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Kategorie: Reviews

The Batman – 0 LUX

Für DC war wieder mal Zeit für einen Reboot des Klassikers, der Fans und Kritiker gleichermaßen seit Jahrzehnten begeistert. Und statt, wie Nolan, den Film in drei Teile zu teilen und so die Geschichte der Fledermaus ausführlich von Anfang bis Ende zu erzählen, wird diesmal ein Teil aus den Anfängen der Fledermaus, aber NACH dessen Etablierung in Gotham, genauer beleuchtet. Bei dem Scheinwerfer jedoch hat man sich bewusst für einen Schwarzlichtscheinwerfer entschieden, den man sehr zielgerichtet auf die Protagonisten richtet und sie so in den Mittelpunkt hievt.

In guten 3 Stunden taucht man ein in die schmutzige, ewig dunkle Welt von Gotham, die scheinbar kein Tageslicht kennt. Tatsächlich ist der gesamte Film DERART dunkel, dass man ihn sich daheim wohl später nur dann stilecht ansehen kann, wenn man einen OLED-Fernseher sein Eigen nennt und der Raum um einen herum ebenfalls in völlige Schwärze gehüllt ist. Denn ja, dieser Film liebt von der Farbe Schwarz und der Schwärze der Charaktere. Entsprechend fällt auch das „Herrenhaus“ von Bruce Wayne aus, erinnert das Bauwerk im Film eher an ein viktorianisches Gefängnis, über dem der schwarze Farbeimer ausgekippt wurde.

Die Erzählung im Film, die Charaktere und deren Interaktionen miteinander sind stimmig und atmosphärisch, Langeweile kommt während des gesamten Films keine auf. Wohl aber eine äußerst depressive Stimmung, die auch auf das Publikum übergeht. So etwas wie Euphorie, Freude, Spass oder auch Schadenfreude gibt es quasi nicht. Man fiebert mit, aber nicht etwa, weil man einem der Charaktere (wie bspw. der Fledermaus) Erfolg wünscht, sondern weil man hofft, dass da abseits der ständig zum Blenden des Publikums eingesetzten Scheinwerfer mal IRGENDWAS ANDERES an „Licht“ oder an positiven, motivierenden Noten kommen würde. Bleibt nur leider aus – selbst der „Sieg“ gegen den Riddler fühlt sich eher hohl und bedeutungslos an. Kein Vergleich mit dem Kampf zwischen Batman und Raz al Ghul aus Batman Begins.

Sicher, der Film unterhält, aber seine durchgehend dunkle, finstere und „alle Menschen sind immer und nur schlecht“-Stimmung drückt doch ERHEBLICH aufs Gemüt des Zuschauers. So fern ich nicht zufällig eine depressive Episode durchlebe, brauche ich den Film nicht noch ein zweites Mal anzusehen. Denn leider ist auch er einer jener Filme, die dem typischen Muster folgen.

Der Umstand, dass der Film über seine gesamte Laufzeit unterhält und man sich im Kinosessel nicht langweilt, bedeutet zwar, dass ich ihm gern seine 5 Löwen gebe, aber für jeden mehr als das hätte da einfach „mehr“ da sein müssen, hätte es noch eine „Lichtgestalt“ gebraucht, die sich in Wahrheit als finsterer Strippenzieher entpuppt (ein Mafiosi taugt da aus naheliegenden Gründen bspw. nicht für), während jemand, der selbst eine Dunkelgestalt ist, EIGENTLICH derjenige ist, der den Helden zurück ans Licht bringt. So ist es lediglich der kleine, persönliche Wandel des Batman, den man am Ende des Films erlebt. Nur: Das ist eben nicht genug, wirkt wie das Ende von Deus Ex: Human Revolution, wo man sich erst 5 Minuten vor Schluss entscheidet, ob man dem ganzen ein schlechtes, schlechteres oder ein ganz schlechtes Ende verpassen will. Sorry, aber DA hätte man in die 3 Stunden einfach mehr reinpacken und mehr machen müssen. Es ist eben zu wenig. Und für die (angekündigte) Fortsetzung: Bitte nicht vergessen, das Licht einzuschalten!

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Jack Snyders Justice League – aka „Leichenflädderei“

Es ist kein Geheimnis – und ich rede auch gar nicht erst lang drumherum: Ich mag DC nicht. Batman ist ein Held, hinter dem ich noch durchaus stehen mag – primär durch die fabelhafte Dark Knight-Trilogie, in der trotz viel Charakterentwicklung zwar auch etliche Fehler gemacht wurden und Batman wenig von einem Detektiv, mehr von einem Ninja bekommen hat, direkt nach „Batman – The Animated Series“ ist es aber meiner Meinung nach die atmosphärisch stimmigste Verfilmung des Fledermaushelden.

