Wenn aus Zweien schließlich Eins wird

In Filmen und Büchern wird die Hochzeit gern als das ultimative Event gefeiert. Und natürlich werden die Prinzipien und die Abläufe, wie sie bei so einer Hochzeit laufen, in Filmen und Büchern stets überall im Universum gleich abgehalten – unerheblich, wie die Kultur auch sein mag. Völlig abwegig daran zu denken, dass doch selbst hier auf der Erde gänzlich unterschiedliche Traditionen existieren – aber da Hollywood nun einmal die größte Filmfabrik auf dem Planeten ist (und Bollywood die Glamour-Hochzeiten in Indien nur noch durch reichlich Gesang und Tanz sowie Festgelage noch weiter betont), hat sich dieses Bild als unveränderlicher Fakt in die Köpfe der Menschen gebrannt.

Die Traditionen der Sari sind ein wenig anders als jene, die wir Menschen so kennen. Zum einen gibt es keinen Priester oder ein vorbereitetes Gelübde, das vorgelesen werden soll. Einzig die Kronen – aus Ästen gewobene Holzreife, die beide gleich geformt aussehen, das Leben, den sich stets wiederholenden Kreis wie auch die Bindung, die beide miteinander eingehen und für jeden der beiden Partner individuell angefertigt werden, tragen noch Ähnlichkeit mit den Ringen oder anderem Kleinod, das andere Kulturen zur Eheschließung reichen mögen.

Nicht einmal die Kleidung ist bei den Sari eine besondere Qualität oder Form. Hier jedoch unterscheidet sich das Bild von dem, wie „normale“ Sari einander ihr Versprechen, von diesem Tage an gemeinsam und füreinander da zu sein, üblicherweise tragen. Denn es ist niemand anderes als der von den Geistern und den Elementen gesegnete und mit der Gabe des Schamanismus geborene Sophos, rechtmäßiger Herrscher und Anführer seines Volkes, der die ihm vom Schicksal zugedachte, im nahezu selben Moment und selben Ort geborene Amalia, trotz oder gerade wegen ihrer einfachen Abstammung, als Gefährtin erwählt. Einzig für diesen Anlass tragen beide die Farben, die nur für feierliche Anlässe zu Hofe der Sari getragen werden – denn weder das leuchtende Rot, das Blut und somit auch Leben symbolisiert, noch das intensive Grün, sind Farben, die in der Gesellschaft von anderen getragen werden. Im Gegenteil repräsentieren beide Farben in aller Deutlichkeit den Stand von beiden, das Grün den besonderen Stand von Sophos, der nun als einziger eines der verbliebenen und seit Jahrhunderten als Schatz gehaltenen Talisman um den Hals trägt – ein royales Symbol aus reinem Smaragd, das Zeichen der wahren Anführer seines Volkes, einstmals geschenkt von den Elementen, den Schamanen überlassen, auf dass sie damit auch von Weitem von ihrem Volk erkannt werden mochten.