete ihre Waffenhand.
Die schwarze Taurin dagegen hatte keinerlei Kampfspuren an sich. Einige wenige Kratzer in der Rüstung, doch nirgends auch nur die Spur von Blut oder gar Schwäche. Ihre Augen wanderten stattdessen über ihre Rivalin, als wäre sie nur noch auf der Suche nach der einen, nach der perfekten Stelle, um diesen erbärmlichen Kampf mit einem einzigen, winzigen Streich sofort zu beenden. Und tatsächlich schien sich ihre Geduld auszuzahlen, als ihre Gegnerin einen etwas zu gewagten Angriff nach vorn versuchte, ihre mächtige Axt aber ins Leere schwang und, vom Schwung der eigenen Waffe getrieben, an der Taurin mit der schwarzen Rüstung vorbei stolperte und einen weiten Ausfallschritt machte, um sich sofort wieder zu fangen.
Mit einem lauten Krachen donnerte die schwarzgerüstete Taurin den Griff ihres Schwertes in den Rücken ihrer Gegnerin, raubte ihr so den letzten Rest Balance und ließ sie auf Knie und Hände stürzen. Die Axt flog ihr aus den Händen, zwei Meter von ihr fort und damit außer Reichweite, während die schwarze Taurin nun ihre eigene Klinge anhob und auf den exponierten Hals ihrer Gegnerin anlegte. Ein zufriedenes, böses Grinsen schimmerte unter dem ansonsten gänzlich schwarzen Helm hervor, der ihr Gesicht verdeckte. Zu lange hatte sie auf diese Gelegenheit gewartet, als dass sie sie untätig verstreichen lassen würde. Also steckte sie alle Kraft, die sie hatte, in diesen Schlag, um die Klinge mit tödlicher Präzision herab rasen zu lassen.
Plötzlich geriet ihre Welt in Bewegung, spürte sie einen heftigen Schmerz in ihrer Seite, der sie von den Hufen riss und auf den Boden donnern ließ, während ihre Klinge im hohen Bogen davon segelte und unmittelbar neben der Axt auf den Boden krachte. Wutentbrannt schüttelte sie sich, versuchte den Grund für diese Störung heraus zu finden und sah ihn in Form von Xelestra, die ihr aus vollem Lauf und mit ihrem ganzen Körper in die Seite gesprungen war, den tödlichen Streich somit verhindert hatte. Gänzlich baff starrte sie zu der fremden Taurin hinauf, die ihre Faust ballte und mit aller Kraft in Richtung Helm donnerte. Dann sank sie bewusstlos in sich zusammen.
Xelestra atmete tief durch, spürte das Adrenalin in ihren Adern brennen, sprang aber sofort wieder auf die Hufe, blickte zu der verletzten, anderen Taurin und griff nach ihrem Arm. Die keuchte, riss sich ihren Helm runter und starrte ihre Retterin verdutzt an. Xelestra starrte ihrerseits zurück und war sich in diesem Moment sicher, ihren Verstand zu verlieren. Denn diese, in ihre rotbraune Rüstung gekleidete Taurin, war sie selbst.
Sekunden des fragenden Starrens vergingen, ehe Xelestra vom Seufzen der schwarz gerüsteten Taurin aus ihrer Starre gerissen wurde, sich zu ihr umdrehte, ihr ebenfalls den Helm herunter riss und sie an der Mähne packen wollte. Doch erneut blickte sie in ihr eigenes Gesicht. Anders als die andere Taurin aber waren die Augen dieser Version von ihr nicht kastanienbraun, sondern leuchteten in einem grellen Blau, das sogar durch die geschlossenen Augenlider hindurch sichtbar war.
Die rotbraune Version von ihr schien ihre Chance zu erkennen, zwang sich selbst auf die Hufe und sprang auf die am Boden liegende, schwarze Taurin, drückte ihr beiden Hände um ihren Hals und drückte so feste zu, wie sie nur konnte. Das wiederum riss die schwarze Taurin aus ihrer Benommenheit, die ihrerseits ihre Hände um den Hals ihrer Kontrahentin legte und mit aller Kraft zudrückte. Xelestra indes stand neben den beiden, die gerade drauf und dran waren, sich gegenseitig umzubringen. Wutschnaubend packte sie die rotbraune an der Mähne und zog sie mit einem kräftigen Ruck zurück, griff mit der anderen Hand nach der Mähne der schwarz gerüsteten Taurin und tat es ihr gleich.
Beide Varianten ihrer Selbst ließen voneinander ab, brüllten mit einem Mal laut auf, als ihre Köpfe gewaltsam nach hinten gerissen wurden und ruderten mit den Armen wild umher, ehe sie wirklich realisierten, dass noch eine dritte Version von ihnen selbst anwesend war.
„IHR SETZT EUCH JETZT HIER HIN UND MACHT KEINEN MUCKS MEHR ODER ICH BRECH EUCH DIE BEINE!“ brüllte Xelestra die beiden Versionen ihrer Selbst an, schleuderte sie schroff mit dem Kopf in Richtung Boden. Zwei Augenpaare fixierten sie mit bösem Blick.