Was die übrigen DC-Verfilmungen, die wir in den letzten Jahren über uns ergehen lassen mussten, so angeht (und damit meine ich sowohl die Realverfilmungen, wie auch die animierten Filmchen), mag ich die DC-Helden aus zwei Gründen nicht. Erstens weil die Helden so eindimensional sind (Hand aufs Herz: Welcher DC-Held ist NICHT durch „Totes-Familienmitglied-Klischee“ zum Helden geworden?) und zweitens weil es bei DC irgendwie IMMER an allen Ecken und Enden krachen muss. Ein Superman, der auftritt, hinterlässt gerne mal einen Milliardenschaden und zahllose Verletzte beim bloßen Versuch, seinem Gegner eine Ohrfeige zu verpassen (was daraufhin beide durch drei bis vier Wolkenkratzer brechen lässt, von denen mindestens zwei einstürzen. Naja, typisch amerikanisch halt. Nennt man „Kollateralschaden“). Erinnert ihr euch noch an Marvels „Avengers“, wo die Invasionsstreitmacht einfällt und die halbe Stadt verwüstet wird? Oder Avengers 2, wo eine Stadt in die Lüfte gehoben wird und dann wieder runterknallen soll? Tja, bei Marvel ist das ein Kampf um Leben und Tod des Planeten, bei DC nennt man das „kleine Prügelei am Dienstag. Danach Tennis“.

So, nachdem das aus der Welt ist, kommen wir einmal zu diesem Vier-Stunden-Monolithen, in dem einfach mal ALLES, was sonst so auf dem Schnitttisch liegenbleibt, in den Film gedrückt wurde. Und, au Backe, wurde da viel weggeschnitten. Einige Szenen durchaus wichtig, vieles davon aber unnötiger Ballast und Füllmaterial. Gleichzeitig merkt man dem Film aber auch an, was das wesentliche Problem ist: Man will eine Geschichte von einer epischen Bedrohung erzählen, die mit der Infinity-Saga von Marvel mithalten können sollte. Nur: Die Zeit, für jeden einzelnen Helden, der im Film auftreten soll, vorab eine Geschichte zu erzählen, wie dieser denn in den Film gekommen ist, wie diese miteinander harmonieren und interagieren, hat man nicht gefunden. Eventuell wollte man fertig werden, bevor Batman, Superman oder wer auch immer das nächste Mal rebootet werden (hat eigentlich wer mitgezählt, wie viele Adaptionen wir von Batman mittlerweile haben? Sind wir schon zweistellig?) und der Plot so GAR KEINEN Sinn mehr macht. Also drückt man die Hintergrundgeschichten und das Drumherum noch mit in den Film hinein (der Kontext ist durchaus wichtig und nimmt gut und gerne 2 Stunden dieses 4 Stunden-Monstrums ein), die Tatsache, dass all diesen „Vorgeschichten“ oder „Parallelhandlungen“ ein alles überspannender Rahmen fehlt, lässt den Film aber eher langweilig erscheinen. Relativ deutlich wird es indes, dass der Film wahrscheinlich gar nicht „Justice League“ heißen sollte, sondern „Cyborg“. Denn ja, dieser junge und nahezu vollkommen mechanisierte Kerl (bezeichnenderweise ist seine Charaktererschaffung mit das dünnste, was ich so bislang gesehen habe. Hey, selbst Hawkeye hatte bei Marvel mehr Charakterentwicklung! Und das noch VOR seiner eigenen Serie) ist im Film mehr oder minder das wandelnde McGuffin. Schiff fliegt nicht – frag Cyborg. Superwaffe finden – frag Cyborg. Superwaffe zerstören – Cyborg. Superman wieder ins Team holen….ihr kennt die Antwort.

Der gesamte Film strukturiert sich quasi in drei Teile (und die Kapitel, die angeführt werden, sind so egal, wie sie nur egal sein können. Ich nehme an, dass die eine Anspielung auf jene Kapitel in Kill Bill sein sollten. Mit dem Unterschied: DA machen sie SINN!) aufgeteilt: 2 Stunden Hintergrundgeschichte erzählen, eine Stunde Drama und Ramp-Up zum Finale und eine Stunde Finale inkl. Epilog (wobei DER noch bis zum Erbrechen gestreckt wird und man sich in einer Tour fragt „wann hört das denn nur ENDLICH auf?“, denn es ist wie das Einschlagen auf jemanden, der schon lange am Boden liegt, schon lange ausgeblutet ist und bei dem nicht einmal mehr die Nervenbahnen für ein Zucken sorgen. Kurz: Man kann zwar draufhauen, aber es kommt nix mehr – und man wimmert nur noch ein „Bitte lass es. Er ist doch schon tot.“).

