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Stromknappheit und „Blackouts“ im Winter – WEN wollt ihr eigentlich verarschen?

Seit einigen Wochen geht ja die große Panik durch die Märkte: Es drohe der Blackout, weil wir kein Gas mehr aus Russland bekämen und man müsse UNBEDINGT die Atomkraftwerke am Netz lassen, um das zu kompensieren! Dabei wurden auch zwei Reaktoren vorgeschlagen – und eben jene Platzierung der Kraftwerke SOLLTE jeden, der auch nur einen FUNKEN Ahnung hat, einmal etwas aufhorchen lassen. Denn das eine Kraftwerk steht in Baden-Württemberg, das andere in Bayern. Warum das so „ungewöhnlich“ ist – nun, das will ich gerne einmal ausführen:

Baden-Württemberg hat groß vermelden lassen, jetzt selbst e-Fuels herzustellen. Wer bislang hinterm Mond gelebt hat: Bei e-Fuels redet man von synthetischen Kraftstoffen, die aus Wasserstoff und CO2 unter Zugabe von Strom und Hitze einen Umwandlungsprozess zu langkettigen Kohlenwasserstoffen durchlaufen, die man dann in Form von Synthesegas oder eben flüssigen, künstlich hergestellten Kohlenwasserstoffen in Form von Benzin, Diesel oder Kerosin vertanken kann. Energiebedarf pro Liter: Rund 26 Kilowattstunden (ein Liter Benzin, Diesel und Co. hat btw. einen effektiven Heizwert von rund 9-10 Kilowattstunden. Ergo: Satte 60% Wandlungsverluste. Na DAS ist doch mal effizient, was?). Der für die Synthese nötige Wasserstoff oder gar das CO2 sind dabei noch gar nicht enthalten, müssen erst noch in einem vorgelagerten Prozess hergestellt bzw. aufbereitet werden (CO2 findet sich ja auch in unserer Luft – und der Anteil steigt seit Jahren bedenklich – aber so eine Anlage braucht eben 100% CO2, keine 0,5%), was den Wirkungsgrad nicht unbedingt zum Besseren hin verschiebt.

Bayern wiederum will große Mengen Wasserstoff herstellen. Auch die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse ist nicht sooo energetisch vorteilhaft. Hier werden rund 54 Kilowattstunden pro Kilo Wasserstoff benötigt (und wer wissen will, wie HIER der Wirkungsgrad ist: Nun, wenn man das Kilo Wasserstoff mittels Brennstoffzelle (die effizienteste Art, damit umzugehen!) rückverstromt, bekommt man rund 25 Kilowattstunden zurück. Siehe da: Auch fast 60% Wandlungsverluste. Na DAS lohnt sich ja, was?).

Kritiker werden jetzt sicher einräumen, dass es ja noch Alternativen gäbe, um Wasserstoff zu gewinnen. Und denen antworte ich: Jepp, gibt es, nämlich mittels Dampfreformierung aus Erdgas (wobei dann CO2 frei wird, das man dann nutzen könnte, um mittels Zugabe von Wasserstoff dann synthetisches Erdgas herzu…moment, haben wir das nicht gerade schon benutzt um den Wasserstoff herzustellen? Ach – ist doch egal, oder?!), was jetzt allerdings ein wenig dumm ist, denn die schöne, günstige Quelle für Erdgas ist uns ja von Putin abgedreht worden. SOWAS ABER AUCH…

Wofür Wasserstoff und e-Fuel? Naja, „da unten“ will man die Autos schön mit Wasserstoff und mit e-Fuel betanken können! Gut, man KÖNNTE ja auch einfach Autos mit Batterien nehmen (nennt sich auch Elektroauto), die Batterien mit dem Strom, den man für EINEN LITER e-Fuel oder EIN KILO Wasserstoff (damit fährt ein Auto dann rund 80 Kilometer weit btw.) braucht, aufladen und damit dann einmal quer durch Deutschland touren, ohne nachladen zu müssen. SINNVOLLE Alternativen wie bspw. das Dekarbonisieren von Flugzeugen (Airbus hat leider noch keinen A330 im Angebot, der rein elektrisch fliegen könnte. Man arbeitet zwar dran, aber das dauert halt noch…) oder man könnte den Wasserstoff ja den Stahlwerken zukommen lassen, damit diese mit etwas anderen Prozessen, als der bisherigen Methode, Stahl herstellen (und dabei im gleichen Atemzug sogar noch Energie sparen, da die neuen Prozesse DEUTLICH effizienter ablaufen). Aber NEIN – den Quatsch mit der Automobilität ist wichtiger! Und überhaupt – das Elektroauto wird sich ja nicht durchsetzen!

in Bayern und BW hat man verstanden – man baut auf Wasserstoff fürs Auto. Weil – ist besser. Weil…ähh…schau da vorn, eine Ablenkung!

Diese ganzen Prozesse fressen natürlich erheblich Strom. Klar, dass dafür dann die Atomkraftwerke benötigt werden – und als Ablenkungsmanöver bzw. fadenscheiniges Argument wird das mit dem „Blackout“ vorgeschoben. Naja – EINE Form von Blackout gibt es sicherlich – allerdings den im Logikzentrum von jenen, die nicht in der Lage sind, ohne Unterbrechung bis drei zu zählen.

Published inGedankenfürzeRant

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