„Die….will mich umbringen….“ Keuchte die rotbraun gerüstete Taurin nach einigen Augenblicken des Starrens, deutete mit einer Hand in Richtung der schwarz gerüsteten Taurin. Diese griff sogleich nach der Hand und begann, diese mit einem kräftigen Ruck zu verdrehen. Doch noch ehe sie das Knacken der Handknochen vernehmen konnte spürte sie ihrerseits einen Schmerz, der von ihrem linken Knie ausging. Schlagartig wanderte ihr Blick von ihrer Kontrahentin zu Xelestra, die einen Schritt weiter an die beiden heran getreten war und deren linker Huf nun auf dem linken Knie der schwarz gerüsteten Todesritterin ruhte, dieses in einem sehr ungesunden Winkel auf den Boden drückte.
„Ich habe eben etwas gesagt…“
„SCHWÄCHE MUSS ENDEN.“ Knurrte nun die schwarze Taurin mit einem seltsam hallenden Unterton.
„Ich bin nicht schwach!“ brüllte die rotbraun gerüstete Taurin zurück, während sie sich die schmerzende Hand rieb.
„Aber du bist verletzt.“ Stellte Xelestra fest, die nun zur anderen Taurin blickte und mit einer Hand auf die Blutspuren in ihrer Brust und ihrem Bauch deutete.
Die Taurin nickte. „Ja. Ich…“
„DU BIST SCHWACH!“ brüllte die schwarz gerüstete Taurin lautstark, hob die Hand zum Angriff auf die andere Taurin. Xelestra schritt aber erneut ein, fing die Hand noch in der Bewegung mit einer eigenen auf und donnerte ihre linke Faust mit aller Kraft gegen den Ellenbogen der schwarzen Taurin.
Es knackte zweimal deutlich hörbar, ehe die schwarze Taurin ihren Blick wutentbrannt auf Xelestra richtete. Die jedoch griff nach der Schulter der rotbraun gerüsteten Taurin, zog diese hoch und einige Schritte weiter von ihrer Rivalin weg.
„Sie ist jetzt auch verletzt. Ihr seid wieder ebenbürtig.“ Knurrte Xelestra, legte die Taurin einige Meter entfernt ab, wandte sich um, griff zu Schwert und Axt und schritt wieder zwischen die beiden.
„Die hier nehme ich mit. Und ihr….“ Knurrte sie, die Waffe der jeweiligen Taurin auf eben diese richtend „…ihr werdet einander in Ruhe lassen. Kämpft, wenn ihr es für nötig haltet. Aber wehe, wenn einer von euch beiden den anderen verletzt oder gar töten will.“
„SIE MUSS STERBEN!“ brüllte die eine
„Sie wird mich umbringen, wenn ich sie nicht aufhalte!“ brüllte die andere
„Nein. Ruhe. Alle beide!“ schnaubte Xelestra. „Ihr werdet euch vertragen!“
Vor lauter Zorn, der mittlerweile über diese Starrsinnigkeit der beiden Versionen ihrer selbst in ihr aufloderte merkte sie nicht, wie es um sie herum mit einem Mal heller wurde. Die Helligkeit wurde zu einem leuchtend weißen Strahlen, das den endlos wirkenden Raum zu erhellen begann und bis in die höchsten Höhen hinauf leuchtete. Erst als das Licht blendend hell wurde nahm Xelestra es wirklich aktiv wahr, sah sich nach der Quelle um, damit sie sich davon abwenden konnte, um von dem intensiven Strahlen nicht geblendet zu werden. Doch sie sah die Quelle des Lichtes nicht, das immer stärker wurde und ihr gesamtes Gesichtsfeld ausfüllte. Auch die beiden anderen Versionen von ihr versuchten ihre Augen vor dem strahlenden Licht zu schützen, wandten ihre Gesichter ab und drückten ihre Köpfe fest auf den Boden. Dann endlich wurde ihr bewusst, wo das Licht her kam.
Von ihr selbst. Ihr eigener Körper war es, der weiß zu glühen begann und immer heller wurde, ehe er zu reinem, weißen Licht wurde, der wie eine Lanze aus reinem Licht die Umgebung erhellte. 
Xelestra drückte die Hände vor ihre Augen, um nicht geblendet zu werden. Doch das Licht wuchs auch aus ihren Handflächen, nahm ihr jede Sicht, schien sie gänzlich zu verschlingen und sie zu dem funklenden Strahlen selbst zu machen. Dann verging auch noch der letzte Rest der Dunkelheit vor ihrem Gesicht, wandelte sich alles in Weiß.

Als das strahlende Weiß endlich nachließ, kehrte die Dunkelheit zurück. Vorsichtig und mit aller Kraft zwang Xelestra ihre Augenlider auf, in der Erwartung, vom grellen Lichtschein sofort wieder geblendet zu werden. Doch da war kein weißes Licht mehr – nur ein sanftes, grünes Flackern von einem Feuer, das in einiger Entfernung in einer Feuerstelle loderte und die Umgebung mit fremdartigen Schatten anfüllte.