In der Theorie könnte man jetzt sagen: „Tja, ist halt Popcornkino. Kann man sich ansehen, Hirn aus, toll finden und sich berieseln lassen“, doch HIER schlägt dann die Stunde des CGI. Denn ja, Justice League hat mit WEITEM Abstand eines der schlechtesten CGIs, die ich in den letzten 10 Jahren gesehen habe. Etliche Szenen wirken so billig, als wäre es in Wahrheit ein B-Movie, in anderen Szenen würde sich Justice League dagegen wünschen, die Klasse eines B-Movie überhaupt zu erreichen. Stellenweise könnte man meinen, man bewundert das Machwerk eines Uwe Boll.

Schließlich dann noch die Charaktere, also jene, die den Zuschauer ansprechen, mitreißen, durch das Tal der Tränen und hinauf zum großen Jubel beim Sieg tragen sollen. Nur: Bei KEINER der Figuren kann man das wirklich fühlen. Am Ende ist es auch kein Sieg und keine Genugtuung, die man fühlt. Im Gegenteil ist er Film eher etwas wie eine depressive Phase kombiniert mit einer Midlife-Crisis. „Ah. Wir haben den Bösen besiegt und die Welt gerettet. Ah, ja, da steht schon der nächst größere und bösere Bösewicht, der als nächstes kommt. Ahja, wir haben also nichts erreicht. Naja, schade, doof irgendwie. Wo ist der Schnaps?“

Sicher hat Justice League ein paar lichte Momente, haben die Charaktere auch zwei, drei Zeilen, die einen zum Schmunzeln, zum lachen oder zum Mitfühlen bringen. Aber zwei, drei Zeilen, verteilt über vier Stunden, ist und bleibt einfach VIEL zu wenig. Wenn ich jetzt alle Punkte zusammennehme und Revue passieren lasse, kann ich dieses Machwerk nur mit der Analogie „Wenn du Avengers bei Wish bestellst“ beschreiben.

Wer den Film ansehen will, weil er Hardcore-Fan von einer der Figuren darin ist, kann ihn sich gerne ansehen. Wer ein Trinkspiel draus machen will – gerne ebenfalls. Für den Rest: Finger weg. Dies ist nicht der Film den ihr sucht.

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Turning Red (Flag?)

Um bereits einmal mit dem Offensichtlichen zu beginnen: Ich werde mir mit diesem Review wohl einige Feinde machen. Hab ich schon einige, ist mir aber egal, ich sage nur meine Meinung und werde die Fakten nicht beschönigen.

Red ist ein weiterer der Freemium-Filme, die Disney direkt für Disney+ produziert und rausdrückt. Und mir wiederum drückt sich der Verdacht auf, dass Disney hier genau die gleiche Politik verfolgt, wie Netflix mit ihren „Netflix Original“, wobei diese Bezeichnung in den meisten Fällen eher als Warnung für den geneigten Zuschauer zu verstehen ist, dass man eine Gurke zu erwarten hat. Es hat schon einen Grund, warum Amazon bei Filmen die IMDb-Bewertung mit einblendet, Netflix dagegen nicht einmal Sternebewertungen verwendet. Andernfalls würde der Ausschuss nämlich nicht einmal aus Versehen angeklickt werden.

Nun, eine „Gurke“ ist Red nicht, eher Popcornkino für junge Mädels oder jene Mädels, die meinen, sie wären noch äußerst jung. Es ist ein Rückblick auf den Wahnsinn um Boybands, weckt in mir eher die typsichen déjà vus von Dingen, die damals bei Take That reihenweise um gingen. Doch Disney wäre nicht Disney, wenn man nicht noch etwas Magisches hineinmixen würde – und es scheint, als hätte IRGENDWER in einem Brainstorming überlegt „Hrm, welches Tier hatten wir denn bislang noch nicht?“, ehe man auf rote Pandas gekommen ist. Wie man sonst auf die Idee kommen sollte, gerade den kleinen Bruder der bekannten, schwarzweißen Halb-Artgenossen rauszupicken, der wirklich alles andere als „gefährlich“ oder „ehrfurchtgebietend“ ist, kann ich mir nämlich nur dadurch erklären, dass man Sorge hatte, die Zuschauer könnten die Hauptdarstellerin mit Po aus Kung Fu Panda verwechseln. Denn ja, der Animationsstil ist durchaus ähnlich – wobei ich an dieser Stelle wohl gerade das Original von DreamWorks beleidigt haben dürfte.

