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Heard – Woke-Feminismus im Endstadium

Es ist ja jetzt nicht unbedingt eine Neuigkeit, dass seit rund 10-20 Jahren die Feminismusbewegung nicht nur Fahrt aufgenommen hat (DAS ist glaube ich schon seit gut 50 Jahren der Fall), allerdings hat sich hierbei in besagter Zeit VIEL eher in die falsche Richtung getan.

Was genau ich damit meine? Ein kleines Beispiel und hiermit eine Aufforderung an alle, die das hier lesen. Geht bitte Schritt um Schritt vor:

  1. Stellt euch eine Frau vor. Normale Figur, normale, weibliche Maße. Sie trägt einen Hosenanzug und einen dünnen Schlips, hat die Hände vor der Brust verschränkt.
    Frage: Was denkt ihr über diese Frau?
  2. Stellt euch einen Mann vor. Normale Figur, normale, männliche Maße. Er trägt ein Sommerkleid mit dünnen Trägern über den sonst freien Schultern sowie dünne Sandälchen mit leichtem Absatz.
    Frage: Was denkt ihr über diesen Mann?

Wären wir in einer wirklich zu 100% neutralen und emanzipierten Welt, müsste die Antwort auf beide Fragen die gleiche sein. Allerdings maße ich mir jetzt einmal an, festzustellen, dass es wohl eine HEFTIGE Diskrepanz zwischen den Aussagen beider Fragen geben dürfte – und ich ahne bereits das Kopfschütteln, Grinsen oder andere Reaktion, die nicht unbedingt Zustimmung ausdrückt, bei der zweiten Antwort, während Erstere höchstwahrscheinlich zwischen „ja, ist doch normal“ bis hin zu „mutig, DIE traut sich etwas“ schwanken dürfte. Und ja, genau da ist das Problem, das wir mittlerweile haben: Der Feminismus hat zwar anfangs viel gebracht (und war auch dringend nötig), aber an IRGENDEINER Stelle ist der Zug entgleist. Und statt die Notbremse zu ziehen und den Zug wieder auf die Gleise zu packen, wurde schlicht gesagt „Nö, wir fahren abseits der Gleise weiter und machen uns unseren eigenen Weg. Egal, wenn da ne Schule oder ein Zoo im Weg stehen!“

Ähnlich ist bzw. war es auch mit der „netten“ Heard – und das es Medien gibt, die ihre zahllosen Lügen (bei denen sie live vor der Kamera erwischt wurde) bis heute immer noch glauben und abdrucken, die ob der ganzen Geschichten, die sie erzählt hat und die nun vor Gericht als nicht mehr als eben das – Geschichten, ohne wesentlichen Wahrheitsgehalt – immer noch als Fakt ansehen, eine Alice Schwarzer und etliche Feministinnen, die die Niederlage einer pathologischen Lügnerin als „Niederlage des Feminismus und für alle Frauen“ herbeischreiben, sagt viel über den Respekt eben jener Damen gegenüber der Wahrheit und tatsächlichen Gleichheit vor dieser aus.

Das wirklich Schlimme daran: Amber verfolgt das ganze wohl auch deswegen so absolut entschlossen, weil sie der festen Überzeugung ist, ALLES richtig gemacht zu haben. In ihren Augen war alles korrekt, ist es der „alte, weiße Mann“, der ALLEIN die Schuld trägt. Die Lügen, die Überspitzungen, die Fehlinterpretationen – sie gehören für sie alle zum guten Ton, zur Normalität, sind ihrer eigenen Meinung nach „richtig“. Deswegen wirkt sie vor Gericht, in den Medien und überall sonst auch so entschlossen: Sie meint sich selbst auf dem RICHTIGEN Weg. Deswegen ist es auch nur konsequent, dass sie noch immer die gleichen Behauptungen, obwohl sie LÄNGST widerlegt wurden, weiter behauptet. Andernfalls müsste sie ja ihre eigene Realität hinterfragen. Eine Realität, die sich von Hollywood aus immer weiter verbreitet…und die leider sehr viele selbst schon verinnerlicht haben.