Xelestra hob vorsichtig den Kopf, sah sich um.
Sie lag in einem fremden Bett, umgeben von Bücherregalen. Links neben ihr saß eine Gestalt zurückgelehnt und schlief offenbar tief und fest, säuselte sanft vor sich hin. Weitere Schnarchlaute drangen aus größerer Entfernung an ihre Ohren.
Langsam versuchte sie sich aufzurichten, spürte aber mitten im Versuch, ihren Oberkörper anzuheben einen heftigen Schmerz in Brust, Bauch und Rücken, der sie an jeder Bewegung hinderte. Also versuchte sie ihre Arme zu bewegen, strich damit über ihre Flanken, ihren Bauch, Brust und so weit an ihrem Rücken entlang, wie sie konnte, tastete. Dann kehrten die Erinnerungen zurück.
Khaled. Höllschrei. Die Kämpfe in Pandaria. Nikariu am Boden, dann die Axt, die in ihre Richtung raste und ihr letzter Versuch, die kleine Paladina zu retten. Schwärze.
Sie biß sich selbst auf die Lippe, als sie an ihrem Brustkorb angekommen war. Bei dem Kampf mit Khaled hatte sie sich offenbar noch drei weitere Rippen gebrochen, deren Heilung gerade erst begonnen hatte. Ihre eigene Klinge dagegen, die von Höllschrei gegen sie gerichtet worden war, hatte in ihrem Rücken weitreichende Verletzungen hinterlassen. So würde es sicher etliche Tage dauern, ehe sie sich wieder bewegen können würde. Oder….
Sie drehte sich auf dem Bett auf die Seite, rollte zur linken Seite und stürzte aus dem Bett. Noch ehe sie aufschlug, streckte sie ihre Arme aus, fing ihren Fall ab und drückte sich selbst im Liegestütz nach oben, versuchte sich auf die Hufe zu pressen. Doch zu ihrem Entsetzen spürte sie ihr linkes Bein unterhalb des Oberschenkels nicht mehr. Wieder blickte sie an sich herab, sah, wie ihr linkes Knie dick und verdreht war. Erinnerungen an jenen Tritt Höllschreis wurden wieder wach. Innerlich fluchte sie, wusste sie doch aus der Vergangenheit, dass derartige Verletzungen über eine Woche dauern würden, bis sie vollständig verheilt waren.
Doch erneut kam ihr das Glück zur Hilfe, erspähte sie einen Besen, der an eines der Regale angelehnt war. Mit einem Handgriff hatte sie den Kopf des Besenstiels abgebrochen, packte den Stiel nun mit beiden Händen, biss auf die Zähne und zog sich an dem Stiel langsam nach oben, bis sie schließlich auf ihrem rechten Bein und dem Stiel balancierend stand.
„So weit, so gut.“ Murmelte sie vor sich hin, blickte sich nun erneut um und erspähte dann das, was nach einem Ausgang aussah. Vorsichtig und so leise wie sie konnte setzte sie zuerst den Stiel nach vorn, stützte sich mit beiden Händen darauf, ehe sie ihren rechten Huf einen Schritt nach vorn setzte. Zu ihrer Überraschung gelang ihr das außergewöhnlich gut, wurde ihre Euphorie nur von ihrem linken Huf getrübt, den sie vorsichtig hinter sich her schliff, um kein zu lautes, schleifendes Geräusch auf dem Boden zu produzieren. So kam sie nur langsam voran, durchschritt dann den Ausgang schlüpfte schnell hindurch.
Als sie draußen angekommen war, beschleunigte sie ihr Vorankommen, zog ihr linkes Bein so flott sie konnte hinter sich her, blickte sich auf der Suche nach Orientierung um. Wo war sie? Wer war das? Wie war sie hierher gekommen? Und….
Xelestra erstarrte, als ihr Blick über die Klippen und die Ferne fiel, die von den ersten Sonnenstrahlen des neuen Morgens erhellt wurden.
Das dort hinten….das war Donnerfels. Mulgore. Ihre….Heimat. Sie war….sie war zu Hause….
Tränen schossen in ihre Augen, suchten ihren Weg auf einem für sich völlig unbekannten, vorher nie beschrittenem Gesicht. Dann versagten Xelestra ihr Knie und die Hände, stürzte sie auf ihr einzig gesundes, rechtes Knie und auf den Boden.
Ein Gefühl, das sie so lange nicht gespürt hatte, das sie schon als verschwunden, als verloren vermutet hatte, übermannte sie, nahm ihr jede Kraft. Und so sackte sie in sich zusammen, legte ihre Stirn auf ihre Hände, die sich in den mit saftig grünem Gras bewachsenen Boden gruben….und weinte aus den tiefsten Tiefen ihrer geschundenen, zerbrochenen, verletzten Seele.

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