Die Hintergrundgeschichte – normalerweise eine der Stärken von Disney – ist also eher so dünn, dass man sie problemlos auf einen Bierdeckel packen könnte und noch Platz übrig hätte, um die Essensbestellung, eine Lokalrunde Getränke sowie die Rechnung (inklusive Bewirtungsbeleg) ebenfalls darauf zu packen. Blieben noch die Hauptdarsteller, von denen mir, nach dem Ansehen, wirklich nur noch die oberpeinliche und bis ins Kleinste übertriebene, oberpeinliche Mutter (deren Namen ich aber nicht mehr präsent habe, sondern NUR ihre hochgradig creepigen Auftritte) im Gedächtnis haften geblieben ist. Weder die Nationalitäten (das die Mutter einen chinesischen Hintergrund haben soll, kann ich zumindest anhand des Baustils des Tempels und der Hintergrundgeschichte nachvollziehen. Ansehen tut man ihr das nicht. Hurra Retorten-Animationstechnik, wo jeder aussieht, wie ein bemalter Gummiball. Mit entsprechenden Proportionen) noch das Alter kann man so wirklich einschätzen.

Die Handlung des Films selbst passt btw. problemlos auf die Rückseite des oben bereits für die Hintergrundgeschichte (und die notwendigen Getränke, um sie erträglich zu machen) verwendeten Bierdeckel und ist mit genau EINEM Satz umschrieben: Junges Mädchen will unbedingt auf ein Konzert, ihre Mutter lässt sie aber nicht, es passiert Magie, Drama um einen Jungen, großer Showdown, Selbsterkenntnis, Happy End. Auf Bösewichte, die einen Film interessant machen könnten, wird gänzlich verzichtet und sich stattdessen um das familiäre Drama und die Hintergrundgeschichte (siehe Bierdeckel) konzentriert und mit aller Kraft auszupressen versucht, was schon längst staubtrocken ist und keinen Tropfen mehr hervorzubringen in der Lage ist, während die Kinder nunmal eben Kinder sind. Und damit kommen wir zu den Charakteren und dem Animationsstil.

Oh ja, der Animationsstil ist nicht gut. Und damit meine ich jetzt nicht, dass die Charaktermodelle schlecht animiert, die CGI ein Justice-League-schlecht erreicht, sondern einfach, dass die Charaktermodelle selbst SCHLECHT sind. Wie oben schon geschrieben: Gummibälle mit seltsamen, unnatürlichen Proportionen, die Stilisierung am Verstärker auf 11 aufgedreht, dann aber wieder sinnvolle Dinge dazwischen gequetscht. Man könnte jetzt einschränken und sagen „Die Unglaublichen sind doch auch so – da haben die Charaktere auch seltsame Anatomien“ und ich würde beipflichten, aber auch einschränken, dass es dort wieder stimmig und in die Welt passend aussieht. Hier jedoch…Gummibälle, die mich, zusammen mit den vielen, kindshaft-albernen Dingen, die gezeigt werden, eher an das Kleinkinder-Frühprogramm erinnern. In Retrospektive macht es dann auch Sinn, keinen Bösewicht zu haben, den EINZIGEN, echten „Gegenspieler“ der Heldin als einen typischen, verklemmten und mit Silberlöffel im Mund aufgezogenen Fratz darzustellen, der am Ende doch die selbe Leidenschaft hat, wie sie und somit auch ein „Freund“ werden kann.

Einzig gut und auch wirklich „schön“ dargestellt finde ich die Message, die alle Disney-Filme irgendwo in sich vergraben tragen und sie man im Film repräsentiert sieht. Statt diese aber, wie in „Der Glöckner von N’otre Dame“ eher diskret und, während des gesamten Films, prägend immer wieder ins Gedächtnis gerufen zu bekommen, ist es bei Red eher so, wie auch beim sonst sehr schönen, aber auch äußerst gehetzten Encanto: Methode Dampfhammer. Aber auch das passt zur offenbar gewählten Zielgruppe, die ich oben schon beschrieben habe: Kleine Mädchen (die, die innerlich gern noch kleine Mädchen wären, klammere ich hier einmal aus. DENEN unterstelle ich, dass sie schon genug Lebenserfahrung haben, um in Filmen auch zwischen den Zeilen lesen zu können). Und das ist schade – denn der Film verliert so den Tiefgang, den frühere Disney-Filme einmal hatten und der sie auch beim wiederholten Ansehen immer mehr von der Message hat sehen lassen.

Abschließend muss ich sagen: Der Film war nicht per se schlecht. Er lässt VIEL Potenzial ungenutzt liegen, fixiert sich viel zu sehr auf ein kleines Mädchen und dessen Herkunft (die nicht einmal offen angesprochen wird. Und das der Film in Kanada spielen soll…ich habs erst mitbekommen, als ich eine andere Kritik dazu gelesen habe. Eine kanadische Flagge irgendwo allein kann eben auch einfach nur eine Fanbekundung für eine Sportmannschaft sein), lässt die Teile, die vielleicht interessant wären, ECHTES Drama erzeugen könnten, aber im Schnellvorlauf einfach an sich vorbeirauschen. Die Animation ist technisch einwandfrei und die Effekte sind schön anzusehen, die Charaktere dagegen eher nicht (vom Panda einmal abgesehen. Eventuell hätte sich Disney alleinig auf Tiere konzentrieren sollen. DA passt dieser Animationsstil nämlich wunderbar!) und die Welt, die Umgebung – alles austauschbar und damit irrelevant.

