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Auf dem Weg zur 58:00

Diesen Sonntag wird mein vierter Wettkampf, an dem ich in diesem Jahr teilnehme. Nach dem ersten 10-Kilometer-Lauf in der Kaserne und einer 1:01:00 als Finisherzeit, dem zweiten 10-Kilometer-Lauf in sengender Sommerhitze über Berg und Tal in knapp 1:07:00, habe ich mein Lauftraining – Uhr und Fitness-Club sei Dank – intensiviert. Es hat für meinen dritten Wettkampf über etwas über 5 Kilometer zwar noch zu keiner Unter-30-Minuten-Zeit gereicht, aber in der Zwischenzeit ist viel Training, viel Arbeit und Schweiß vergangen, habe ich an meiner Ernährung gearbeitet, stemme ich im Studio die Gewichte, trainiere ich Muskelgruppen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie habe, laufe ich immer häufiger und immer längere Strecken. Mittlerweile auch mit Ergebnissen: Auf den Strecken, die ich laufe, bin ich durchgehend unter 6 Minuten je Kilometer unterwegs. Für Leute, die Laufen gewohnt sind, es seit Jahren praktizieren und denen man das auch ansieht (ich sag nur „noch dünner und sie rutschen durch die Schlitze vom Gullydeckel, wenn sie drüber laufen“), mag das noch locker und leicht sein, für mich, der ich eben noch einiges mehr als eben diese Leute auf die Waage bringe, ist es eine Leistung, über die ich froh und dankbar bin.

Mein persönlicher Rekord über 10 Kilometer ist aus 2019 – etwas über 58 Minuten habe ich damals gebraucht. Wie verlässlich diese Zahl tatsächlich ist, kann ich nicht sagen – das GPS meiner alten Smartwatch war bekannt dafür, hin und wieder etwas ungenau zu sein. Außerdem waren die Strecken in Bonn weitestgehend flach, die größte Erhebung vielleicht 10 Meter, eine Rampe zu einer Brücke hinauf. Hier dagegen muss ich Berge erklimmen (gut, wer aus Bayern, Österreich oder der Schweiz kommt, wird beim Anblick der hiesigen Berge sicher einen Lachanfall bekommen. Aber DIE RENNEN die dann auch nicht hoch…) und dennoch eine gute Pace halten.

Vier Wettläufe in einem Jahr habe ich auch noch nicht geschafft, meine bisherige Kilometerdistanz, die ich laufend zurückgelegt habe, mit nun fast 500 Kilometern mehr als verdreifacht. Selbst das anfangs ambitionierte Ziel der 200 Kilometer pro Jahr, dann sogar die 365 Kilometer pro Jahr, habe ich mit meinen Trainingseinheiten ziemlich schnell vaporisiert. Jetzt visiere ich die 600, vielleicht sogar die 700 Kilometer bis zum Jahresende an, während ich parallel im Fitness-Club meine Muskeln trainiere, mich in Spinning und Yoga versuche. Ersteres fand ich okay – habe dann aber direkt die Sommerpause erwischt, Letzteres…sagen wir mal so: Ich muss erst noch Muskelmasse aufbauen, damit ich mit den anderen mithalten kann. Aber genau an dieser Stelle bin ich gerade.

Nur eines: Die Frage, WARUM ich mich so nach vorn pushe, warum ich aus einfachem Training direkt so eine Vollgas-Veranstaltung mache, habe ich keine Antwort parat. Es fühlt sich einfach nur richtig an glaube ich. Ich tue etwas für meine Gesundheit, für meinen Körper – und vielleicht auch für meinen Geist. Und da ich mit alledem niemandem schade, mir im Gegenteil noch etwas Gutes tue und vielleicht andere, die wie ich nicht die unbedingten Sportskanonen waren, dazu inspirieren kann, über sich hinaus zu wachsen, dann hat es zumindest ein KLEIN WENIG etwas Gutes…

Published inGedankenfürze

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