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Mein Filmgeschmack

Es heißt, man könne viel über einen Menschen lernen, indem man sich ansieht, was er so für Filme mag. Und es gibt auch etliche Memes oder andere Challenges im Netz, bei denen man einfach nur Stills bzw. Screenshots aus Filmen zeigt, um damit die eigenen Präferenzen zu visualisieren. Nun, ich will hier einen Schritt weiter gehen – und erklären, warum welche Filme in meiner persönlichen Bestenliste drin stecken.

Les maîtres du temps – europäische Animation trifft Kunst

Der Film stammt noch aus einer Zeit, als es nicht viele Sender im Fernsehen gab (genau genommen nur drei) – und damals lief er tatsächlich glaube ich nur zweimal. Ich war noch klein, ich saß vor dem Bildschirm und ich verstand nicht wirklich viel. Aber die Bilder, die Geschichte und die Spiele mit der Zeit haben mich schon damals fasziniert. Er gehört zu einem der Filme, die Action nicht so sehr feiern, die wenig erklären und in die man einfach eintauchen kann und muss. Zurücklehnen, genießen und in andere Welten aufbrechen. Das sind Disziplinen, die heutige Filme leider nicht mehr wirklich schaffen. Von daher lege ich jedem diesen Film wärmstens ans Herz.

Das Boot – der unbestritten beste Anti-Kriegsfilm der Geschichte

Kriegsfilme haben stets Patriotismus und pompösen Prunk in sich – das kennt man von den Russen, das kennt man von den Briten und insbesondere von den Amis. Letztere sehen ihre Filme auch immer als Anwerbungsversuch für ihre militärisch geprägte „Kultur“. Dieser Film hier ist anders – er zeigt das Leben der Besatzung, ihr Bangen, ihre Fehler, einen schmutzigen Blick auf das, was im Krieg tatsächlich lief und auch heute noch läuft. Beklemmende vier Stunden (je nach Edition mal länger, mal kürzer), in denen man gefühlt um Jahre altert. Man fiebert mit der Besatzung jede Sekunde mit – eben weil es MENSCHEN sind, keine Rollen, die nur gespielt werden.

Sie nannten ihn Mücke

Carlo Pedersoli alias Bud Spencer ist und bleibt unerreicht. Zahllose Filme hat er in seiner Karriere, die so ganz und gar nicht als Schauspieler begann, gedreht. Häufig politisch inkorrekt (wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass vieles davon auf die deutsche Synchronisation, die ihn hierzulande erst zur echten Legende gemacht hat. Und das wusste er – denn obwohl er Italiener war, sprach er neben Englisch auch Deutsch durchaus flüssig) und fand es super. Diese Leichtigkeit von Filmen und Charakteren, die mal eben GAR NIX auf Political Correctness geben und dennoch jeden unterhalten, weil schlicht alles mit einem Augenzwinkern schön überzogen dargestellt wird, fehlt mir heutzutage ebenfalls. Diesen Film aus einem guten Dutzend habe ich btw. deshalb ausgewählt, weil er damals, auf Video, gefühlte 20-30x rauf und runter gelaufen ist, bis ich auch wirklich noch den allerletzten Satz auswendig mitsprechen konnte.

Blade Runner – Science Fiction, nur in dunkel (aber gut!)

Die Fortsetzung von Villeneuve mag zwar auch okay sein (hier scheiden sich allerdings die Geister), das Original jedoch ist, was Atmosphäre angeht, unübertroffen. Die Vorhersagen mit Jahreszahlen sind zwar, wie nahezu bei allen derartigen Filmen, ETWAS „daneben“, um es freundlich zu sagen, aber die gesellschaftlichen Probleme in dem Film sehen wir heute bereits, die Herangehensweise ist interessant, beklemmend und voll mit Fragen, die man sich erst hinterher stellt, auf die man wohl keine einfache Antwort finden kann.

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