Mit viel gutem Willen gebe ich dem Film damit 3 von 7 Löwen – aber auch wirklich nur, weil er eben keine solche Totalkatastrophe wie bspw. EDEN ist.

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Disney+ – das MaxDome von vor 10 Jahren, aber in neu!

Netflix und Amazon Prime Video sind ja schon bekannte Größen – mit Disney+ ist der dritte, „große“ Dienst, der erst zu seiner Größe gefunden hat, indem einfach mal alles, was IRGENDWIE im Mega-Konglomerat Disney (wozu mittlerweile Lucasfilm, Marvel, 20th Century Fox und noch etliches andere an „kleineren“ Studios gehört) bislang auf den anderen Plattformen war (wo es für die meisten zugänglich gewesen wäre), in jenes eigene Streamingportal gequetscht worden wäre. Und mit Disney nicht genug – Paramount und noch drei andere Filmstudios folgen der Führung und wollen dieses Jahr ebenfalls noch ihre eigenen Streamingplattformen anbieten. Zählen wir die MegaThek der Telekom sowie MaxDome und RTL+ noch obendrauf, haben wir dann 10 Streaminganbieter, bei denen man mehr oder minder ein Abo haben muss, wenn man denn seine Lieblingsserie gern sehen möchte. Und nein, da sind so Dinge wie Sky oder Spartenkanäle von Amazon noch gar nicht mit drin.

So weit, so schlecht erstmal, widmen wir uns nun einmal Disney+ selbst. Über die Inhalte von Disney gibt es nicht viel zu sagen – neben den Pixar-Klassikern und den vielen, alten, liebgewonnenen Filmen und Serien aus einer Zeit, als Story und Herzblut noch wichtiger waren als CGI und Effektfeuerwerke, gibt es nun eben auch die aktuellen Werke, Serien und Filme. Deren Qualität ist…durchwachsen. Und damit meine ich nicht unbedingt die Qualität der Serien und Filme selbst, sondern eben die Präsentation in der Plattform selbst. Oder, anders ausgedrückt: Wenn eine Folge mit 42 Minuten Laufzeit aufgerufen wird, diese 42 Minuten sich aber aufteilen in 2 Minuten Rückblende, 1 Minute Intro und ganze 8 Minuten „Credits“ (nichts von alledem kann man btw. überspringen. Scheinen Netflix und Amazon ein Patent drauf zu haben…) dampfen das ganze dann auf nur noch rund 2/3 der ursprünglichen Länge ein. Und sowas wie „ach, ich schau jetzt mal 30 Minuten etwas, während ich Sport mache“ ist auch nicht, da die Folgen allesamt unterschiedliche Längen haben. Drehbuch und Schnitt sind halt Dinge, an denen man sparen kann bzw. muss…

Doch da hört es noch nicht auf. Die App selbst ist so zäh und schlecht zu bedienen, dass Amazon Video dagegen wie ein Geschenk aus der Neuzeit erscheint. Bewertungen oder Hinweise von Kritikern bzw. von IMDb, die Amazon nur zu gern einblendet? Nö, gibt es nicht. Persönliche Präferenzen, wie die Netflix anzeigt und sortiert? Nö, auch nicht wirklich. Eine Vorschaufunktion, Auswahl von Audiosprache, Untertitel und Co., wie es BEIDE STANDARDMÄSSIG anbieten? Nicht vorhanden. Und schließlich noch: Eine Ansicht, was man überhaupt schon gesehen hat, was auf einer Watchlist steht – gibt es nicht.

DAFÜR allerdings gibt es bei Disney etwas anderes, „schönes“: Die immer gleichen Inhalte werden immer wieder in allen möglichen Ecken neu angezeigt. Eternals als Beispiel – der Film scheint auf dem „Muss heute raus“-Tisch der Marktschreier gelegen zu haben, denn er taucht, beim Durchklicken durch die unterschiedlichen Kategorien, an genau FÜNF Stellen GLEICHZEITIG auf, dazu noch oben im Banner als „EXKLUSIV-Angebot! JETZT ZUSCHLAGEN!“. Gleiches mit etlichen anderen Filmen und Serien, deren Bilder man immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen in den unterschiedlichen Reihen findet. Es ist fast so wie mit diesen Fake-Webseiten, die mit heimlicher Wiederholung der immer gleichen Stockbilder versuchen, Seriosität vorzuspielen. Im Falle von Disney ist es der Versuch, sich möglichst divers und vielschichtig zu präsentieren, der dann aber leider in die Hose geht.

