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für WIE blöd halten die Spam-Versender die Menschen eigentlich?

Ja, ich weiß, der „übliche“ Ansatz bei Spam-Mails ist der sogenannte Shotgun-Approach. Wer die Analogie nicht versteht: Eine Shotgun – zu deutsch: Schrotflinte – verschießt eine Kanisterladung mit vielen, vielen, kleinen Schrotkügelchen, die sich binnen kürzester Zeit SEHR stark verstreuen und damit ein SEHR großes Zielgebiet abdecken. Wenn man weit genug zielt, kann man so eine ZIEMLICH große Fläche abdecken und DENNOCH zumindest IRGENDWAS treffen.

Allerdings – auch bei einer Schrotflinte muss man zumindest grob in die Richtung eines etwaigen Ziels zielen können. Und naja, was soll man zu manchen Spam-Mails noch sagen, die SO aussehen:

Dass das FBI erstmal NUR für die USA zuständig ist und es dort keinen CEO gibt (sowas ist eine Position, die für UNTERNEHMEN in den USA bzw. allgemein amerikanisch angehauchter Unternehmensstruktur anwendbar ist. Bei einer BEHÖRDE dagegen sieht es nochmal anders aus mit der Struktur. Dort heißt er „Director“), warum dieser mit einem gmail-Account und nicht etwa mit seinem .gov-Account schreibt und WESHALB dieser Account auf einen Jeremy R. Mazzam läuft, der entweder aus Brasilien, Malaysia oder Indien kommen dürfte, würde dem geneigten Leser solcher Mails sofort auffallen (warum er die Mailadresse fbidirectorchristopherwray2022, die sich in den Tiefen des Quelltextes der Mail versteckt, nicht genutzt hat, wird wohl sein persönliches Geheimnis bleiben. DIE wäre zumindest ETWAS vertrauenswürdiger gewesen).

Geht man weiter, kommt das „übliche“ für solche Spam-Mails: Viel zu viele Absätze, einige sehr seltsame, englische Grammatik (Englisch ist also gewiss nicht seine Muttersprache. Malaysia scheidet aus -dort spricht man ein recht gutes Englisch. Und auch in Brasilien kann man das mittlerweile. Bleibt also wieder mal nur Indien) und schließlich sowas hier:

Spätestens an DIESER Stelle sollten bei einem beide Augenbrauen nach oben wandern, denn hier sieht man, dass die Mal so GAR KEINEN Sinn mehr ergibt. Denn WARUM ZUM GEIER sollte sich der FBI Direktor (der sich selbst CEO nennt) und damit der alleroberste der Behörde für Inlandsverbrechen PER MAIL an eine ganze Liste an Mailempfängern wenden (die Mailadresse hat er also ja schon – und mit der Antwort würde man bestätigen, dass es die richtige Mailadresse ist), diese ERNEUT um ihre Mailadresse bitten und SÄMTLICHE Informationen, die er haben MÜSSTE, wenn er meint, er habe MEINE Ablagebox da in Händen, erneut anfragen?

Sicher, es gibt den Köder mit einer hohen Geldsumme am Anfang, aber wenn man sich die Mail auf der Zunge zergehen lässt, sieht man doch, dass es schlicht und ergreifend einfach nur von vorn bis hinten Käse ist, auf den keiner reinfallen DÜRFTE.

Aber hey, keine Sorge: Solche Idiotie gibt es nicht nur im englischsprachigen Bereich. Auch deutsche Versender dieses Blödsinns bekommen ihre Mailadressen nicht richtig hin.

Kurzum: Ja, der Spam ist immer noch in Massen vorhanden. Allerdings ist die Qualität des Spams mittlerweile sogar NOCH niedriger, als man früher bereits davon erwartet hat. Die Definition eines „Shotgun-Approach“ passt daher schon deswegen nicht mehr, weil mittlerweile nicht einmal mehr das grobe Zielen übernommen wird. Ich möchte daher lieber das Bild von einem stumpfen „mit dem Hammer auf einen Holzklotz-Hauen“ bemühen, bei dem man hofft, dass IRGENDWANN und aus IRGENDEINEM Grund dann doch mal rein zufällig eine Nuss auf besagtem Holzklotz landen sollte, die man dann mit dem Hammerschlag knacken könnte. Nur eben, dass dieser Holzklotz in einem Einkaufszentrum steht, in dem weder Nussbäume stehen, noch Nüsse verkauft werden.

Published inRant

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