Natürlich geht das ganze Woke-Sein, das aus dieser Bewegung geboren wurde, noch VIEL weiter (und Hollywood ist damit quasi schon längst so durchsetzt, dass man schon krampfhaft suchen muss, um etwas zu finden, was NICHT davor tropft), spaltet es die Gesellschaft, bewirkt so genau das Gegenteil dessen, was EIGENTLICH geplant war. Denn EIGENTLICH sollte die ganze Bewegung ja dafür sorgen, dass Menschen, die vorher nicht wirklich inkludiert waren, in die große Gemeinschaft hinein geholt und so die Gesellschaft als Ganzes profitieren sollte. Tatsächlich aber bilden sich Dank dieser Woke-Kultur drei Lager: Jene, die UNBEDINGT und ALLES immer inkludieren wollen, jene, die von dieser überbordenden Rederei genervt sind und daher von den Woke-Leuten beschimpft und ausgegrenzt wurden (war da nicht etwas mit Inklusion und so?) und schließlich noch jene, die inkludiert werden sollen, denen sich aber die Nackenhaare aufstellen ob jener Leute, die sie krampfhaft in eine Richtung schieben wollen, die sie nie gewollt haben (fragt mal die Studentinnen an einer Uni, an der schon immer jeder willkommen war, für deren Studiengänge sich aber bislang nur 2% Frauen interessiert haben, weil es DERARTIG nischig ist, dass es eben nur die echten „Freaks“ erreicht, wie sie sich fühlen, wenn jemand diese Uni nun auf Krampf so umbaut, dass alles auf Krampf weiblich-inkludierend gestaltet wird und die 98% Jungs und Männer, mit denen sie bislang KEINE Problem hatte und die umgekehrt mit ihr ebenfalls kein Problem hatten, plötzlich kein Mitspracherecht mehr bekommen, weil sie ja schließlich Männer sind, wie sie sich DA wohl fühlen mag und ob es eine Verbesserung für sie und ihr Leben darstellt. Ich wage zu behaupten: Nein, eher nicht.), es aber akzeptieren MÜSSEN und, wenn sie es genervt ablehnen, dann in Gruppe 2 reingedrängt und beleidigt werden (so viel zum Thema Respekt und Inklusion, eh?).

Was mich betrifft – ich fühle mich in dieser ganzen Diskussion in der Zwickmühle und in einer äußerst peinlichen Situation. Ich bin dazu erzogen worden, andere zu respektieren und Rücksicht auf sie zu nehmen, hilfsbereit zu sein. Diese Grundeinstellung kollidiert bereits mit der Erwartungshaltung, die mir mehrfach entgegen geworfen wurde (nämlich, das Leute, die durchaus Hilfe gebrauchen könnten, keinesfalls Hilfe haben WOLLEN und einem sogar böse Absichten unterstellen, sogar dazu übergehen, über einen zu schimpfen und einen mit Drohungen zu bewerfen, nur weil man helfen und nett sein wollte. Und ja – Klischees wie „Mr. Nice Guy“ werden dann auch mit in die Diskussion geworfen, womit direkt wieder eine böswillige Unterstellung mitschwingt. Falls jemand, der bei dieser Anschuldigung beteiligt war, das mitlesen sollte, möchte ich hiermit sagen: Wenn es etwas gibt, womit man mich verletzen kann – ja, das war in der Tat ein Dolchstich, der bis zum heutigen Tage schmerzt. Und ehe diejenigen fragen: Nein, es gibt keine Worte und auch sonst nichts mehr, was das wieder gutmachen könnte. Manche Dinge kann man eben nicht reparieren, wenn man sie einmal kaputt gemacht hat). Ähnlich ist es zwischen Depp und Heard – liebend gern möchte ich für ihn Partei ergreifen und klarmachen, dass ER es offensichtlich nicht gewesen sein kann, der da der Schuldige war und ist und IHR, die sie mehrfach der Lüge überführt wurde, die Schuld anlasten – doch in dem Moment, wo ich (selbst alter, weißer Mann) das machen würde, kämen Unterstellungen, von MIR wäre ja schließlich nichts anderes zu erwarten. Natürlich sind derartige Scheinargumente gegen mich bzw. meinen Punkt haltlos, aber sie tun eben trotzdem weh. Und wenn wir in den vergangenen Jahren eines gelernt haben dürften (und wenn ICH mit meinen vergangenen Erlebnissen eines gelernt habe), dann dass sich die Menschen von GUTEN und STARKEN Argumenten nicht lenken lassen. Sie folgen lieber ihren Gefühlen – und wenn ihre Gefühle ihnen sagen, dass der Mann der Schuldige ist, dann kann man so viele Beweise, Belege, Zeugen und gute Tagen nachweisen, wie man will – im Kopf der anderen wird man der Mann und damit der Schuldige bleiben.

Es wäre alles so viel leichter, wenn wir ENDLICH über diese Geschlechterrollen hinweg kämen und jemanden nicht mehr wegen Geschlecht, Herkunft oder Ähnliches verurteilen würden, sondern nur noch aufgrund der Taten es jeweiligen.

Published inRant

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