Bleibt noch die Bedienung – und ich beziehe mich hier explizit auf die Bedienung am SmartTV, dem FireTV-Stick oder den anderen Möglichkeiten, Disney+ zu schauen, als es eben auf dem Tablet oder am PC der Fall ist. HIER zeigt sich die wahre Schwäche der UI, denn anders als Bei Amazon und Netflix, wo die ausgewählten Inhalte hervorgehoben, deutlich markiert und, bei Auswahl, kurz erläutert werden, passiert bei Disney…nichts. Man wird fast schon genötigt, mit der Nasenspitze an den Fernseher heran zu treten, damit man überhaupt sehen kann, WAS da gerade ausgewählt ist, WAS da für eine Serie oder Film ausgewählt wäre.

Läuft der Film oder die Serie einmal, reicht bei Amazon oder Netflix ein Tipper auf den Action-Button, damit alles pausiert wird. Auf dem Pause-Bildschirm wird das Bild etwas abgedunkelt, der Titel erscheint, eventuell ein paar Infos über die Darsteller oder Hintergründe, nach einer gewissen Zeit ein Bildschirmschoner, damit nichts im Bildschirm einbrennt, mit einem einfachen Klick geht es dann weiter. Nicht so bei Disney – nicht nur, dass nach einfachem Tippen lediglich die Abspielleiste auftaucht, hat man nach dem ZWEITEN Klick dann doch die Pausefunktion ausgelöst, bleibt das Bild einfach stehen. Kein Pausebildschirm, kein gar nichts, einfach nur ein eingefrorenes Bild, das auch eingefroren bleibt. Nach Klick auf den Play-Button läuft es weiter, der Ton braucht aber einen Augenblick, ehe es weitergeht. Also fängt man das Spulen an…und DA zeigt Disney, dass es die Zuschauer WIRKLICH hasst. Denn ein ruckelfreies Spulen funktioniert schlicht nicht – da wird, wenn man wieder auf Play wechseln will, erst sekundenlang nachgepuffert, ehe es weitergeht.

Wer jetzt meint, das letztere Problem wäre meines, dem will ich einmal mit Nachdruck unter die Nase reiben, dass ich hier mit einer 500MBit-Glasfaser-Anbindung arbeite, dank der ich unter Amazon und Netflix PROBLEMLOS hin und her spulen kann, während 4K-Inhalte abgespielt werden. Es ist also zu 100% die Abspielsoftware von Disney.

Bei dieser Auswahl von Problemen und Ärger, ist es nicht verwunderlich, dass Disney sein Abo für um die 8 Euro anbietet. Die wenigsten jedoch bezahlen den Betrag überhaupt – entweder sie schauen sich die 2-3 guten Serien binnen ihres Probemonats an, kündigen und warten dann, bis sie, nach einem halben Jahr wieder einen Sinn sehen, einen Probemonat zu versuchen, oder sie profitieren, so wie ich, von Gratis-Bundles, mit denen Disney geradezu rausgeramscht wird, weil kaum jemand bei klarem Verstand freiwillig für diese Qualität Geld auszugeben bereit ist. Und letztlich wird Disney wohl auch den Trend beschleunigen, den Netflix und Co. lange und sehr erfolgreich abzuwürgen versucht und auch fast geschafft haben: Der Internet-Raubkopie sowie illegale Streamingportalen einen neuen Frühling bescheren. Denn wenn eine Abspiel-App wie die von Disney ein DERARTIGER Murks ist, dass selbst ein schnell installierter Plex auf einem Raspberry Pi benutzerfreundlicher und schneller ist, ein wahrer Clusterfuck von unterschiedlichen Streamingplattformen einen zum Hin- und Her-Wechseln nötigt, nur damit man nach dem Ende der einen Lieblingsserie dann die andere anschauen kann, werden die illegalen Quellen plötzlich wieder attraktiv.

Disney macht es vor: Wer mit zu viel Gier an etwas herangeht, der richtet es hin und treibt sich so früher oder später selbst in den Ruin. Von daher: Ich benutze es zwar, aber Disney+ und ich werden, im aktuellen Zustand, gewiss keine Freunde werden.

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Marvels Erfolgsdilemma

Seit Mai 2008 schwimmt Marvel – und damit dann später, nach der Übernahme, auch Disney – auf der Erfolgswelle der Superhelden. Zahllose Filme und Spin-Offs sind seither entstanden, das MCU mit seinen unterschiedlichen Phasen und Auskopplungen ein wahres Monstrum, das Dank Querreferenzen und reichlich Fanservice Wiederholungstäter unter den Zuschauern mit immer neuen Eastereggs verwöhnt, den neu dazustoßenden Zuschauern dagegen aber reichlich Probleme bereitet. Mit dem Abschluss der letzten, großen Phase – nämlich „Avengers: Endgame“ aber fiel das Universum in ein kleines Loch, dessen Ausmaße erst mit Eternals wirklich sichtbar wurde. Denn mit dem Ende der sogenannten „Phase“ wurde eine nur konsequente, allerdings auch äußerst problematische Entscheidung getroffen: Der Tod von Iron Man (falls jemand hinterm Mond gelebt und den Film noch nicht gesehen haben sollte: Sorry für den Spoiler).

Mit Tony Stark alias Iron Man hat alles angefangen. War er ursprünglich in den Comics und den ersten Zeichentrick- und sonstigen Filmadaptionen noch ein äußerst langweiliger Charakter (ich erinnere mich da an überaus schlecht verfilmte Comicabschnitte, die vor gefühlt 40 Jahren auf RTL Plus liefen, in denen Iron Man gute zwei Drittel der Handlung mit seinem „Akkumulator“, der seinen Herzschrittmacher UND seine Rüstung antrieb, zu kämpfen hatte), wuchs er im Film in 2008 sowie den nachfolgenden, weiteren Auftritten zu einer, wenn nicht gar DER Hauptperson an. Er war zwar nie der Stärkste von allen und auch nicht wirklich exotisch, aber gerade dieser Umstand war und ist es, der Iron Man zum wahrscheinlich wichtigsten Helden des MCU geformt hat: Er war ein Mensch, mit dem sich die meisten identifizieren konnten. Ein charismatischer Playboy mit VERDAMMT VIEL Geld und dem nötigen Intellekt, um dieses Geld eben nicht mit Händen und Füßen rauszuwerfen, sondern im Gegenteil noch weiter zu vermehren. Und er war jemand, der sich vom dem Pfad, den wir alle nur zu gut kennen (weil: So gut wie jeder hat einen Boss, der sich ähnlich abgehoben verhält und den man absolut nicht ausstehen kann), abweicht, um vom Playboy zum Family-Boy, vom Egomanen hin zum selbstlosen Helden zu werden.

Und gerade weil Tony Stark DER Charakter ist, mit dem man sich am Besten identifizieren konnte, war sein Weggang gefährlich. Streng genommen gibt es nur zwei weitere Charaktere, die das MCU im aktuellen Zustand wirklich tragen können: Spider Man und Dr. Strange, wobei Spider Man erst durch „No Way Home“ genau diese Rolle geerbt hat. Strange dagegen war von Anfang an sympathisch (ob das an der optischen Ähnlichkeit zu Tony Stark lag?), denn auch er war ein Charakter, der vom Übermaß und der Hybris aus auf den Boden der Tatsachen heruntergerissen wurde, nur um dort dann seine Macht zu finden. Und doch sind beide Charaktere nicht ganz das, womit sich andere identifizieren können.

Der eine oder andere Charakter mag zwar auch noch Sympathiepunkte haben – ein Loki und ein Hawkeye, die mit ihren Serienauskopplungen den dringend benötigten Tiefgang für beide Charaktere liefern, sind solche Fälle – doch eine Spitze, eine „A-Crew“, die das Marvel- Universum auf die nächste Ebene heben könnte, ist man weiterhin schuldig geblieben. In den Eternals wäre in der Theorie eine Möglichkeit gewesen – und auch wenn Disney den Film nun wirklich mit aller Macht doch noch zum Erfolg zu prügeln versucht (nicht umsonst ist der Film so ungewöhnlich früh auf Disney+ gelandet, wird er in Anzeigen, in Bannerwerbung und Co. offensiv beworben, kann man den Channel eigentlich gar nicht benutzen, ohne mindestens zwei- oder dreimal auf den Film aufmerksam gemacht zu werden), so bleibt er dennoch story- und charaktertechnisches Mittelmaß. Und ja, auch ein No Way Home ist leider keines der filmischen Kunstwerke, die etliche andere, frühere Filme waren. Sicher, schlecht ist er keineswegs, aber er verrennt sich dann doch zu sehr in Fanservice und dem Versuch, die mittlerweile VIER gleichzeitig bzw. in kurzer Abfolge laufenden Spider Man-Adaptionen in sich zu integrieren. Heraus kommt ein Film, dessen grobe Handlung man auf einem Bierdeckel niederschreiben könnte, der sich dann aber in dutzenden Nebenkriegsschauplätzen verläuft. Kurzum: Es ist das filmische Äquivalent von Skyrim.

Genau hier liegt das Problem von Marvel: Sie hängen fest. Man versucht zwar immer wieder neue Figuren zu etablieren, neue Aspekte aufzurollen und neue Seitenarme der Handlung zu eröffnen, macht dann aber den selben Fehler, den man auch jetzt in „Book of Boba Fett“ macht: Die Nebenhandlung kannibalisiert den Hauptplot (im Falle von Boba Fett wäre das der Mandalorianer, der in den Folgen 5 und 6 den „Star“ der Serie zur Randnotiz degradiert. Und die Fans feiern es. DAS sollte einem zu denken geben). Damit das MCU aber voranschreitet und erfolgreich sein kann, braucht es starke Haupthelden, eine starke Hauptstory. Die jedoch…fehlt. So ist Disney nun getrieben, IRGENDWIE an den früheren Erfolgen anzusetzen, scheint dazu aber schlicht nicht in der Lage.

Wirklich gefährlich wird es für das MCU, wenn man jetzt, aus Verzweiflung, mit alternativen Realitäten oder der Zeit herumspielt, um Iron Man oder die anderen von der „ersten Garde“ zurückzuholen. Leider aber hat auch hier Boba Fett gezeigt, dass man bei Disney nun zu genau dem neigt.

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EDEN

Die Netflix-Serie „EDEN“ ist mir heute direkt ins Auge gefallen. Erstens, weil es unter „Populär“ aufgeführt ist und zweitens, weil es sich ziemlich gut mit dem deckt, was ich doch recht gerne schaue. Nunja – zumindest hat Netflix das geglaubt.

In vier Folgen zu jeweils 25 Minuten (von denen 5 Minuten Abspann sind) wird hier eine eher dystopische Sicht der Menschheit (mal wieder) erzählt…und wie nur wenige Überlebende im Kälteschlaf verbringen, während die Roboter den Planeten wieder „bewohnbar“ machen sollen. Wobei – ob es nun wirklich Planet, oder nur eine kleine Ecke ist, wird in den vier Folgen nicht wirklich gesagt oder drauf eingegangen, da dafür schlicht die Zeit fehlt. Insgesamt ist die Handlung eh EXTREM dünn und erinnert mich eher an ein OneShot-RPG, bei dem man nur möglichst schnell vorgefertigte Charaktere im schnellen Vorlauf vorstellt und auf Dinge wie Tiefgang verzichtet.

Ohne groß inhaltlich spoilern zu wollen – denn so ziemlich jedes Wort, was ich dazu verliere, wäre aufgrund der Flachheit des Plots, den man problemlos auf einen Bierdeckel schreiben könnte (und man muss sich dabei nicht einmal Mühe geben, besonders klein zu schreiben), ist bereits ein Spoiler, der große Teile der Geschichte vorwegnimmt – ist es, Anime-typisch, an einem kleinen Mädchen, die Welt bzw. die Menschheit zu retten.

Die übrigen Charaktere, die vorgestellt werden und NICHT Roboter sind (die rund 95% des Casts ausmachen. Immerhin – freut sich das Lokalisationsstudio. Weniger Lippenbewegungen zu synchronisieren), sind ebenfalls so flach, die Story so vorhersehbar und klischeebehaftet, dass man sich schon fragen muss, warum man nicht direkt den kompletten Bogen gemacht und noch viel mehr geklaut hat. Damit hätte man die Länge der Serie, die mit insgesamt – exklusive Vor- und Abspann – keine 80 Minuten und damit selbst für einen Anime-Kinofilm schon recht kurz geraten wäre.

Die Ausrede, dass man ja nicht so viele Animateure oder sonstigen Kreativen in Coronazeiten beschäftigen könne, will ich hier überdies auch nicht gelten lassen, denn – „Netflix Original Series“-typisch ist da genau NICHTS gezeichnet, sondern kommt 1:1 direkt aus dem Computer. Etliche der Effekte sehen aus, als wären sie direkt aus Unity oder Blender exportiert, dann noch ein Cel-Shading-Filter drübergelegt und mit Ton angereichert worden. Auch die Musik ist überraschend nebensächlich und lässt Dramaturgie vermissen.

In der Theorie wäre das Setting vielleicht ganz interessant gewesen, aber durch das Abhetzen in der Handlung, die unglaublich flachen Charaktere, die Nichtexistenz von Charakterentwicklung, die Einfallslosigkeit des Settings und die – trotz der Kürze der Serie bzw. des FILMS, der lediglich in vier Teile geschnitten wurde – durchaus vorhandenen Plotholes – plus noch die Tatsache, dass dieser Animationsstil in meinen Augen einfach nur eine Unverschämtheit für den geneigten Betrachter ist, bekommt die Serie „EDEN“ so nur 2 von 7 möglichen Löwen von mir.

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